Uster

13. November 2018 20:35; Akt: 14.11.2018 11:06 Print

Polizei mit Grossaufgebot bei Anti-Blocher-Demo

Etwa 150 Anti-Blocher-Demonstranten versuchten am Dienstagabend, den Stadthofsaal in Uster zu stürmen. Dort hielt der ehemalige SVP-Bundesrat eine Rede zum Landesstreik.

Etwa 300 Menschen demonstrierten am Dienstag in Uster gegen Christoph Blocher. (Video:20min/Leser-Reporter)
Zum Thema
Fehler gesehen?

Unter dem Motto «Blocher hau ab!» versammelten sich um 19 Uhr bis zu 150 Demonstranten am Bahnhof Uster. Ebenfalls vor Ort war ein Grossaufgebot der Polizei. «Wir kämpfen gegen das, was Blocher und die SVP verkörpern», so eine Demonstrantin. Der Landesstreik werde von ihm genutzt, um gegen soziale Bewegungen zu hetzen, hiess es in Reden.

Die Organisatoren der Demonstration meldeten 500 Teilnehmer an den Protesten. Die Aktivisten zündeten Böller und zogen vor den Stadthofsaal. Dort angekommen versuchten sie vergeblich, zum Saal zu gelangen und wurden von der Polizei gestoppt. Auch weitere Versuche, in die Nähe der Blocher-Veranstaltung zu gelangen, wurden von der Polizei mit Strassensperren unterbunden. Neben der Stadtpolizei Uster war auch die Kantonspolizei Zürich mit einem Grossaufgebot im Einsatz.

Katz- und Maus-Spiel mit der Polizei

Den ganzen Abend lieferten sich Demonstranten und Polizei ein Katz- und Maus-Spiel in der Ustermer Innenstadt. Mehrfach wurden Pyros gezündet. Meldungen über Verletzte und grössere Sachbeschädigungen lagen zunächst nicht vor. Es gab jedoch zahlreiche Sprayereien. Die Demonstranten griffen zudem eine Pressefotografin an und schmissen ihre Kamera auf den Boden. Kurz vor 21 Uhr löste sich die Demonstration wieder auf.

«Blocher, hau ab!»-Demo in Uster

Diskussionen bereits im Vorfeld

Christoph Blocher sprach am Dienstagabend im Ustermer Stadthofsaal zum 100-jährigen Jubiläum des Landesstreiks, der vom 12. bis 14. November 1918 dauerte. Der ehemalige SVP-Bundesrat hielt einen Vortrag mit dem Motto «Ein Dank der Bevölkerung und den Soldaten».

Der Auftritt sorgte bereits im Vorfeld für Diskussionen: Dass Blocher nicht den Arbeitern danke, sondern den Soldaten und repressiven Behörden, sei «eine Provokation», schreibt der «Tages-Anzeiger». Die über 250'000 Streikenden mit linken Forderungen seien vom Militär mit Gewalt unterdrückt worden, begründeten die Demonstranten ihren Aufmarsch. Blochers Umgang mit Geschichte bezeichneten sie als «Klassenkampf von oben».

Für die Gegendemonstration unter dem Titel «Blocher, hau ab! Uster bleibt solidarisch» hatten linke Kreise geworben. Wie «Züriost» berichtet, bezeichnet sich die Gruppe als «Zusammenschluss von Arbeitern, der sich gegen rechte und arbeiterfeindliche Tendenzen wehrt».


Der Demonstrationszug beim Bahnhof. (Video: 20min)

(ehs/rab/sda)