Millionenpleite

21. Dezember 2011 23:50; Akt: 21.12.2011 20:19 Print

18 Monate bedingt für Finanzkaufmann

von Attila Szenogrady - Mit einem klassischen Schneeballsystem hat der Walliseller Inhaber einer Finanzfirma über zwei Dutzend Anleger um rund 1,5 Millionen Franken geprellt. Dafür erhält der Pleitier eine bedingte Freiheitsstrafe von 18 Monaten.

Fehler gesehen?

«Es war ein klassisches Schneeballsystem», erklärte der Gerichtsvorsitzende anlässlich der Urteilseröffnung vom Mittwoch. So hatte der heute 43-jährige Angeklagte aus Wallisellen im Frühjahr 1998 in Zollikon die Finanzfirma CFS Oxalis AG gegründet. Das Unternehmen bot das Abwickeln von Handels – und Finanzgeschäften aller Art an. Besonders im Bereich des Devisenhandels.

Schneeball-Prinzip

Als die CFS im Juni 2004 in den Konkurs fiel, folgte eine Strafuntersuchung, welche das Schneeball-Prinzip des Beschuldigten offenbarte. So hatte dieser gewissen Kunden überhöhte Guthaben ausbezahlt, um eindrückliche Gewinne vorzutäuschen. Doch nur auf Kosten von Neukunden, die ihre Beträge ahnungslos in ein Fass ohne Boden warfen. Die letzten bissen die Hunde. In diesem Fall 26 Pool-Kunden, die über 1,5 Millionen Franken verloren hatten.

Der Angeklagte hatte sie bis zuletzt mit Hochglanz-Prospekten und fiktiven Abrechnungen geblendet. Obwohl er genau wusste, dass er im Devisenhandel desaströse Verluste verzeichnet hatte.

18 Monate bedingt

Die Verteidigung hatte bei der Prozesseröffnung im letzten Oktober einen Freispruch verlangt und jegliche Arglist verneint. So habe der Beschuldigte zwar schlecht gewirtschaftet, jedoch im legalen Rahmen, plädierte der Verteidiger. Ohne Erfolg. Das Gericht kam nur zu wenigen Teilfreisprüchen. Ansonsten folgte es der Anklage und verurteilte den Manager nicht nur wegen qualifizierter Veruntreuung, sondern auch wegen mehrfachen Betruges. Der gesamte Deliktsbetrag belief sich auf rund 1,5 Millionen Franken.

Das Gericht setzte anklagegemäss eine bedingte Freiheitsstrafe von 18 Monaten fest. Es hielt dem Angeschuldigten eine Verletzung des Beschleunigungsgebotes, Kooperation während der Untersuchung sowie die Selbstanzeige vor dem Auffliegen des Millionenschwindels zugute. Die finanziellen Forderungen der geschädigten Privatkläger wurden entweder auf den Weg eines Zivilprozesses verwiesen oder ganz abgewiesen.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.