Drama in Bülach

15. Dezember 2011 23:35; Akt: 16.12.2011 10:57 Print

75-Jährige fährt Velofahrerin zu Tode

von Maja Sommerhalder - Kurz vor Weihnachten verlor Sandra S.* (25) bei einem Velounfall ihr Leben. Dabei hatte die Lehrtochter noch so viel vor.

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Korrekt eingespurt und von hinten angefahren: Sandra S.* starb wenige Stunden nach dem Unfall. (Fotos: Kapo ZH)

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Regen prasselt auf das kleine Herz aus Ton, Rahel Schmid (29) stellt eine Kerze dazu: «Aus Solidarität zum Opfer und ihren Angehörigen. Es ist doch so kurz vor Weihnachten.»

Sie wohnt nur einen Steinwurf von der Bülacher Unfallstelle entfernt, wo Sandra S.* am Mittwochabend ihr Leben verlor. Die 25-jährige Velofahrerin spurte auf einer Hauptstrasse korrekt ein, um in eine Nebenstrasse abzubiegen. Als sie den Gegenverkehr abwartete, erfasste sie eine Autolenkerin (75), die von hinten angefahren kam. Sandra S. wurde in einen entgegenkommenden Wagen geschleudert und schwer verletzt.

Rahel Schmid bemerkte den Unfall erst, als sie die Ambulanz hörte: «Auf der Strasse lag ein Velo. Dessen Lampen brannten noch.» Dass auf dieser 50er-Strecke so etwas passieren konnte, wundert sie nicht: «Sie ist schlecht beleuchtet und viele Autos fahren zu schnell.» Sandra S. verlor nur wenige Stunden nach dem Unfall ihr Leben. Dabei hatte die hübsche Frau im Sommer erst ihre Lehre als Fachfrau für Kinderbetreuung angefangen.

Auf der Homepage ihres Lehrbetriebes gab die Hühnerliebhaberin an, dass sie gerne Drachenboot fährt, mit dem Bike unterwegs und in der Feuerwehr ist. Als aufgestellt und hilfsbereit bezeichnete sie sich selbst. Ihre Arbeitsmotivation waren die fröhlichen Kindergesichter. Irgendwann wollte Sandra S. selbst eine Familie haben.

*Name geändert

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • sara_zueri am 16.12.2011 10:03 Report Diesen Beitrag melden

    Wir trauern um dich...

    Liebe... mein kleines Mädchen (aus deiner KiTa-Gruppe) hat gesagt, der Wind hat dich in den Himmel getragen... ich hoffe, dass Gott deinen Hinterbliebenen hilft, die schwere Bürde zu tragen. In tiefer Trauer...

  • Fabio am 16.12.2011 13:10 Report Diesen Beitrag melden

    Verantwortung bei Fahrtauglichkeit

    Wann wird der Gutachter der Bestätigt dass der jeweils schuldige Rentner fahrtauglich ist auch zur Rechenschaft gezwungen wird? Weil so wird nicht mer schnell eine Unterschrift für die Fahrtauglichkeit gesetzt sondern richtig geprüft und im zweifellsfalle die Tauglichkeit nicht erteillt...

  • Junglenker am 16.12.2011 11:11 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht nur Junglenker kritisieren..

    Es sollte eine Regelung für das Alter im Strassenverkehr geben (z.B Prüfungswiederholung, Seh- und Reakitonstests etc.). Viele ältere Leute können ihr eigenes Fahrverhalten/-können nicht einschätzen und sind sich gar nicht bewusst, welche Gefahr sie darstellen. Eine Präventions/Infokampagne würde evt. auch helfen.. Es wird nur immer gegen Neu- und Junglenker geschossen..nicht immer sind diese Vorwürfe gerechtfertigt!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • R. Lüscher, Dieli am 16.12.2011 15:43 Report Diesen Beitrag melden

    Konduliere

    Wie jeder Unfall einer zuviel. Der Familie wünsche ich viel Kraft zum die schwierige Zeit zu überstehen und die traurige Nachricht zu verarbeiten... das Leben ist vielfach einfach nur unfair...

  • Walti Berger am 16.12.2011 15:19 Report Diesen Beitrag melden

    Handzeichen wieder einführen

    Wahrscheinlich hat sie kein Handzeichen gegeben?

    • Max Kueng am 16.12.2011 17:44 Report Diesen Beitrag melden

      Re: Handzeichen wieder einführen

      Gem. Artikel hatte die Velofahrerin "korrekt" eingespurt. Das schliesst ein Unterlassen des Handzeichens kategorisch aus. Zudem wartete die Frau darauf, dass die Gegenspur frei wird. Sie stand also eine Zeit auf der Strasse. Mit Licht. Das Handzelichen wurde uebrigens nie "ausgefuehrt". Aber sie haben schon Recht, korrektes Blinken ist bei Velofahrern genau so selten wir bei Autofahrern.

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  • Steff am 16.12.2011 13:40 Report Diesen Beitrag melden

    Aussagekräftige Studie erwünscht!

    Die meisten AutofahrerInnen im Alter 70+ haben in etwa die selbe Reaktionsgeschwindigkeit wie ein 25 Jähriger mit 1.5 Promille Alkohol im Blut. Dazu kommt, dass bei den meisten 70+Lenker ein Medikamenten-Cocktail im Blut nachweisbar sein wird, dessen Auswirkung auf die Reaktion unklar ist. Um meine dreisten Behauptungen zu bestätigen, oder zu widerlegen, wäre es mal an der Zeit für eine gross angelegte, aussagekräftige Studie!

    • Anna L. am 16.12.2011 19:12 Report Diesen Beitrag melden

      Studie?

      wenn Sie denken dass eine Studie irgendwie nützen kann.. Ich wäre ehre dafür dass man über 65-jährige Lenker jedes halbe Jahr testet und überprüft! Und ab einem gewissen Alter das Fahren ganz verboten wird.

    • Ursula Breitenmoser ZH am 16.12.2011 20:31 Report Diesen Beitrag melden

      Anna

      lieber ein 65-jähriger Lenker, als ein bekiffter 20-jähriger!

    • Till Sitter am 18.12.2011 18:25 Report Diesen Beitrag melden

      Absurd

      Es ist an Ihnen Ihre absurden Behauptungen zu beweisen und nicht an anderen sie mit einer Studie zu widerlegen.

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  • Fabio am 16.12.2011 13:10 Report Diesen Beitrag melden

    Verantwortung bei Fahrtauglichkeit

    Wann wird der Gutachter der Bestätigt dass der jeweils schuldige Rentner fahrtauglich ist auch zur Rechenschaft gezwungen wird? Weil so wird nicht mer schnell eine Unterschrift für die Fahrtauglichkeit gesetzt sondern richtig geprüft und im zweifellsfalle die Tauglichkeit nicht erteillt...

  • kritiker am 16.12.2011 12:58 Report Diesen Beitrag melden

    oft beide schuldig

    Aber vielmals sind auch die Velofahrer die Kamikatzefahrer. Auf meiner Arbeitsstrecke gibts auch eine Stelle, da spurt kaum ein Velofahrer richtig ein und riskiert so sein Leben. Schuld ist dann wieder der Autofahrer.