Bezirksgericht Bülach

27. Juni 2018 10:19; Akt: 27.06.2018 10:19 Print

815 Fr Strafe, weil Vater Elterngespräch schwänzte

Alfredo Stüssi erhielt eine saftige Busse, weil er nicht zu einem obligatorischen Gespräch in der Schule erschienen war. Dagegen wehrte er sich vor Gericht – mit geringem Erfolg.

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«Die Busse war ein Racheakt von den Schulbehörden», sagte Alfredo Stüssi am Dienstag vor dem Bezirksgericht Bülach. Der Rechtsstreit zwischen dem Präsidenten der Männerpartei Schweiz (MPS) und der Schule Kloten begann laut dem «Tages-Anzeiger» vor rund einem Jahr, als ein Lehrer seinem Sohn eine Ohrfeige gab. Der Lehrer bekam eine Busse von 100 Franken, das Strafverfahren gegen eine andere Lehrperson wurde eingestellt. Wie Stüssi sagt, habe eine Lehrerin mehrmals den Umkleide- und Duschraum betreten, während sich die Buben kurz vor dem Übertritt in die fünfte Klasse darin befanden.

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Stüssi verlangte eine Sachuntersuchung, doch es sei nichts passiert. «Kurz darauf bekam ich eine Einladung zu einem Elterngespräch am 19. September 2017.» Er habe dieses wegen der verweigerten Stellungnahme elf Tage im Voraus schriftlich abgesagt: «Die Schule wollte mir ja im Voraus nicht sagen, worum es überhaupt ging.» Hinzu kommt, dass sein Sohn (12) in ein mehrere Kilometer weit entferntes Schulhaus versetzt worden war: «Dabei hat sich mein Kind nichts zuschulden kommen lassen.»

Busse ist Schikane

Kurz vor Weihnachten bekam der 51-Jährige den Strafbefehl wegen des abgesagten Gesprächs: 300 Franken Busse und 515 Franken Gebühren. «Eine Schikane», sagte Stüssi vor Gericht und forderte einen Freispruch sowie eine Entschädigung von 2000 Franken. Schliesslich sei der Lehrer wegen der Ohrfeige nur mit 100 Franken gebüsst worden, zitiert ihn die NZZ. «Das ist doch ein Verhältnisblödsinn, dass ich das Dreifache zahlen sollte.»

Das Bezirksgericht Bülach bestätigte den Schuldspruch im Strafbefehl trotzdem und reduzierte die Busse auf 200 Franken und die Gebühren auf 430 Franken. Hinzu kommen neu Gerichtskosten von 600 Franken. Wie Stüssi zu 20 Minuten sagt, will er das Urteil weiterziehen – auch wenn ihn das noch viel mehr kosten könnte: «Ich finde, dass dieser Missstand an die Öffentlichkeit muss. Ich kämpfe für die Rechte der Eltern und Kinder.»


(som)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Vater am 27.06.2018 10:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Metoo

    In einem hat er Recht. Lehrerinen haben in Jungen-Umkleide nichts zu suchen. Undenkbar der Aufschrei wenn es umgekehrt gewesen wäre!

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  • Fred am 27.06.2018 10:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wenn es so war, ists daneben

    Wenn es tatsächlich so war, dass erstens die Diskussionspunkte nicht bekannt waren und zweitens er sich schriftlich 11 Tage vorher abmeldete, wäre die Busse tatsächlich nicht gerechtfertigt.

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  • Jörg Frei am 27.06.2018 10:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    m..

    unglaublich abzocke auf dem höchste niveau....

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Unbekannt am 27.06.2018 20:01 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn interessierts!

    Wir leben in der Schweiz und hier zock jeder, jeden ab. Das ist für mich völlig normal und es wird auch noch lange so bleiben. Wir lernen in der Schule kein einfühlungsvermögen und somit zocken wir halt. Naja, was solls!

  • jane77 am 27.06.2018 16:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    komisch

    gehts noch? ein Elterngespräch ist kein Pflichttermin und wenn diese Geschichten wirklich passiert sind dann wäre eher ein Gespräch Schule und Lehrerin nötig. aber mich stört daran dass scheinbar nicht mehr Kinder ihre Eltern informiert haben was bei solchen Fällen sonst schnell die Runde macht....wahr oder nicht?

  • cm am 27.06.2018 15:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Willkür und Macht an der Schule

    Zur Zeit übt die Schule eine riesen macht aus. Es werden Klasseneinteilung gemacht, welche weder zum wohl des Kindes noch nachvollziehbar sind. Das ist dann laut Schulleitung einfach so. So musste ich eine Juristin beziehen und nach Ablehnung des Rekurs es an die nächste Instanz weiterziehen. Wer so viel macht ausübt hat ein riesen problem.

  • Superpuma am 27.06.2018 14:45 Report Diesen Beitrag melden

    Helikopterpapi?

    Bei Herr Strüssi werde ich einen Verdacht einfach nicht los.... Wenn man so eine Vorgeschichte schon hat, muss mehr dahinter stecken

  • Marcel von Ah am 27.06.2018 14:43 Report Diesen Beitrag melden

    Abzocke hoch 2

    550 Fr. Gebühren, das ist Abzocke und fertig. Danke Kuscheljustz.