27. April 2005 23:24; Akt: 27.04.2005 23:26 Print

Aggressive Teenies bedrohen ihre Eltern

Immer häufiger suchen Väter und Mütter Rat beim Elternnotruf in Zürich. Nicht selten, weil sie von ihren eigenen Kindern geschlagen werden.

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Das Thema Gewalt gegen Eltern wird aus der Tabuzone geholt. Eltern, die von ihren Kindern, hauptsächlich Jungs im Teenageralter, misshandelt werden, sprechen trotz Schamgefühlen vermehrt über ihren Leidensdruck und lassen sich beim Elternnotruf beraten. Dieser wird
etwa einmal pro Woche mit gewaltgeplagten Eltern konfrontiert.

«Das geht von verbalen Attacken über Ohrfeigen bis hin zu Messerbedrohungen», so Rochelle Allebes, Beraterin beim Elternnotruf Zürich. «Dass sich Kinder nicht gerne dreinreden lassen, entspricht dem Zeitgeist. Oft fürchten sie, von Erwachsenen dominiert zu werden.» Da sich viele Eltern als Kameraden ihrer Kinder sähen und häufig nach dem Lustprinzip lebten, gehe dabei auch die Autorität verloren, ergänzt Allebes.

Die Berater möchten die Eltern begleiten und ihnen zeigen, dass es nicht darum geht, einen Kampf zu gewinnen. Vielmehr sollen diese ruhig und bestimmt bleiben, damit die elterliche Präsenz wiederhergestellt werden kann. Insgesamt haben im letzten Jahr 1965 Personen beim Elternnotruf Hilfe gesucht. 2003 waren es noch 1763.

Nathalie Zeindler