Obergericht

12. März 2011 12:07; Akt: 12.03.2011 13:58 Print

15-Jährige vergewaltigt und mit Handy gefilmt

von Attila Szenogrady - Das Zürcher Obergericht hat einen heute 18-jährigen Türken zu einer bedingten Freiheitsstrafe von zehn Monaten verurteilt.

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Das Obergericht sah in seinem am Freitag eröffneten Urteil die Vorwürfe der Anklage wegen Vergewaltigung sowie mehrfacher sexueller Nötigung als erwiesen an. Demnach hatte ein damals 15-jähriger Türke im Sommer 2008 auf einem Spielplatz im Bezirk Uster eine knapp 15-jährige Thailänderin zusammen mit einem Kollegen sexuell missbraucht. Beiden Tätern war das Opfer bekannt. Es soll dabei laut Obergericht zu analen und oralen Handlungen gekommen sein.

Bedenklich war dabei, dass der Angeklagte die Uebergriffe mit seinem Handy filmte. Einige Monate nach dem Vorfall schlug der junge Türke erneut zu. Diesmal in seiner Wohnung, wo er sich zusammen mit einem weiteren Mittäter erneut an der Geschädigten sexuell verging und wiederum alles filmisch festhielt. Zwei weitere eingeklagte Vorfälle sah bereits das Jugendgericht Uster als nicht erwiesen an.


Nicht freiwillig mitgemacht

Der Angeklagte hatte die sexuellen Kontakte nicht in Abrede gestellt, jedoch geltend gemacht, dass die Schülerin jeweils freiwillig mitgemacht habe. Damit fand er aber weder in Uster noch vor dem Obergericht Gehör. Aufgrund der Aussagen der Mitangeklagten sowie insbesondere der Geschädigten erachtete das Obergericht die Vorwürfe als erstellt. Es bestätigte auch die in Uster ausgefällte Freiheitsstrafe von zehn Monaten bedingt. Für das Jugendstrafrecht eine strenge Sanktion. Sie sei dem schweren Verschulden des Angeklagten angemessen, schrieb das Obergericht in seiner Pressemitteilung. Oeffentlichkeit und Medien waren von der Berufungsverhandlung ausgeschlossen. Der Beschuldigte hatte vergeblich einen Freispruch verlangt.

Die Oberrichter folgten dem Jugendgericht auch in weiteren Punkten. So wurde dem Opfer ein Schmerzensgeld von 6000 Franken zugesprochen. Zudem für den junge Täter eine persönliche Betreuung und eine ambulante Massnahme angeordnet.