Nonstop-Ultramarathon

05. April 2018 05:52; Akt: 05.04.2018 09:35 Print

Schweizer will in 5 Tagen 400 Kilometer rennen

400 Kilometer in 5 Tagen quer durch Südafrika rennen und dabei noch Geld für einen guten Zweck sammeln: Der Zürcher Stephan Keller stellt sich dieser Herausforderung.

Der Zürcher Stephan Keller nimmt am 400-Kilometer-Ultra-Marathon quer durch Südafrika teil.
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Ein 400-Kilometer-Ultra-Marathon quer durch Südafrika und das in fünf Tagen – dieses Ziel hat sich Stephan Keller aus Uster ZH gesetzt: «Dieser Mehrfach-Marathon bedeutet für jeden Trail-Läufer, im Olymp seiner Sportart angekommen zu sein.» Munga-Trail heisst der Nonstop-Ultramarathon, der zu den härtesten der Welt gehört. Am 18. April starten die 17 vorwiegend männlichen Teilnehmer. Während fünf Tagen sind sie komplett auf sich alleine gestellt.

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«Ähnlich wie im Engadin»

Nur mit einem GPS-Gerät und einem Notfall-Rucksack ausgerüstet, rennen sie quer über Waldwege und Grasland, entlang von stillgelegten Bahngleisen und bis 2000 Meter hoch ins Gebirge: «Die Landschaft hat Ähnlichkeiten mit dem Engadin – nur sind die südafrikanischen Berge zum Glück nicht ganz so hoch», sagt der 59-Jährige, der als einziger Schweizer teilnimmt.

Und auch die Temperaturen seien etwas milder: «Obwohl momentan Herbst ist, können wir mit etwa 26 Grad rechnen.» Nachts könne es aber auf 5 Grad runterkühlen. «Darum haben wir immer warme Kleidung sowie rund 1200 Kalorien als Notreserve in unserem Rucksack dabei.»

«Einige laufen 24 Stunden durch»

Unterwegs warte dann alle 30 Kilometer eine Wasserstation und alle 80 Kilometer eine Unterkunft auf die Teilnehmer: «Dort können wir duschen, etwas essen und uns kurz ausruhen.» Ein Wechsel der Schuhe oder Kleidung ist aber nicht gestattet, da das Rennen mit den Utensilien beendet werden muss, die man am Start gemeldet hat.

Jeder Teilnehmer entscheide aber individuell, wie er während des Marathons vorgehen möchte. «Es gibt solche, die laufen auch mal 24 Stunden durch», so Keller.

Zürcher will in fünf Tagen 400 Kilometer rennen

«Man kann sich auch mal verlaufen»

Grosse Gefahren gebe es nicht: «Wir können schon mal einer Schlange begegnen – aber das verläuft meistens harmlos.» Problematischer sei es, wenn der GPS-Sender auf einmal kein Signal mehr sendet: «Dann kann man sich ganz schnell verlaufen – und irrt dann blöd in der Gegend herum.»

Ganz verloren gehen Teilnehmer nicht: «Wir haben einen zusätzlichen GPS-Sender am Rucksack.» Im allerschlimmsten Fall könne man auch einen Notruf absenden: «Dann wird man sofort abgeholt.»

Jahrelanges Training ist Voraussetzung

Anfängern würde Keller aber von der Teilnahme abraten: «Ein solcher Marathon bedeutet jahrelange Vorbereitung.» Vor allem die letzten paar Monate seien kraft- und zeitintensiv. «Da braucht man viel Disziplin und Ausdauer – und eben auch Erfahrung.»

Der 59-Jährige weiss, wovon er redet – er nahm bereits letztes Jahr am Munga Trail teil: «Von 27 Teilnehmern haben nur 8 das Ziel erreicht.» Er selber hatte es nicht geschafft: «Mir sind einige Fehler unterlaufen und am Schluss haben mir 20 Kilometer gefehlt.»

«Ich habe aus meinen Fehlern gelernt»

Eine defekte Stirnlampe und zu wenige Ruhephasen hätten ihn an seine Grenzen gebracht: «Ich habe in den 5 Tagen nur 12 Stunden geschlafen.» Für dieses Jahr zeigt sich Keller aber zuversichtlich: «Ich habe aus meinen Fehlern gelernt und werde dieses Jahr die 400 Kilometer schaffen.»

Neben der sportlichen Herausforderung soll der Marathon aber auch Gutes bezwecken. Daher sammelt Keller Geld für Aids-Waisen in Südafrika – zusammen mit dem Meilemer Verein Ayoba, bei dem der 59-jährige Zürcher ehrenamtlich im Vorstand ist: «Letztes Jahr kamen 16'000 Franken zusammen – das wollen wir dieses Jahr wieder erreichen.»

(mon)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Anton Keller am 05.04.2018 07:04 Report Diesen Beitrag melden

    Eindrücklich

    Einfach eindrücklich zu was der menschliche Körper mit Träning fähig ist.

    einklappen einklappen
  • Roger am 05.04.2018 13:03 Report Diesen Beitrag melden

    Was die Welt nicht braucht

    Und schon wieder einer der meint er könne mit solch einem Unsinn die Welt ein bischen beser machen.

  • Jack Bauer am 05.04.2018 08:59 Report Diesen Beitrag melden

    Unnötig

    Ist allmächlich zur Mode geworden,irgend was zu machen für so einen"guten Zweck".Und bringen tut schlussendlich rein gar nichts!!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Roger am 05.04.2018 13:03 Report Diesen Beitrag melden

    Was die Welt nicht braucht

    Und schon wieder einer der meint er könne mit solch einem Unsinn die Welt ein bischen beser machen.

  • Gspännli am 05.04.2018 13:03 Report Diesen Beitrag melden

    Super

    Hut ab mit Training oder ohne Träning ist es eine Bombenleistung

  • Nar Dann am 05.04.2018 10:48 Report Diesen Beitrag melden

    Viel Spass

    Den guten Zweck in allen Ehren, aber irgendwie beschleicht mich bei all solchen Leuten immer das Gefühl dass es dabei eher um Selbstdarstellung geht...

  • Sulejka am 05.04.2018 10:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ungesund

    das kann sehr gefährlich werden für's Herz..alles was zuviel ist kann sich negativ auf's Herz auswirken.

  • Prepper am 05.04.2018 09:45 Report Diesen Beitrag melden

    Okey

    Schön für Ihn.