Zaun aufgeschnitten

21. Mai 2019 22:06; Akt: 21.05.2019 22:06 Print

Radikaler Tierschützer lässt 90 Hirsche frei

Weil Unbekannte ein Loch in den Zaun geschnitten hatten, liefen Dutzende Damhirsche in Wettingen frei herum. Nun bekennt sich ein radikaler Tierschützer zur Tat.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Unbekannte haben in Wettingen AG in den Zaun eines Geheges für Damhirsche ein Loch geschnitten. Halter Walter Benz bemerkte am Morgen des 8. Mai, dass von seinen 150 Zuchttieren 90 weg waren. 40 davon liefen für einige Tage frei im Wald herum.

Umfrage
Lieben Sie Tiere?

Ihnen drohte gar der Abschuss, weil artfremde Tiere nicht ausgewildert werden dürfen. Inzwischen sind aber laut Benz alle wieder auf den Mooshof zurückgekehrt, viele mussten er und seine Helfer auch vorsichtig einfangen: «Weil dies nur nachts möglich war, habe ich in dieser Zeit kaum geschlafen», erzählt Benz.

«Der Mooshof ist kein Gnadenhof»

Nun bekennt sich ein Unbekannter auf einem linksautonomen Onlineportal dazu, den Zaun zerstört zu haben. Der Verfasser stammt wohl aus der radikalen Tierschützerszene. Er kritisiert auf dem Portal die Haltung von Zuchthirschen in Käfigen zur Fleischproduktion.

«Der Mooshof ist kein Gnadenhof für Tiere. Der Gewinn mit ihrem Tod ist der einzige Zweck dieses Hofes!», schreibt er. Weiter ruft er dazu auf, Widerstand gegen Käfige, Knäste und Grenzen zu leisten.

«Meine Damhirsche haben es gut»

Die Kantonspolizei Aargau hat Kenntnis vom Bekennerschreiben, wie Sprecher Bernhard Graser sagt: «Nun ermitteln wir, wer dahinter steckt.» Benz will sich deshalb auch nicht zur Täterschaft äussern: «Die Ermittlungen sind Sache der Kapo.» Die Kritik an seiner Fleischproduktion findet er aber ungerechtfertigt: «Natürlich kann man als Vegetarier jegliche Fleischerzeugung verurteilen.»

Im Vergleich zu anderen Tieren hätten es seine Damhirsche aber sehr gut: «Sie sind die ganze Zeit draussen, haben viel Platz und kriegen kein Kraftfutter oder Antibiotika.»

Auch wird laut Benz nur ein Teil der Jungtiere geschlachtet und das, wenn sie 15 oder 16 Monate alt sind. «Bei vielen Hühnern ist es schon nach vier Wochen so weit.» Die Zucht von Damhirschen sei keineswegs neu: «Bereits im Mittelalter hielten Menschen diese Tiere in Gefangenschaft.»

(som)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Herr Schnitzler am 22.05.2019 10:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich sage ja,

    Tierschutz ist so was wie eine Ersatzreligion geworden. Die einen sind noch normal, andere rutschen in den Extremismus ab. Die Auswirkungen davon lesen wir hier bald täglich in verharmloster Form.

  • Arthur20 am 22.05.2019 10:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gutes Fleisch...

    ... ohne Kraftfutter und Antibiotika! Wenn Fleisch, dann so: Gute Haltung, regionale Produktion und Vermarktung!!!

  • Dx am 22.05.2019 09:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nächster Schritt

    ist wohl, bei den Aquarien die Scheiben einschlagen...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Sulejka am 23.05.2019 00:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    einfach unmöglich

    Solche Menschen die sich gar nicht bewusst sind, was den Tieren passiert, wenn sie frei sind, sollten eine massive Strafe bekommen.

  • Hr Schmidt am 22.05.2019 10:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Falsche Tierliebe

    So jemand ist kein Tierschützer. Es gibt immer wieder Fälle von falsch verstandener Tierliebe. Aber Tiere von einer "Gefahr" in die andere zu jagen ist wirklich Unsinn. Die Hirsche sind es nicht gewohnt, außerhalb des Geheges zu sein. Sie können auch überfahren werden oder eben abgeschossen.

  • Seppl am 22.05.2019 10:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Achtung Wortwahl

    Was heisst hier Tierschützer? Das ist als würde man einen Raser als Rennfahrer bezeichnen, also bitte?!

  • Herr Schnitzler am 22.05.2019 10:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich sage ja,

    Tierschutz ist so was wie eine Ersatzreligion geworden. Die einen sind noch normal, andere rutschen in den Extremismus ab. Die Auswirkungen davon lesen wir hier bald täglich in verharmloster Form.

  • Arthur20 am 22.05.2019 10:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gutes Fleisch...

    ... ohne Kraftfutter und Antibiotika! Wenn Fleisch, dann so: Gute Haltung, regionale Produktion und Vermarktung!!!