Auf 14-Jährigen eingestochen

05. Februar 2019 17:21; Akt: 05.02.2019 19:49 Print

20 Jahre Haft für Messer-Attacke gefordert

Eine Mazedonierin stach in Zürich-Wiedikon auf einen 14-Jährigen ein, weil sie sich an ihrem Schwiegervater rächen wollte. Am Dienstag müssen sie und ihr Bruder vor Gericht.

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Was war passiert?

Ein absolutes Albtraum-Szenario: Ein damals 14-Jähriger sass im November 2016 in seinem Bett, als plötzlich zwei maskierte Personen vor ihm standen und ihn mit 15 Stichen lebensgefährlich verletzten. Hinter der Tat steckten eine Mazedonierin (35) und ihr Bruder (32). Sie wollten die Tat ihrem Schwiegervater anhängen.

So geht es dem Opfer heute

«Ohne Notoperation hätte er nicht überlebt», sagt der Anwalt des heute 17-Jährigen. Sein Körper sei mit Narben übersät. Er arbeite hart daran, wieder einmal alleine schlafen zu können, habe nachts regelmässig Panik.

Das sagt die Beschuldigte

Die Angeklagte zeigte Reue, weinte fast die ganze Verhandlung durch: Sie seien in die Wohnung des Schwiegervaters eingebrochen und hätten nach Geld gesucht. Es sei darum gegangen, ihn zu erschecken: «Ich hatte nonstop Streit mit ihm – er war ein Feindbild.» Dann habe ihr Bruder das Gefühl gehabt, dass sie vom Nachbarn gesehen wurden. Als sie zum Teenager gegangen seien, habe sie das Messer vom Bruder bekommen, um auf ihn aufzupassen. «Der 14-Jährige schaute mir in die Augen. Ich bekam Angst und konnte mich nicht kontrollieren.» Sie stach zu.

Das sagt der Mittäter

Er reiste extra für die Tat von Mazedonien an. Dass seine Schwester einen Rucksack mit einem Messer, Sturmhauben und Handschuhen dabeigehabt habe, habe er nicht gewusst. Seine Schwester habe ihn einige Male zu Unrecht belastet. Sein Anwalt fügte zudem an, dass er einen IQ von 66 habe.

Diese Strafen werden gefordert

Die Staatsanwältin spricht von einer «kaltblütigen und menschenverachtenden» Tat. Sie fordert 20 Jahre Haft für die Beschuldigte und sechs Jahre für den Bruder. Der Verteidiger der Frau hält acht Jahre Haft für angemessen – der Anwalt des Bruders fordert lediglich vier Monate. Das Urteil wird am Donnerstag erwartet.

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(som)