Zürich-Höngg

22. Juli 2014 06:17; Akt: 22.07.2014 06:17 Print

25 Kindergärtler in einer Klasse – Eltern verärgert

In Zürich-Höngg startet im August eine Chindsgi-Klasse mit nicht weniger als 25 Schülern. Erlaubt wären 21. Eltern überlegen sich nun, dagegen vorzugehen – doch das wird schwierig.

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In Ausnahmefällen darf ein Zürcher Kindergarten auch mehr als 21 Kinder pro Klasse aufnehmen. (Bild: Colourbox.de)

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Reto P.* konnte es kaum glauben, als er die Klassenliste seines Sohnes sah. «Er wird ab Sommer zusammen mit 24 anderen Kindergärtlern unterrichtet.» Dies sei unheimlich viel: «Eine Lehrperson kann gar nicht auf so viele kleine Kinder anständig aufpassen.» Er überlegt sich gar, ob er mit anderen Eltern gegen die Klassengrösse vorgehen will.

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Sind 25 statt der erlaubten 21 Kinder in einer Chindsgi-Klasse zu viel?
62 %
38 %
Insgesamt 3198 Teilnehmer

Dies wird nicht einfach werden, obwohl laut Urs Meier, stv. Chef des Zürcher Volksschulamtes, eigentlich eine Lehrperson nicht mehr als 21 Kindergärtler unterrichten darf. Denn im Ausnahmefall könne man dies überschreiten – im Kanton Zürich gab es im letzten Schuljahr bei 17 von 1406 Klassen 25 und mehr Kindergärtler: «Dann braucht es aber für einen Teil des Unterrichtes zusätzliches Personal.»

«Optimale Förderung bleibt auf der Strecke»

In Zürich-Höngg schaut man in der ersten Woche nach den Sommerferien, wie die Kindergärtnerin unterstützt werden kann, wie der Präsident der Kreisschulpflege Waidberg, Urs Berger, sagt: «Möglich wäre, dass an einem Morgen eine zusätzliche Lehrperson kommt.» Dass die Klassengrösse nicht ideal ist, sei ihm bewusst: «Wir haben aber nicht genug Kinder für eine zusätzliche Klasse.»

Dies kann auch Beat W. Zemp, Präsident des Schweizer Lehrerverbandes nachvollziehen. Trotzdem bleibe bei so vielen Kindern die optimale Förderung auf der Strecke: «Da hilft es auch nicht viel, wenn an einem Morgen zwei Lehrpersonen anwesend sind.»

*Name geändert

(som)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • B.H. am 22.07.2014 07:07 Report Diesen Beitrag melden

    Früher ging's auch

    Als ich in den Kindergarten und danach in die Schule kam , waren wir auch mehr als 25 Kinder und es ging. Die Kinder müssen nur besser erzogen werden und dann geht's. Aber auch die Lehrer brauchen wieder die Erlaubnis, strenger agieren zu können.

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  • schulrat am 22.07.2014 07:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    zahlen

    Wer hier sich wieder aufregt als Eltern sollte bedenken dass früher mit 30 Kinder Schule gemacht wurde und der soziale Faktor einiges besser war.

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  • v.rosenberg am 22.07.2014 06:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    aber hallo

    unser lehrer hatte mal früher mit 38 schüler umzugehen. ich gehörte dazu. wir hatten auch kein natel game oder pad zum spielen und den lehrer abzulenken und zu ärgern. wir waren da um zu lernen. punkt.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Beobachter am 23.07.2014 23:57 Report Diesen Beitrag melden

    Macht Sinn

    Gerade ältere Leute, die früher in Grossklassen waren, pflegen heute diesen "Ich zuerst" Egoismus. Vielleicht könnte man das verbessern, wenn mehr auf die Kleinen eingegangen wird.

  • Beobachter am 23.07.2014 23:53 Report Diesen Beitrag melden

    Selber schuld

    Dann haut doch noch mehr Geld für Militär und anderen Mist raus. Denkt daran: Bildung ist unsere Zukunft.

  • Wurzel am 23.07.2014 14:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Größere Auswahl an Spielkameraden!

    Wir haben beide Modelle erlebt: das erste Kindergartenjahr 12 Kinder, das zweite Jahr dann ca. 24! Unsere Befürchtung, dass unser sehr junger Sohn untergehen würde, wurden nur zum Teil bestätigt. Die beiden Kindergärtnerinnen ließen ihn links liegen, weil sie ihn für etwas zurückgeblieben hielten, was er aber bei weitem nicht war, er hatte nur kein Interesse, Lesen und Schreiben zu lernen, was ich verstand! Es war der Kindergarten!! Er selbst fühlte sich in der großen Gruppe viel wohler, da er aus mehr Kindern seine Kameraden wählen konnte! Er hat übrigens in der Schule sehr schnell aufgeholt!

    • SueR am 23.07.2014 21:59 Report Diesen Beitrag melden

      macht dies Sinn?

      Für mich das klassische Beispiel, dass man sich eher um die Stärksten kümmert, was ich nicht ideal finde. Zudem: weshalb um Himmels Willen Lesen und Schreiben lernen im Kindergarten?? Dürfen Kinder irgendwann noch Kinder sein? Für eine gesunde Entwicklung gehört doch auch einiges Freizeit, mit Bewegung und Ausleben der Fantasie dazu. Erhalten Kindergärtner jetzt schon Hausaufgaben? :((

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  • Klardenkender Steuerzahler am 23.07.2014 13:12 Report Diesen Beitrag melden

    Klassen sind zu klein

    Wenn die Eltern den Kindern Anstand und Folgsamkeit beibringen würden, dann sind auch wieder vernünftige Klassengrössen möglich. Die Kinder müssen lernen, dass ein Lehrer eine Respektsperson und kein Clown ist. Wir waren in der ersten Klasse 42 Schüler und nie weniger als 35 in den übrigen 8 Schuljahren. Es hat wunderbar funktioniert, weil wir damals noch die Werte von zuhause vermittelt bekamen. Die heutigen Lehrer wollen einen Job aber keine Arbeit und fordern immer höhere Löhne. Dabei muss man sich den Lohn mit Arbeit verdienen, denn er ist kein Geschenk vom Staat.

    • Andreas am 23.07.2014 16:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Damals wars noch schön

      Die Zeiten ändern sich. In einer anderen Zeit hatten die Eltern noch Zeit für ihre Kinder. Auch waren die Anforderungen an Individualismus des einzelnen Kindes ganz anders als dies heute der Fall ist. Bildung bleibt unsere Ressource in der Schweiz, wenn wir da sparen werden wir das später bereuen. Wenn Lehrer so ein Easy und gut bezahlten Job haben, dann werden sie doch Lehrer. Für mich wärs nichts.

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  • Marco Albrecht am 23.07.2014 12:54 Report Diesen Beitrag melden

    Wo ist das Problem?

    Im Kindergarten ist das doch nicht schlimm! Als ich 1993 im Kindergarten war, waren wir genau 30 oder 32 Kinder. Dies ging auch! 1:1 Betreuung gehört in die Sonderschule und nicht in einen normalen Kindergarten! ;)