Idee von Polizeichef

14. Oktober 2019 13:28; Akt: 14.10.2019 13:28 Print

Alkoholverbot am See stösst auf Widerstand

Zwei Menschen wurden am Samstag bei der Zürcher Seepromenade niedergestochen. Der Polizeichef wirft die Idee eines Alkoholverbots in den Raum. Das stösst auf Kritik.

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Der jüngste Vorfall passierte an diesem Wochenende: Ein 21-jähriger Mann verletzte am Utoquai einen gleichaltrigen Mann und eine 18-jährige Frau mit einem Messer. Beide Opfer mussten ins Spital. Der Täter konnte kurze Zeit später festgenommen werden.

Polizeichef Daniel Blumer stellte kürzlich in der «NZZ am Sonntag» zur Debatte, ob es in Zürich nicht alkohol- und waffenfreie Zonen geben solle. Er würde das gerne diskutieren. Blumer ist überzeugt, dass die Leute dadurch ihr Verhalten ändern würden und die Polizeiarbeit einfacher würde.

Problem würde verschoben

Nachdem bereits mehrere Parteien ihre Bedenken geäussert hatten, teilte am Montag auch der Verein Pro Nachtleben seine ablehnende Haltung mit. Ein generelles Alkohol- und Waffenverbot am Utoquai ziele in die falsche Richtung. So werde das Problem nur verschoben, aber nicht gelöst, schreibt der Verein, in dem sich Zürcher Jungparteien zusammengeschlossen haben.

Der Verein erkennt aber das Problem und schlägt deshalb vor, bereits getroffene Massnahmen beizubehalten und möglicherweise zu intensivieren: also mehr Polizeipräsenz und bessere Beleuchtung sowie ein verstärkter Einsatz der Gruppe sip züri (Sicherheit, Intervention, Prävention), also der aufsuchenden Sozialarbeit. Die sip solle helfen, die Ursache für die Gewalt zu ergründen. Nur so könne man zielgerichtete Massnahmen ableiten.

Andere Städte mit Alkoholverbot

In anderen Städten wurde ein Alkoholverbot bereits umgesetzt, so etwa in der grenznahen deutschen Stadt Singen. Sie beschloss vergangene Woche, Alkoholkonsum in der Fussgängerzone zu verbieten. Wer trotzdem trinkt, kann angezeigt werden. Die Getränke werden von der Polizei eingezogen.

In Chur gibt es seit 2008 ein nächtliches Alkoholverbot auf der Strasse. Es hat sich aber offenbar nicht bewährt. Im Sommer schlug der Stadtrat die Aufhebung vor, weil sich die Lage entspannt habe und die Durchsetzung schwierig gewesen sei.

(sda)