21. April 2005 18:48; Akt: 21.04.2005 23:26 Print

150 Jahre ETH Zürich

Die ETH Zürich hat am Donnerstag offiziell ihr 150-Jahr-Jubiläum gefeiert.

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Bundespräsident Samuel Schmid überbrachte die Glückwünsche der Regierung und lobte die Vision der Gründerväter einer international renommierten Institution.

Die ETH sei eine Pioniertat des 19. Jahrhunderts, sagte Schmid am Donnerstagnachmittag in seiner Festrede im ETH-Hauptgebäude in Zürich. Was den Bund betreffe, sei es vielleicht sogar die nachhaltigste und wichtigste. Anwesend waren rund 500 geladene Gäste aus Wissenschaft, Kultur, Politik und Wirtschaft.

Die 1855 gegründete Hochschule sei eine Institution, welche die gesellschaftliche Mobilität in diesem Land geschaffen und damit die Demokratie mit realem Inhalt gefüllt habe, sagte der Bundespräsident weiter. Gleichzeitig brauche die Welt angesichts der anstehenden Probleme kluge Köpfe - und somit Absolventen der ETH.

Plädoyer für Elite

«Wir brauchen in unserem Land Eliten», erklärte Schmid. Eine Elite zeichne sich aus durch die Fähigkeit, Ausserordentliches zu leisten, aber auch durch Demut und Bescheidenheit. Erfolg, Ruhm und Reichtum seien nicht unanständig, wenn sie auf Leistung beruhten. Auf einer Leistung, die der Gesellschaft wieder zugute komme.

Der Bundespräsident sprach der ETH-Führung und den Dozenten auch seinen Dank dafür aus, dass sie den ethischen Fragen, die durch die Forschung aufgeworfen werden, ihr ganz persönliches Augenmerk widmeten. Denn wissenschaftliches Handeln brauche ethische Reflexion und eine Orientierung in gesellschaftlichen Zusammenhängen.

Auch die Nachfahren der Gründerväter verfolgten eine kühne Idee, sagte Schmid. Mit dem Projekt «Science City 2010» auf dem Hönggerberg stosse die ETH das Fenster zur Zukunft weit auf. Der geplante Campus für 1000 Studierende werde zu einem Stadtquartier für Denkkultur.

Dank an die Bevölkerung

ETH-Präsident Olaf Kübler sprach von der «Erfolgsgeschichte ETH». Das sei der Verdienst der Eidgenossenschaft, ohne die sich die Hochschule nie zu dem hätte entwickeln können, was sie heute ist. 150 Jahre habe der Bund der ETH die Treue gehalten und sie grosszügig unterstützt, sagte Kübler weiter.

Ein besonderer Dank galt auch der Bevölkerung, welche die ETH mit Steuergeldern mittrage. Ohne die Bevölkerung mache Wissenschaft nur wenig Sinn, erklärte Kübler. Darum sei es ein Anliegen, den Menschen zu vermitteln, wie und warum man etwas tue.

Apéro im Hauptbahnhof

Nach dem offziellen Festakt lud die ETH die Bevölkerung zu einem Geburtstagsapéro in den Zürcher Hauptbahnhof ein. Dabei gratulierte Zürichs Stadtpräsident Elmar Ledergerber der Hochschule zu ihrer erfolgreichen Geschichte. Regierungspräsident Ruedi Jeker überbrachte die Glückwünsche der Kantonsregierung.

SBB-Verwaltungspräsident Thierry Lalive d'Epinay übergab der ETH eine eigens gestaltete Lokomotive. Sie zeigt zwei Studierende und trägt den Slogan des Jubiläumsjahres «Welcome tomorrow».

Das Geburtstagsfest war auch der Startschuss für die Ausstellung «Welten des Wissens», die bis am 8. Mai auf dem Platzspitz stattfindet.

(sda)