Versuchter Mord

03. August 2010 14:55; Akt: 03.08.2010 16:15 Print

Anklage gegen Höngger Bombenleger

Wegen eines Sprengstoffanschlags im Dezember 2006 in Zürich-Höngg müssen sich zwei Personen vor dem Bundesstrafgericht in Bellinzona TI verantworten.

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Die Bundesanwaltschaft (BA) klagt zwei Staatsbürger von Bosnien-Herzegowina des versuchten Mordes an, wie BA-Sprecherin Jeannette Balmer der am Dienstag sagte. Mehr Details gab sie nicht bekannt. Die BA, die bei Sprengstoffdelikten beigezogen wird, hat die Strafuntersuchung abgeschlossen. Am 30. Juli habe sie die Anklageschrift beim Bundesstrafgericht eingereicht. Wann die beiden vor Gericht erscheinen müssen, ist noch offen.

Wenn möglich im Herbst

Wie Patrick Guidon, stellvertretender Generalsekretär des Bundesstrafgerichts, auf Anfrage sagte, soll die Verhandlung wenn möglich im Oktober oder November stattfinden. Der Termin hänge von den Verfügbarkeiten des Gerichts und der Parteienvertreter ab. Das Gericht werde in Fünfer-Besetzung auf deutsch verhandeln.

Auch für das Bundesstrafgericht ist der Fall kein Alltagsgeschäft. Sprengstoffdelikte wurden laut Guidon bisher selten angeklagt. Das letzte Urteil datiere vom 21. Juni 2007. Bis anhin seien keine Personen an Leib und Leben geschädigt worden.

Bombe unter dem Auto

Laut Balmer handelt es sich bei den beiden Angeklagten nicht um die gleichen Personen, die kurz nach Entdeckung der Bombe vorübergehend festgenommen worden waren.

Am 17. Dezember 2006, einem Sonntag, war im Zürcher Wohnquartier Höngg unter einem parkierten Auto ein Sprengsatz gefunden worden: 429 Gramm Sprengstoff und als Fernzünder ein Mobiltelefon.

Die Ermittlungen der Bundesanwaltschaft ergaben, dass der geplante Anschlag «einer in Zürich lebenden Person» galt. Wäre der Sprengsatz explodiert, wäre er laut BA für Personen im Fahrzeug oder in dessen naher Umgebung tödlich gewesen oder hätte zumindest schwere Verletzungen verursacht.

Der Autobesitzer hatte die Polizei alarmiert. 150 Personen wurden evakuiert, wie die Kantonspolizei seinerzeit mitteilte. Der Sprengsatz konnte unschädlich gemacht werden.

(sda)