Entscheid des Gerichts

06. April 2017 10:58; Akt: 06.04.2017 15:39 Print

Airbnb-Anbieter muss Gewinn herausrücken

Ein Mieter bot seine Wohnung in Zürich auf der Buchungsplattform Airbnb an – ohne Wissen des Vermieters. Das hat nun gerichtliche Konsequenzen für ihn.

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Es geht um eine 4,5-Zimmer-Wohnung in der Stadt Zürich mit einem monatlichen Mietzins von fast 3000 Franken. Der Mieter hatte diese auf den 1. Oktober 2015 angemietet – aber nicht nur für sich, sondern er stellte sie über die Buchungsplattform Airbnb Drittpersonen gegen Entgelt zur Verfügung. Der Vermieter wusste davon nichts und reichte daraufhin Klage beim Mietgericht ein.

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Das Mietgericht hält in seinem am Donnerstag veröffentlichen Entscheid fest, dass bei der Weitervermietung von Wohnungen über Buchungsplattformen im Internet die Regeln über die Untervermietung von Wohnungen gelten. Die Untervermietung ist demnach grundsätzlich zulässig.

Der Mieter muss allerdings die Zustimmung des Vermieters einholen. Dieser kann die Untervermietung verweigern, wenn der Mieter sich weigert, ihm die Bedingungen des Untermietvertrags bekannt zu geben, wenn die Bedingungen missbräuchlich sind oder wenn dem Vermieter aus der Untervermietung wesentliche Nachteile entstehen.

Andere Mieter fühlten sich gestört

Im konkreten Fall gab der Mieter dem Vermieter nicht bekannt, dass er die Wohnung untervermiete – und zwar für 220 Franken pro Nacht. Im Gerichtsverfahren machte er zudem falsche Angaben zu den Untermietkonditionen. Dem Vermieter entstanden durch die Untervermietung über Airbnb auch wesentliche Nachteile, indem sich die anderen Mieter im Haus durch das Verhalten der Gäste gestört fühlten, wie es in der Mitteilung des Bezirksgerichts Zürich heisst.

Der Mieter vermietete die Wohnung ausserdem zu einem miss-
bräuchlich hohen Untermietzins. Aus diesen Gründen beurteilt das Mietgericht die Untervermietung im vorliegenden Fall als unzulässig. Da der Mieter aufgrund seines Verhaltens in der Vergangenheit keine Gewähr für ein korrektes Verhalten nach dem Gerichtsverfahren bietet, verbietet ihm das Mietgericht die künftige Untervermietung über Buchungsplattformen. Der Mieter muss dem Vermieter zudem den Gewinn aus der missbräuchlichen Untervermietung herausgeben – 1620 Franken.

«Es ist das erste Mal, dass das Mietgericht Zürich einen Fall zur Untervermietung über Buchungsplattformen im Internet zu entscheiden hatte», sagt Sabina Motta, Sprecherin des Mietgerichts. Unklar ist, wie der Vermieter von dem Airbnb-Angebot Wind bekommen hat. Im Urteil steht dazu nichts. «Das ist für uns aus juristischer Sicht unwichtig», sagt Motta.

Das Urteil ist rechtskräftig.

(20M)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Marcel am 06.04.2017 11:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gohts noh.....

    Das ist auch total korrekt. Es kann doch nicht sein, dass eine Wohnung ohne Einverständnis des Eigentümers so missbraucht wird. Sowas steht in jedem korrekten Mietvertrag. Schon überhaupt dieser Gedanke ist für mich nicht nachvollziehbar. Eigentlich sollte dieser Mensch über genügend Grundwissen und Verstand verfügen. Unbegreiflich dreist sowas.

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  • janecke,silas am 06.04.2017 11:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wohnungsschacherei

    völlig richtiger Gerichtsentscheid! geht ja garnicht andere seriöse Leute die auf Wohnungssuche sind müssen sich durch solche Praktiken zu hunderten um einzelne leere Wohnungen bewerben.

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  • Chung him. am 06.04.2017 11:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Airnb Besitzer mit falschen Namen

    Die meisten Airnb Anbieter geben einen falschen Namen an. Das ist nicht korrekt.

Die neusten Leser-Kommentare

  • And v R am 06.04.2017 21:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fette Gewinne aus Mietern herausgepressen? 

    3000 Franken für eine 4,5 Zimmerwohnung ist schon lange jenseits von gut und böse. Solche mieten machen die Schweiz kaputt und zwingen Mütter und Väter arbeiten zu gehen. Kein wunder sucht der Mieter einkommens Möglichkeiten. Wahrscheinlich soll man dankbar sein,dass man so eine günstige Wohnung im Wohnungsnotstand Zürich erhalten hat.

  • Female pothead am 06.04.2017 16:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wer weiss..

    ..hätte er beim Vermieter nachgefragt, hätte der vielleicht zugestimmt?!

  • Doni am 06.04.2017 14:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Titel irreführend

    Diese Geschichte hat nur ganz am Rande mit Airbnb zu tun.

  • Geldgier am 06.04.2017 13:21 Report Diesen Beitrag melden

    Hauptsache der Staat muss nicht

    Hauptsache die Billag bzw. der Staat muss die geklauten Gelder nicht zurückzahlen. Aber wehe wenn du mal als Privater zu spät Steuern zahlst.

  • Dom am 06.04.2017 13:21 Report Diesen Beitrag melden

    keiner

    Man muss zusätzlich noch die Steuer-Angaben überprüfen :)

    • Mimi am 06.04.2017 14:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Dom

      Und ob die Meldepflicht für Ausländer berücksichtigt wurde? Wo ist die Mehrwertsteuer gelandet? Werden die Einnahmen versteuert? Etc. Hotels sind da in der Pflicht, auch in andern Belangen und mit strikten Vorschriften konfrontiert.

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