Sechseläuten

03. März 2016 16:38; Akt: 03.03.2016 17:11 Print

2017 feiert endlich wieder ein Gastkanton mit

Nachdem 2015 und 2016 kein Gastkanton fürs Sechseläuten gefunden werden konnte, feiert nächstes Jahr Glarus mit. 180'000 Franken soll der Auftritt kosten.

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Schlechte Aussichten für den Sommer: Der Böögg ist beim Sechseläuten 2015 erst nach 20 Minuten und 39 Sekunden explodiert. Die Reiter der Zünfte galoppierten daher lange um den brennenden Böögg. Der dieses Jahr ausnahmsweise gekrönte Schneemann liess sich viel Zeit. Ein unschöner Zwischenfall ereignete sich am Feuer - ein Reiter fiel vom Pferd und wurde verletzt. Kurz nach 19.30 Uhr gehörte das Feuer den Grilleuren - das grosse Volksbräteln zog wegen des schönen Wetters viele Leute an. bei dieser Glut ist der Cervelat garantiert rasch gar. En Guete! Er überraschte alle mit seinem Al-Capone-Look: Radio-1-Inhaber und SRF-Talker Roger Schawinski beim Interview mit Anna Maier (SRF) Zünfter beim Zug der Zünfte. Dank des prächtigen Frühlingswetters waren die Strassen gesäumt von Tausenden Zuschauern. Winke winke! Wie immer war bei den Zünften viel Prominenz dabei und durfte mitmarschieren - unter anderem Zürichs Stadtpräsidentin Corine Mauch. Hoch die Hand galt auch für Mauchs Stadtratsgspändli Filippo Leutenegger. Als Freisinniger hatte er nach dem Wahlsieg seiner Partei am Sonntag bei den Zürcher Wahlen auch allen Grund zur Freude ... ...so wie erst recht seine Parteikollegin Carmen Walker Späh - ihres Zeichens frischgebackene Regierungsrätin. Und noch ein FDPler: Alt-Bundesrat Hans-Rudolf Merz war ebenfalls unterwegs. Wenn Sechseläuten ist, ist er meist nicht weit: SVP-Präsident und -Nationalrat Toni Brunner aus dem Toggenburg. Auch der Bundesrat der Volkspartei, Ueli Maurer, war zugegen. Und - ohalätz - fast hätte man ihn nicht erkannt: Roger Köppel, SVP-Nationalratskandidat und Weltwoche-Verleger. Aus der Welt des Showbiz wurde Sängerin Francine Jordi zum Zürcher Frühlingsfest geladen, hier flankiert von Schwinger Christian Stucki. Passend zu den Bergregionen, die dieses Jahr auf Einladung des Kantons Zürich zu Gast waren: Renzo Blumenthal aus dem Bündnerland, seines Zeichens Ex-Mister-Schweiz. Ebenfalls aus den Bergen, jedoch aus dem Urnerland, kamen diese gestandenen Männer: Die Schächentaler Wildheuer. Vielen Dank für die Blumen! Für den kleinen Nico war es das erste Sechseläuten. Mit seinen nicht einmal zwei Jahren durfte er zwar am Zug der Zünfte nicht mitlaufen - aber immerhin als kleinster Zöifter-Enkel der Zunft zur Schiffleuten in einem nachgeschneiderten Zunftkostüm brillieren. Böögg-Bauer Heinz Wahrenberger lud einige Stunden zuvor den Kopf seines letzten Bööggs aus seinem Auto. Den Kopf übergab er an seinen Nachfolger Lukas Meier im Rahmen der Aufbauarbeiten auf dem Sechseläutenplatz. Der Kopf wurde auf den Körper gesetzt - der Böögg war bereit und genoss jetzt noch ein paar Stunden Sonnenschein auf dem Sechseläutenplatz. Für Böögg-Bauer Heinz Wahrenberger war es dieses Jahr der letzte Böögg. Er übergab seine Aufgabe an seinen Nachfolger Lukas Meier (rechts).

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Im vergangenen Jahr war es der Kanton Zürich und dieses Jahr feiert die Luzerner Zunft zu Safran am Sechseläuten mit. Sie springt für den Gastkanton ein, weil Luzern und Liechtenstein abgesagt haben.

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Im April 2017 soll es wieder klappen: Das Zentralkomitee der Zürcher Zünfte (ZZZ) hat Glarus offiziell zum Sechseläuten eingeladen. Glarus war bereits 1995 zu Gast am Sechseläuten und wird diese Tradition fortsetzen, wie die Kantonsregierung am Donnerstag mitteilte. Die Einladung ging schon im Dezember ein.

Finanziell immer aufwändiger

Diskutiert wurden im Glarner Regierungsrat die Absagen anderer Kantone in den letzten beiden Jahren, da die Auftritte immer grösser und finanziell aufwändiger wurden. Der Regierungsrat ist aber überzeugt, mit dem gegenüber früheren Jahren reduzierten Kredit einen wirksamen Gastauftritt realisieren zu können, wie er weiter mitteilte.

Der Kanton Glarus will die Teilnahme am Sechseläuten nutzen, um sich den Zürchern im besten Licht zu präsentieren. Vorgesehen sind Aktivitäten und Präsentationen auf dem Lindenhof und während des Kinderumzuges. Geprüft werden Festwirtschaften mit Glarner Spezialitäten, der Verkauf von regionalen Produkten, touristische Aktivitäten und allenfalls ein Unterhaltungsprogramm.

Tradition der Gastkantone ist nicht zwingend

ZZZ-Sprecher Victor Rosser freut sich sehr über die Teilnahme der Glarner. Angst, dass man gar niemanden finden würde, habe er jedoch nicht gehabt, sagt er zu 20 Minuten: «Die Tradition der Gastkantone gibt es erst seit 1991. Sie ist nicht zwingend.»

Bis auf die Kantone Jura, Appenzell-Ausserrhoden und Neuenburg hätten bereits alle Kantone am Zürcher Frühlingsfest teilgenommen: «Es ist schön, wenn sie zum ersten oder zweiten Mal mitmachen.» Es seien aber auch andere Gäste denkbar, sofern sie passten.

(som/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kirigaya Kazuto am 03.03.2016 17:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sechseläuten ist wie Fasnacht

    Das 6erläuten in Zürich ist wie die Fasnacht für die Luzerner. Eine Tradition die erhalten werden muss... Und wie die Basler sagen. Mein einziger Grund nach Zürich zu kommen, einem Zürcher beim verbrennen zuzugucken :D

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  • Roi am 03.03.2016 19:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nase zu.

    Glarner aufgepasst! Wo Seifenblasen als Umweltverschmutzung bestraft werden, könnten auch Zigerstöckli als Stinkbomben gewertet, oder sogar mit Kampfgas verwechselt werden. Das kann dann schnell das Budget für den Bögenumzug sprengen!

  • Reto H. am 03.03.2016 17:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Glarnerschabziger

    Glarnerspezialitäten heisst wohl Zigerbrüt, Zigerstöckli und Zigerhörnli verkaufen. Viel Spass mit den Geruchsemissionen wünscht euch ein Glarner, welcher nichts damit anfangen kann.;) Aber ich gönns dennen, welche es lieben.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Martial Kohler am 05.03.2016 18:45 Report Diesen Beitrag melden

    Nichts für Tiere...

    Wie jedes Jahr, tolles Fest, die Pferde lassen herzlich grüssen...!

  • Klara am 04.03.2016 22:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ja

    Ja das mit dem hallenbad ist ja der hammer!

  • Berta am 04.03.2016 16:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So viel geld

    Da wird so viel geld für flüchtlinge ausgegeben (siehe hallenbad bademeister) dass man da noch fr 180'000.-- übrig hat!

  • Jana am 04.03.2016 14:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Abblasen

    Am besten das ganze abblasen und aus dem kalender streichen. Ausser spesen bringts ja eh nichts. Verkehrspuff, abfall usw

    • Maja am 05.03.2016 10:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Geht nicht

      Oh geht doch nicht. Dann kann sich die sogenannte prominenz nicht zeigen!

    • Martial Kohler am 05.03.2016 18:50 Report Diesen Beitrag melden

      Gesehen & gesehen werden...

      Jana, das sehe ich auch so, eine Tradition die nichts nutzt, ausser der Zürcher Schickeria und pseudo-Persönlichkeiten...!

    einklappen einklappen
  • Karl am 04.03.2016 14:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Versprechen

    Muss zürich schon so viel versprechen und auslagen machen, dass überhaupt ein gastkanton kommt? Schlimm!