Jonen AG

18. Februar 2019 11:22; Akt: 18.02.2019 11:51 Print

Abwart fotografierte Kinder in Umkleidekabine

Der Chefabwart von Jonen wurde im Dezember wegen illegaler Pornografie entlassen. Nun stellt sich heraus: Er hatte auch Kinder fotografiert.

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Der Chefabwart der Gemeinde Jonen im Kanton Aargau soll in den Umkleidekabinen der Schule Fotos von Kindern gemacht haben. Das haben die Staatsanwaltschaft und die Schule den Eltern am Wochenende per Brief mitgeteilt. Der Mann war im Dezember 2018 von der Gemeinde fristlos entlassen worden, weil er verbotene Pornografie konsumiert und verbreitet haben soll. Dabei handelt es sich laut der Staatsanwaltschaft um kinderpornografisches Material.

Zum Zeitpunkt der Entlassung informierte die Gemeinde noch, in seinem Arbeitsumfeld habe sich der 54-jährige Mann nichts zuschulden kommen lassen. Im mit 14. Februar datierten Brief heisst es nun, in der Zwischenzeit seien die beim Beschuldigten beschlagnahmten elektronischen Datenträger ausgewertet worden. «Diese Auswertung hat gezeigt, dass der Beschuldigte etliche Filmaufnahmen gespeichert hatte, die er von Kindern in den Umkleidekabinen gemacht hatte.»

Kinder waren bekleidet

Die Aufnahmen zeigten nur bekleidete Kinder. Die Eltern der betroffenen Kinder wurden von der Kantonspolizei informiert, am Dienstag soll ein Elternabend stattfinden. Beim heimlichen Filmen handle es sich um ein Antragsdelikt, so die Staatsanwaltschaft im Schreiben. Die Geschädigten respektive deren Eltern könnten Strafantrag stellen.

Eine Mutter sagt zu 20 Minuten, es handle sich bei den betroffenen Kinder um solche im Kindergarten- und Primarschulalter. Die Schule gebe sich bedeckt. Der mutmassliche Täter laufe frei herum.

Die Staatsanwaltschaft Aargau bestätigt, dass die Eltern informiert worden seien. Weitere Fragen, etwa nach dem Alter und der Anzahl der betroffenen Kinder, könnten erst nach dem Infoanlass beantwortet werden, sagt Sprecherin Fiona Strebel. Der Mann war zuvor 18 Jahre lang bei der Gemeinde als Abwart angestellt gewesen. Er ist nicht in Untersuchungshaft. Gegen ihn läuft ein Strafverfahren.

(ehs)