27. April 2005 11:57; Akt: 27.04.2005 11:59 Print

130 000 Arbeitsplätze mehr in Agglomeration Zürich

In Zürich und den umliegenden Gemeinden soll die Zahl der Arbeitsplätze in den nächsten 20 Jahren um 130 000 auf 716 000 (plus 11 Prozent) anwachsen.

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Die Einwohnerzahl soll um 88 000 auf 897 000 ansteigen (plus 22 Prozent). Ein neues Raumentwicklungsleitbild will die Siedlungs- und Verkehrsentwicklung regeln beziehungsweise koordinieren, wie Stadträtin Kathrin Martelli am Mittwoch vor den Medien ausführte. Es diene als Grundlage für die Planungsarbeiten auf allen Stufen. Ein Kernpunkt sei das Bekenntnis zum Raum Zürich als «Motor der Schweiz».

Für das Bundesamt für Raumentwicklung (ARE) habe das in einem zweijährigen Prozess entwickelte Konzept zur Koordinierung von Siedlung und Verkehr schweizweite Bedeutung, sagte Pietro Cattaneo von der ARE-Strategiegruppe Agglomerationspolitik. Der Bund sei an den praktischen Erfahrungen daraus sehr interessiert.

Die hohe Siedlungsqualität für Wohnende, Arbeitende und Erholungsuchende kennzeichne heute den inneren Kern der Agglomeration Zürich mit den über 800 000 Einwohnerinnen und Einwohnern und 540 000 Beschäftigten. Die künftige Entwicklung mit weiterem Siedlungswachstum und einer Zunahme der Mobilität könne diese Qualitäten gefährden, warnte Cattaneo.

Im internationalen Standortwettbewerb könne sich die Agglomeration ihre Position nur wahren, wenn alle beteiligten Gemeinden an einem Strick zögen. Die Zusammenarbeit der Gemeinden und dem Kanton erweise sich als Schlüssel der Wettbewerbsfähigkeit.

Unverkennbares Profil

Der Zustand der Umwelt, die Qualität der Naherholungsgebiete sowie das Angebot des öffentlichen Verkehrs und die Verhältnisse beim Privatverkehr geben dem Ballungsraum Zürich im internationalen Vergleich ein unverkennbares Profil. Dieses müsse aktiv gepflegt und entwickelt werden.

Im Raumentwicklungsleitbild für Zürich und die Gemeiden der Regionen Furttal, Glattal, Knonaueramt, Limmattal, Pfannenstiel und Zimmerberg wird im Wesentlichen zwischen einem «Verdichtungsraum» und einem «Wohngürtel» unterschieden.

Im «Verdichtungsraum», der sich im Osten und im Westen weit über die Kernstadt hinaus erstreckt, soll die erwünschte Siedlungsentwicklung bestimmen, welche Verkehrskapazitäten zu schaffen sind.

Ausserhalb dieses Raums gäben die vorhandenen oder bereits geplanten Verkehrskapazitäten vor, in welchem Masse das heute festgesetzte Sieldungsgebiet überbaut werden kann. Als «bereits geplant» gelten zwölf Verkehrsvorhaben, weil sie im Bau oder unbestritten sind.

(sda)