Nach tödlichem Unglück

06. Dezember 2018 13:41; Akt: 06.12.2018 14:34 Print

«Zebrastreifen nach einem Kreisel sind gefährlich»

Ein Bub (10) ist in Illnau-Effretikon unter einen Lastwagen geraten. Ein Chauffeur prangert auf Facebook an, dass Zebrastreifen zu nah an Kreiseln gebaut werden.

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Ex-«Bachelorette»-Kandidat und Lastwagenfahrer Sid Robben (43) postete am Dienstag auf Facebook: «Schon wieder ein schrecklicher Unfall mit einem Kind wegen eines Lastwagens. Wieso lernen unsere super Verkehrsexperten nicht endlich, dass ein Zebrastreifen fünf Meter nach einem Kreisel nichts verloren hat?»

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Sind Zebrastreifen nach Kreiseln eine Gefahr?

Nur wenige Stunden vorher war in Illnau-Effrektikon ein Bub (10) von einem Lastwagen überfahren worden. Er kam dabei ums Leben. Der Knabe hatte mit seinem Trottinett den Fussgängerstreifen überquert, der sich einige Meter nach einem Kreisel befindet. «Auch wenn ich nicht involviert war, hat mich das Unglück unglaublich mitgenommen», sagt Robben auf Anfrage. Es sei für alle Betroffenen sehr tragisch.

«Fussgängerstreifen nach Kreisel ist die grösste Gefahr»

In der Tat: «Dem Chauffeur geht es den Umständen entsprechend», heisst es bei der Firma, bei der der am Unfall beteiligte Chauffeur angestellt ist. Er arbeite momentan nicht und werde betreut.

Die Ursache für den Unfall ist noch unklar. Robben ist sich aber sicher: «Der Fussgängerstreifen nach dem Kreisel ist die grösste Gefahr.» Als Chauffeur müsse man so viele Sachen beachten in einem Kreisel, damit nichts passiere. Besonders schwierig sei es, wenn man einen langen Sattelschlepper durch einen Kreisel manövrieren müsse. «Es ist unmöglich, sich auf alles zu konzentrieren. Riesige Aussenspiegel und der tote Winkel etwa verdecken die Sicht.»

Bis Donnerstagmorgen wurde Robbens Facebook-Eintrag bereits 369-mal geteilt. Er ist überrascht, dass sein Post so hohe Wellen schlägt: «Ich hoffe, dass es etwas bewirkt, denn Zebrastreifen nach Kreiseln machen uns häufig das Leben schwer.»

«Zebrastreifen lassen sich wohl kaum abschaffen»

Beim Verband für Lastwagenfahrer Les Routiers Suisse findet der Post grundsätzlich Unterstützung. Zebrastreifen nach Kreiseln seien eine Herausforderung für Chauffeure, sagt Generalsekretär David Piras. Trotzdem ist er der Meinung, dass man solche Fussgängerstreifen nicht abschaffen kann: «Gerade nach Kreiseln wollen viele Leute die Strasse überqueren.»

Würde man den Fussgängerstreifen weiter entfernt anbringen, würden die Fussgänger ihn wohl nicht benutzen und einfach so über die Strasse laufen.» Glücklicherweise kommt es selten zu solch tragischen Unglücken wie in Effretikon. «Aber wenn etwas passiert, ist es leider meist sehr heftig.»

Bei Fussgängerstreifen lieber zweimal schauen

Stefan Oberlin, Sprecher der Kantonspolizei Zürich, sagt, dass man daran sei, die Ursache des Unglücks in Effretikon abzuklären: «Falls die Ermittlungen ergeben, dass es bei Kreisel und Fussgängerstreifen Änderungen braucht, würde man handeln.»

Generell ist Oberlin aber der Ansicht, dass Fussgängerstreifen bei Kreiseln sinnvoll sind. Wie Piras glaubt er, dass 50 Meter von einem Kreisel entfernt kaum jemand über den Zebrastreifen gehen würde. Allgemein sollten aber laut Oberlin alle Verkehrsteilnehmer im Bereich von Fussgängerstreifen lieber zweimal schauen, bevor sie diesen überqueren.

(som)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • gäbu am 06.12.2018 14:02 Report Diesen Beitrag melden

    Erziehung....

    ...ich würde es noch viel wichtiger finden, wenn die Eltern den Kindern erklären, am Fussgängerstreifen mit dem Trottinett, Velo, Kickboard usw. anzuhalten und abzusteigen als einfach rüberzufahren gilt übrigens auch für viele Erwachsene! Tragisch, was geschehen ist, wünsche dem Chauffeur und der Familie und den Angehörigen viel Kraft.

  • hgf am 06.12.2018 14:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unübersichtlich

    Zur Aussage von Beat Oberlin: Natürlich kann man vor dem Überqueren zweimal schauen - das nützt aber nichts, wenn eine Mauer oder Hecke so hoch bzw. der Streifen an einem so unübersichtlichem Ort ist, dass gerade Kinder oder Menschen im Rollstuhl schlicht nicht drübersehen. Und es geht nicht darum die Streifen 50 m weiter weg zu malen. 10 m würde schon reichen um die Sicherheit merklich zu verbessern.

  • Heidi am 06.12.2018 14:01 Report Diesen Beitrag melden

    @Strassenplaner

    Ja das sage ich auch als Autofahrer schon lange. Blinken geht ja noch, aber man muss gleichzeitig zurück schauen um Fahrradfahrer, die noch rechts vorbei drücken möchten, zu sehen und nach vorne, weil noch jemand noch schnell vor dem Auto über den Streifen will. Leider geht das nicht, somit ist immer ein Stück Risiko dabei wenn man aus dem Kreisel fährt, wenn der Fussgängerstreifen gerade am Kreisel ist. Auch ist es immer mühsam, wenn man nicht aus dem Kreisel fahren kann wenn gerad jemand über den Streifen will. Oft hat nicht einmal ein Auto Platz zwischen Streifen und Kreisel.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Dooda am 06.12.2018 15:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Umplanen

    Unsere BUND gibts so viel Million für die Strassenverkehr oder Umbau von unwichtigen Strassen aber für paar Zebrastreifen die an dem falschen Ort platziert sind und Leben kosten haben keine Geld. Von wegen man kann dies nicht machen. Die sollen lieber Köpfe die dies so geplant haben mal zu Verantwortung ziehen und sollen so schnell wie möglich dies überdenken und umplanen.

  • Paul Lauber am 06.12.2018 15:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Um ca. 1m weiter vom Kreisel versetzt, das grundsä

    Mir ist vor Jahren Identisches passiert: in einem ansteigenden Kreisel fahrend hat mir ein anderer Autofahrer, von rechts unvermittlet einfahrend, den Weg abgeschnitten. Ich war voll darauf konzentriert, dass es nicht zu einer Kollision kam. Im selben Augenblick betrat eine Fussgängerin einen 1,5m vom Kreisel platzierten Fussgängerstreifen. Trotz Vollbremsung kam es zu einer zum Glück nur weichen Kollision. Die Fussgängerin stürzte, blieb aber unverletzt. Ich wurde mit 1200 Fr. gebüsst, Fahrausweis-Entzug von einem Monat. Nach einer Kreiselerneuerung vor ca. 4 Jahren, wurden die um den Kreisel

  • Unsichtbar am 06.12.2018 15:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Familie tut mir unendlich leid

    mein tiefstes Beileid entbiete ich ihnen. Doch muss sich im Strassenverkehr dringend einiges ändern; Radfahrer und Fussgänger sind genau wie Autos Verkehrsteilnehmer und sollten per Gesetz verpflichtet werden bei Dunkelheit ein Leuchtband zu tragen. Oft " fliegen" sie wie ein Blatt im Wind auf Rädern noch schnell vor einem durch, vermutlich mit dem Gedanken, ich sehe die Autos ja, für den Autofahrer jedoch sind solche Flitzer oft nicht erfassbar.

  • Tja am 06.12.2018 14:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Falsche Richtung

    Niemand wird bei einer Kreuzung zuerst 50m in die falsche Richtung laufen und wieder zurück. Wenn man die Fussgängerstreifen nicht beim Kreisel macht, kann man sie ganz sein lassen.

  • Werner Wenger am 06.12.2018 14:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Beobachtungen, wie es nicht sein sollte.

    Der Streifen heisst Fussgängerstreifen. Wenn jedoch Velos und Trottis ohne Halt einfach drauflos fahren sind sie für fast jeden Fahrzeuglenker zu schnell vor seinem Fahrzeug. Lüge, lose, loufe war besser als das heutige "Recht" des Fussgängers, das sich zu viele Velo- und Trottifahrer einfach für sich auch noch in Anspruch nehmen. Mein Beileid der Familie und allen Beteiligten viel Kraft.