Töchter von Hochseilartist

12. Dezember 2019 18:18; Akt: 13.12.2019 10:30 Print

«Frau Nock beschuldigte mich der gleichen Tat»

Freddy Nock muss für 10 Monate ins Gefängnis. Er wurde der versuchten vorsätzlichen Tötung seiner Ehefrau schuldig gesprochen. Seine Töchter verteidigen ihn.

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Das Bezirksgericht Zofingen AG hat am Mittwoch den Hochseilartist Freddy Nock der versuchten vorsätzlichen Tötung seiner Ehefrau schuldig gesprochen. Das Gericht verurteilte ihn zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 2,5 Jahren. Er kam per sofort in Sicherheitshaft.

Der 55-Jährige muss 10 Monate absitzen. Für die restlichen 20 Monate gewährte ihm das Bezirksgericht den bedingten Strafvollzug, mit einer Probezeit von zwei Jahren.

«Ich finde es traurig»

Seine Töchter Melanie und Kimberly Nock begleiteten den Vater Freddy am Mittwoch zum Prozess. «Ich bin zu tiefst schockiert, traurig und hässig über das Urteil», meint Melanie einen Tag danach zu Tele M1. «Ich konnte es nicht glauben, was gerade passiert und dass sie ihn mitnehmen.»

«Mir wollte Frau Nock (die Stiefmutter, Anmerkung der Redaktion) auch vor Jahren anhängen, dass ich meinen kleinen Bruder mit einem Kissen ersticken wollte», ergänzt Kimberly. Diese Geschichte kenne jedoch niemand. «Ich finde es traurig und fast ein bisschen lächerlich, dass sie nun die gleiche Geschichte bei meinem Vater bringt», so Kimberly. «Für uns ist das alles unglaubwürdig.» Melanie ist es wichtig, dass die Öffentlichkeit wisse, dass die Familie zusammenstehe und dass sie nicht zerstritten sei.

«Eine wilde Ehe»

Der Verteidiger wollte einen Freispruch erreichen. Er zerpflückte die Anklageschrift. Die Sachverhalte seien nicht belegt. Der Tötungsvorsatz sei eine Erfindung der Staatsanwaltschaft.

Es sei jedoch richtig, dass die Streitigkeiten jeweils hässlich ausgetragen worden seien. Es sei auch zu Tätlichkeiten gekommen. Das werde nicht bestritten. Die Frau sei aggressiv und streitsüchtig geworden, wenn sie zu viel getrunken habe. Sie habe ihren Mann auch mit einer Küchenkelle geschlagen. Der Verteidiger sprach von einer «toxischen Beziehung» und von «einer wilden Ehe».


Im Fall Freddy Nock hat das Bezirksgericht Zofingen das Urteil verkündet. (Video: T. Mathis)

(dmo/sda)