Silvesterzauber

09. Februar 2016 09:54; Akt: 09.02.2016 18:42 Print

14-Jährige ist Opfer der Zürcher Sex-Attacken

Ausschliesslich junge Frauen wurden in der Silvesternacht von Männergruppen beklaut und sexuell belästigt. Die Täter sind noch auf freiem Fuss.

storybild

Nach den sexuellen Übergriffen am Zürcher Silvesterzauber «wurden in elf Fällen betroffener Frauen die Ermittlungen aufgenommen», so der zuständige Staatsanwalt Daniel Kloiber. (Bild: Keystone/Walter Bieri)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Nach dem Zürcher Silvesterzauber kam es zu mehreren Anzeigen wegen sexueller Übergriffe: «In elf Fällen betroffener Frauen wurden die Ermittlungen aufgenommen», so der zuständige Staatsanwalt Daniel Kloiber zur NZZ. Einzelne weitere Fälle liegen zurzeit noch bei der Stadtpolizei Zürich und seien in Abklärung, heisst es weiter. Ausnahmslos junge Frauen gehören zu den mutmasslichen Opfern: Die jüngste Frau ist 14 Jahre alt, die älteste 27-jährig.

Mehrere Frauen berichteten, dass sie am Zürcher Silvesterzauber in der Menschenmenge von einer Gruppe von Männern dunkler Hautfarbe angegangen worden seien. Erst wurden sie angetanzt und dann von ihren Begleitern isoliert. Danach wurden sie nicht nur bestohlen, sondern auch sexuell belästigt. Parallelen zu den Übergriffen in Köln an Silvester sind nicht zu leugnen.

Bis zu zehn Jahre für sexuelle Nötigung

Laut Kloiber stehen die Zürcher Ermittler mit den deutschen Behörden in Kontakt. Dabei sei es um einen allgemeinen Erfahrungsaustausch auf polizeilicher Ebene gegangen – konkrete Hinweise bezüglich der Zürcher Taten seien nicht eingegangen.

Die Staatsanwaltschaft ermittle zurzeit wegen sexueller Nötigung und sexueller Belästigung, so Kloiber laut NZZ: Im Gegensatz zur sexuellen Belästigung droht den Tätern bei sexueller Nötigung nicht nur eine Geldbusse, sondern gar eine Freiheitsstrafe von bis zu zehn Jahren. Bei Letzterem muss jedoch nachgewiesen werden, dass das Opfer widerstandsunfähig gemacht wurde.

Täter sind noch frei

Neben dem Aufruf der Polizei an betroffene Frauen, sich zu melden, hätten Ermittler auch alle weiblichen Diebstahlopfer angeschrieben und sie erneut befragt, so die NZZ. Damit soll herausgefunden werden, ob neben den Diebstählen weitere sexuelle Übergriffe stattgefunden haben. Da jedoch einige Anzeigen in anderen Kantonen eingereicht wurden, wird die Arbeit zusätzlich erschwert.

Bisher konnten noch keine Täter verhaftet werden. Man gehe verschiedenen Hinweisen nach. Dass die Übergriffe allerdings nachts stattgefunden hätten, mache die Arbeit der Ermittler nicht einfacher, sagte Kloiber zur NZZ. Die Tatorte sollen sich in der Gegend zwischen Limmatquai, Bellevue, Stadelhofen und See befinden.

(rad)