«Aufgrund Gesamtsanierung»

24. Januar 2020 12:19; Akt: 24.01.2020 12:19 Print

Wohnungen gekündigt und auf Airbnb angeboten

Im Zürcher Kreis 7 haben die Mieter von 21 Wohnungen eine Kündigung erhalten. Besonders schlimm für einen Mieter: Einige der Wohnungen werden nun auf Airbnb angeboten.

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Im Februar 2019 wurde den Mietern zweier Liegenschaften an der Freiestrasse 12 und 14 im Zürcher Kreis 7 gekündigt. Verantwortlich für die Kündigung ist die Pensionskasse BVK. Die Begründung: «Aufgrund einer Gesamtsanierung» müssen alle Mieter der 21 Wohnungen ihre Wohnungen verlassen. Das steht in einem Schreiben, welches der NZZ vorliegt.

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Einige Mieter wollten das aber so nicht hinnehmen und zogen vor die Schlichtungsstelle. Dort erwirkten sie in einem Vergleich eine Fristerstreckung bis Ende Mai 2020. «Allerdings würde ich diesen Vergleich nicht mehr unterschreiben», sagt ein Mieter. Der Grund: Inzwischen sei klar, dass die Sanierung nicht vor Frühling 2022 starte.

Auf Airbnb ausgeschrieben

Was der Mieter aber noch schlimmer findet, ist, dass die leeren Wohnungen nun auf Airbnb ausgeschrieben werden. Auf der Plattform werden tatsächlich 15 Wohnungen der beiden Liegenschaften inseriert. So wird eine 2,5-Zimmer-Wohnung für 145 Franken pro Nacht angeboten. Eine 110 Quadratmeter grosse 4,5-Zimmer-Wohnung kostet 179 Franken pro Nacht.

Für die kurzzeitige Vermietung soll die Zwischenraum Immobilien AG in Zürich zuständig sein. Wie der Geschäftsleiter sagt, hat man die Wohnungen von der BVK gemietet und vermarktet diese nun auf der Plattform Booking.com.

Wie die BVK gegenüber der NZZ sagt, hätte man eine Sanierung ohne Zwischennutzung bevorzugt. Laut einem Sprecher wurden aber die Kündigungen angefochten, daraufhin hätten sich die Parteien vor der Schlichtungsstelle auf eine Erstreckung des Mietverhältnisses teilweise bis 2022 geeinigt. Das ist laut BVK auch der Grund, weswegen man die Sanierung verschieben musste.

(mon)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Freddy Faulig am 24.01.2020 13:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Falsche Formulierung

    Bitte in der Richtigen Reihenfolge... Die Wohnungen MUSSTEN für eine Zwischennutzung herhalten, da die Sanierung auf Grund der Einsprachen verschoben werden musste. Eine Pensionskasse hat ihren Kunden gegenüber eine grosse Verantwortung und ist verpflichtet deren Vorsorgegelder gewinnbringend anzulegen. An der Handhabung ist also NICHTS falsch. Kurz: Keine Einsprache = keine Zwischennutzung, da kein Verzug

  • Sünneli am 24.01.2020 15:00 Report Diesen Beitrag melden

    Man muss da nicht mitmachen

    Ich habe nie und werde Airbnb niemals nutzen genau aus diesen Gründen. Wir können uns keine Wohnungen mehr leisten in den Städten wenn wir diesem Wucher noch mehr Platz geben. Hört auf solche Dienste zu buchen!

  • Martina am 24.01.2020 15:10 Report Diesen Beitrag melden

    AirBnb treibt

    Mieten in die Höhe. Sollte verboten werden!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Ziegel am 24.01.2020 17:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eine normale Überbrückung bis zur Sarnierung

    Es ist nur eine vorübergehe Vermietung , da ist nichts falsch daran.Bevor die Sarnierung beginnt ist es so Sinnvoller .

  • Einsiedler am 24.01.2020 16:02 Report Diesen Beitrag melden

    Braucht endlich Regulierung

    Die Masche ist doch längst bekannt und offenbar bezahlen die mindestens dreimal so viel für eine Wohnung, (Rundschau) so kann man einheimische auch los werden. Mehr Geld ist nicht immer besser. Einchecken auschecken 24 Stunden betrieb mit Roll-koffer.

  • K.Marx am 24.01.2020 15:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wollen wir den Kommunismus?

    Das nennt man Renditeoptimierung. Da wir in einer Demokratie leben, ist das durchaus legitim und nicht verwerflich. Den Versicherten wird es sicher freuen, wenn sie wissen, dass ihr Erspartes gewinnbringend angelegt wird. Die Mieter haben ja auch auf ihr legitimes Recht gepocht und eine Erstreckung durchgesetzt. Alles Andere wäre Diktatur und Kommunismus.

  • P. Küng am 24.01.2020 15:30 Report Diesen Beitrag melden

    Ganz klar...

    Dem Vermieter gehört das Gebäude, seine Regel. Ein Problem habe ich nur falls ältere Menschen betroffen sind, dann sollte der Vermieter rücksicht nehmen. Das hat mit Anstand zu tun!

  • I. Baumann am 24.01.2020 15:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ein Zeichen

    gegen solches Geschäftsgebahren setze ich am 9. Februar an der Urne.