«El Cubanito»

16. Dezember 2008 18:13; Akt: 16.12.2008 18:28 Print

Angestellte mit schwarzer Magie bedroht

von Attila Szenogrady - Ein Geschäftsführer des ehemaligen Zürcher In-Lokals «Cubanito» hat eine Untergebene angeblich massiv bedroht. Unter anderem schüchterte er sie mit möglicher Anwendung von schwarzer Magie ein.

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Hinter den Kulissen der Zürcher Party-Szene herrschen oft raue Sitten. Dies zeigte auch ein Prozess gegen einen früheren Geschäftsführer des Zürcher In-Lokals «Cubanito» (heute Alte Börse). Der heute 39-jährige Schweizer aus Opfikon musste sich am Dienstag wegen mehrfacher Drohung sowie Tätlichkeiten vor dem Bezirksgericht Zürich verantworten. Bei einem Schuldspruch drohten ihm eine bedingte Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu 30 Franken sowie 800 Franken Busse.

Korb statt Sex

Gemäss Staatsanwaltschaft hatte der ursprünglich aus Westafrika stammende Angeklagte in seiner Funktion als Geschäftsführer eine 29-jährige Barchefin des Cubanitos massiv drangsaliert. Dies nachdem der Chef seine Angestellte mit einer sexuellen Beziehung „beglücken“ wollte und prompt einen Korb erhielt. Worauf der zurückgewiesene Verehrer ab Sommer 2007 laut Anklage sehr unwirsch reagierte.

Laut Anklage bedroht und geschlagen

Die Anklageschrift schilderte, wie der Geschäftsführer die Barchefin wiederholt bedrohte. So indem er der zweifachen Mutter ankündigte, dass er in Afrika auf der Strasse aufgewachsen sei und es ihm nichts bedeute, auch ein Kind umzubringen. Zudem erklärte er, dass er sie erwürgen werde oder schwarze Magie einsetzen würde. Im August 2007 soll der Angeklagte der Geschädigten im Cubanito ins Gesicht geschlagen und eine derart starke Ohrfeige verpasst haben, dass sie nur noch „Sternchen“ sah.

Verteidigung für Freispruch

Vor Gericht wies der verzeigte Angeklagte die Vorwürfe zurück. Er bezeichnete die Belastungen der Geschädigten als erfundene Racheaktion für eine vorher erfolgte Kündigung. Auch der Verteidiger verlangte einen vollen Freispruch und zeigte sich überzeugt, dass die eingeklagten Vorfälle gar nicht stattgefunden hatten. So gebe es weder Zeugen noch objektive Beweise dafür, argumentierte er.

Im Zweifel für den Angeklagten

Die Geschädigte hatte dagegen einen grossen Fehler begangen, da sie trotz gegenteiliger Ankündigung nicht persönlich vor Gericht erschienen war. So kamen ihre Argumente nur aus den Akten zum Zuge. Zum ihrem Nachteil, da das Gericht nach dem Grundsatz im Zweifel für den Angeklagten den Ex-Geschäftsführer umfassend freisprach und mit 4000 Franken entschädigte. Für das Gericht reichten die teils widersprüchlichen Aussagen der Geschädigten während der Untersuchung für einen Schuldspruch nicht aus. Trotz des Freispruchs sieht der Angeklagte nicht gerade einer rosigen Zukunft entgegen. Seit der Schliessung des Cubanitos im letzten Frühjahr ist er arbeitslos und hofft jetzt auf ein Geschäft mit der Installierung von Solarzellen in Nigeria. Allerdings prozessiert er noch gegen einen früheren Geschäftspartner des Cubanito. Es geht dabei um mehrere 100 000 Franken.