Zürich-Wollishofen

26. April 2016 12:11; Akt: 26.04.2016 12:11 Print

Anwohner decken Rote Fabrik mit Klagen ein

Anwohner gehen seit Jahren gegen die Rote Fabrik und das Ziegel oh Lac mit Lärmklagen vor: Ihr letzter Triumph dürfte viele Besucher wenig erfreuen.

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«Es scheint, als handelten sie aus reinem Eigeninteresse. Sie behindern die Rote Fabrik, wo es nur geht», sagt Katharina Prelicz-Huber, grüne Gemeinderätin und Vorstandsmitglied der IG Rote Fabrik, über die Kläger. Diese prozessieren seit Jahren gegen die Rote Fabrik und dessen Restaurant Ziegel oh Lac. (Bild: Keystone/Christian Beutler)

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Die Rote Fabrik mit dem zugehörigen Restaurant Ziegel oh Lac am Zürichsee in Wollishofen ist besonders im Sommer ein beliebtes Ziel. Doch die Idylle wird zunehmend getrübt. Seit Jahren herrscht ein erbitterter Rechtsstreit zwischen den Betreibern der Roten Fabrik – der Stadt – und Anwohnern. Die Kläger bewohnen vier Villen in der Nachbarschaft. Einer von ihnen ist selbst Anwalt und führt die Prozesse, so der «Tages-Anzeiger».

Zurzeit läuft ein Rekurs betreffend die Renovation von Räumen, die vor fünf Jahren durch ein Feuer zerstört wurden. Laut Kläger würde die geplante neue Fassade das kantonal geschützte Industriedenkmal zu stark verändern, so der Einwand. Bis eine endgültige Entscheidung getroffen wird und somit allenfalls die Baubewilligung erfolgt, könnten laut «Tages-Anzeiger» noch Jahre vergehen.

«Sie behindern die Rote Fabrik, wo es nur geht»

Jüngst hatten die Kläger jedoch einen Triumph zu verzeichnen: Die Gartenwirtschaft des Ziegel oh Lac hatte in den letzten Jahren Platz für 166 Personen. Jahrelang habe das Restaurant viel zu viele Festbänke aufgestellt, so der Anwalt, der die Kläger vertritt: «Fast 240 Leute hatten Platz, ich habe gezählt, dreimal mehr als erlaubt.» Nun steht fest: Die Sitzplatzbelegung im Aussenbereich muss von 166 Plätzen um 70 Plätze verringert werden. Der Belegungsplan von 1984 sieht maximal 96 Aussensitzplätze vor.

Über die Jahre hinweg wurde jedoch die Bestuhlung der Gartenwirtschaft gewechselt, sodass Festbänke statt normale Tische aufgestellt wurden. Das bedeutete bisher: mehr Platz für Gäste, ohne sich jedoch räumlich vergrössern zu müssen. Das wurde dem Ziegel oh Lac zum Verhängnis. Laut «Tages-Anzeiger» wurde dem Restaurant vergangenen Herbst eine Busse wegen Überwirtung auferlegt.

Ein «verhältnismässiger Betrieb» am See – wie vor 20 Jahren

Doch nicht nur Renovationsarbeiten und die Sitzplatzbelegung in der Gartenwirtschaft des Ziegel oh Lac liessen die Anwohner prozessieren: Auch zwei Sonnenschirme wurden vor Jahren zum Stein des Anstosses. Grund: Die Schirme würden den Seeuferweg versperren, somit mehr Besucher anlocken, wodurch sich wiederum eine höhere Lärmbelastung entwickeln würde. Das Gericht lehnte diese Klage jedoch ab.

Katharina Prelicz-Huber, grüne Gemeinderätin und Vorstandsmitglied der IG Rote Fabrik, sagt: «Es scheint, als handelten sie aus reinem Eigeninteresse. Sie behindern die Rote Fabrik, wo es nur geht.» Sie vermutet, dass es den Nachbarn um mehr gehe: «Am See lassen sich Luxuswohnungen gut verkaufen, je ruhiger, desto teurer.» Der Anwalt der Klägerschaft hält dagegen: Verhinderer seien sie nicht und auch mit einem «verhältnismässigen Betrieb» am See – so wie vor 20 Jahren – hätten sie kein Problem – nur eben keine «Übernutzung».

(rad)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Zürcher am 26.04.2016 12:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rote fabrik funktioniert gut

    Hättet ihr lieber Zustände wie in der Reitschule? Die Rote Fabrik ist kulturell und familienfreundlich. Lasst sie bitte in Ruhe. Die machen einen guten Job!

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  • Nala am 26.04.2016 12:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schade

    Haben die reichen Anwölte nichts besseres zu tun als Restaurantgäste zu zählen? traurig... Ich drück der roten Fabrik den Daumen.

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  • Realizer am 26.04.2016 12:33 Report Diesen Beitrag melden

    Genau...

    Genau. Nach eigenen Angaben aus total uneigennützigen Gründen ziehen die Anwohner sich immer wieder einen Grund aus den Finger die Rota Fabrik vor's Gericht zu ziehen. So uneigennützig ist das Ganze wohl nicht, denn mal ehrlich. Der mensch hat in seiner Freizeit wichtigeres zu Tun als im Gerichtsaal zu sitzen. Schade um das Kulturlokal. Es gibt leider überall Spielverderber. Vorallem die mit dem dicken Porteomaine denken mann kann sich alles erkaufen wenns einem nicht passt...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Ueli am 27.04.2016 14:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Seeanstösse öffentlich.

    Alle Villen um den See abreissen und die Zone wie vom Gesetz vorgesehen allen zugänglich machen. Früher waren es wenige die kleine frei zugängliche Seeanstösse genutzt haben.Heute ist die Bevölkerung gewachsen und die Villen stehen dem Bürger im Weg.Der Kläger soll enteignet werden und die öffentliche Naherholungszone erweitert werden.Wenn das nicht bald gemacht wird,kommt es zu Konflikten Reiche mit normalen Bürgern. 1:1000000 seht im Verhältnis. Also Demokratie ist gefragt!

  • Hebi58 am 27.04.2016 10:20 Report Diesen Beitrag melden

    Wo ist die Toleranz geblieben

    wegen Eigeninteresse und Neid gehen solche Kulturorte verloren. Wo bleibt die Offenheit, wo ist die Toleranz geblieben, viele denken nur an sich selbst und gönnen anderen nicht das geringste. Man sucht immer nur das Negative man ist nicht mehr bereit, andere lebensweise zu akzeptieren.

  • Züzi am 27.04.2016 05:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zum Abbruch frei

    Dieses Gebäude sollte man abreissen wie die Reitschule in Bern auch. Es ist die Hochburg der Kiffer, GraffitiSprayern, etc.

  • Klaus Kauz am 26.04.2016 22:07 Report Diesen Beitrag melden

    Wirtschaftfeindliche Villenbesitzer

    Offenbar sind die Hauseigentümer gar nicht so wirtschaftsfreundlich wie sie sich immer geben. Jedenfalls vor der eigenen Tür wollen sie lieber noch mehr Vorschriften und Verbote. Wo bleibt die freiheitliche Einstellung? Es geht immerhin um Arbeitsplätze!

  • GDD am 26.04.2016 21:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lasst Zürich leben

    Lasst Zürich leben! Solche Einwohner ersticken meiner Meinung nach diese Stadt. Anstatt vor Gericht zu zerren, lieber eine Mediation einrichten.