Theater-Neumarkt-Direktor

24. November 2016 18:17; Akt: 24.11.2016 18:17 Print

«Würde die Köppel-Aktion so nicht mehr machen»

Das Theater Neumarkt wollte die «Schweiz entköppeln». Dafür kürzt ihm der Zürcher Regierungsrat jetzt die Subventionen um 50'000 Franken. Für die SVP ist das zu wenig.

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Der Kanton Zürich kürzt dem Theater Neumarkt die Subventionen einmalig um 50'000 Franken. Damit bezahlt er die Kosten, die im Zusammenhang mit der umstrittenen «Entköppelungs-Aktion» im März angefallen sind. «Das ist eine gute Nachricht für das Neumarkt-Theater. Subventionskürzungen wirken sich in jedem Fall positiv auf die Qualität und die Kultur aus», sagte SVP-Nationalrat Roger Köppel zu dem Entscheid.

Bei der Stadtzürcher SVP begrüsst man die Kürzung der Subventionen, doch: «Ich hätte mir mehr Mut gewünscht vom Kanton – beispielsweise eine dauerhafte Kürzung und nicht nur für ein Jahr», sagte Präsident Mauro Tuena auf Anfrage. Besonders, weil man beim Theater Neumarkt keine Einsicht zeige.

«Keine Steuergelder für Blödsinn»

«Es ist aber ein positives Signal an alle subventionierten Betriebe, dass man das Geld der Steuerzahler nicht für irgendwelchen Blödsinn ausgeben soll», sagt Tuena. Schliesslich sei mit dem Geld die grösste Partei des Kantons auf primitive Art und Weise angegriffen worden.

«Ich will gar nicht wissen, wie die Reaktionen gewesen wären, wenn man dasselbe über Stadtpräsidentin Corine Mauch von der SP gemacht hätte», sagt Tuena weiter. Man könne sich nicht einfach alles erlauben und unter dem Deckmantel der Kunst verkaufen. Bei der umstrittenen Theater-Aktion konnten Besucher abstimmen, welcher Fluch den SVP-Politiker Roger Köppel heimsuchen soll.

Kein Verständnis für Blödsinn-Vorwürfe

Peter Kastenmüller, Direktor des Theater Neumarkt, fühlt sich in erster Linie bestätigt, weil die Beiträge für weitere fünf Jahren zugesprochen wurden. «Diese sind grundsätzlich an diverse Bedingungen geknüpft, die wie alle erfüllen», sagt er.

Die Kürzung nehme man zur Kenntnis – selbstverständlich treffe sie das Theater Neumarkt aber. «Wir müssen noch genau analysieren, was es genau bedeuten wird für unser Programm», so Kastenmüller. Man wolle aber proaktiv eine Lösung finden, damit man dem Zürcher Publikum trotzdem ein attraktives Programm anbieten könne. Den Vorwurf des «Blödsinns» von der SVP könne er aber nicht nachvollziehen. «Bis jetzt gab es von offizieller Seite keine Beanstandung, dass wir öffentliche Gelder falsch ausgegeben hätten», hält Kastenmüller fest.

Trotzdem würde er die Köppel-Produktion in dieser Art nicht mehr machen. «Da muss ich mich selber kritisieren, dass ich nicht die optimalen Rahmenbedingungen für eine sachliche Diskussion geschaffen habe.»

Neue Aktion gegen Köppel geplant

Das «Zentrum für politische Schönheit» hält die Streichung der 50'000 Franken für «kindischen und unreifen Missbrauch von Macht», wie es in einer Mitteilung heisst. Die Politiker seien unreif und ungeschult im Umgang mit einer künstlerischen Aktion. Man werde die Hunderttausenden von Flüchen gegen Roger Köppel in einer neuen Aktion verwenden.

Das «Zentrum für politische Schönheit» ist ein Zusammenschluss von Aktionskünstlern und Kreativen unter der Leitung von Philipp Ruch, der für die Theaterperformance verantwortlich war.

(wed/jen/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tobis am 24.11.2016 12:09 Report Diesen Beitrag melden

    Kulturgugus

    Schon verrückt! In der Privatwirtschaft steigt die Arbeitslosigkeit, die Kosten werden erhöht und die Löhne stagnieren. Aber für diesen Kulturgugus hat der Staat Geld ohne Ende und ohne eine Leistung retour zu bekommen. Ist das überhaupt noch Kultur was die da veranstalten?!

    einklappen einklappen
  • Kurt Albrecht am 24.11.2016 12:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Permanent streichen

    Die Zuschüsse sollten permanent gestrichen werden.

  • Blacktomcat am 24.11.2016 12:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zu wenig!

    Ich hätte mind. 100'000 gekürzt und nicht nur für ein Jahr!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Sarawak am 24.11.2016 14:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zu billig davongekommen

    Diese Entköppelung hätte 500'000.- kosten sollen. Der gensnnte Betrag ist ein Lapsus.

  • Cartman1993 am 24.11.2016 13:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    hmm

    Wieviele die sich hier gerade aufregen und solchen Schwachsinn verbieten wollen, beklagen sich später, wenn sie Schwachsinn hier posten, dass sie zensiert werden? Entweder das eine oder das andere. Beides geht nicht.

  • Spaniel am 24.11.2016 13:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Keine Unterstützung mehr!

    Wirklich - ich hätte den ganzen Beitrag gestrichen.

  • Sig210 am 24.11.2016 12:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Subvention abschaffen

    Keine Subventionen mehr für die Kulturschaffenden

  • Young am 24.11.2016 12:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sparrunde

    Intressant, sonst muss überall gespart werden beim Kanton...