Viren-Überträgerin

16. Juli 2019 17:02; Akt: 16.07.2019 18:34 Print

Asiatische Tigermücke erobert jetzt Zürich

Die Asiatische Tigermücke hat sich in Zürich eingenistet. Das müssen Sie über die Insekten wissen.

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Die Asiatische Tigermücke fällt durch ihre schwarz-weisse Musterung auf und ist nicht grösser als ein 5-Räppler. Sie gilt als aggressiv und als potenzieller Krankheitsüberträger. Hier sieht man die schweizweit wichtigsten Fundorte der Asiatischen Tigermücke. Sie werden meist mit Lastwagen oder Reisefernbussen eingeschleppt. Da die Mücke die Eier an kleine Wasseransammlungen legt, sollten Kannen, Behälter und Topfschalen umgekippt werden, damit sich kein Wasser ansammelt. Lange Ärmel und Hosen, sowie Anti Brumm helfen gegen die Mückenstiche. Auch die Behörden der beiden Basel warnen vor der aus Asien eingeschleppten Mücke. Das Merkblatt zeigt, wo sich die Biester rund um Haus und Garten gern einnisten. Die Mücken vermehren sich in stehendem Wasser. Solche Fallen für Eier der Tigermücke sind in Regionen der Schweiz aufgestellt und werden regelmässig kontrolliert. Die zweite Art von Fallen lockt ausgewachsene Mücken mithilfe spezieller Duftstoffe und CO2 an. Die Tiere werden gefangen und anschliessend untersucht. Die folgenden Abbildungen zeigen, wie sich die eingeschleppte Mücke seit 2005 in Europa ausgebreitet hat. Bereits fünf Jahre später war eine Zunahme zu verzeichnen. Im Zuge des Klimawandels wird vorausgesagt, dass weitere Gebiete ein Überleben der asiatischen Tigermücken potentiell ermöglichen. Eine regelmässige Überwachung der Asiatischen Tigermücke in West- und Zentraleuropa wird laut Swiss TPH in Basel immer wichtiger. Die Asiatische Tigermücke könnte Krankheiten wie das Dengue-Fieber oder das Chikungunya-Fieber übertragen. Laut Dr. Gabi Müller sind bis jetzt aber in der Schweiz noch keine Fälle bekannt.

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In Zürich-Wollishofen wurde die Asiatische Tigermücke entdeckt. Das schreibt die Stadt Zürich am Dienstag in einer Mitteilung. Laut Gabi Müller, Leiterin Schädlingsprävention und -beratung des Umwelt- und Gesundheitsschutzes Zürich, ist seit Anfang Juli bekannt, dass die Asiatische Tigermücke dort anzutreffen ist.

«Schon im September 2018 wurden sie in Wollishofen entdeckt. Obwohl man sie bekämpft hat, hat sie überlebt und den Winter überstanden», so Müller. Die Larven seien im Frühling aus den überwinternden Eiern geschlüpft. Bereits im September 2016 wurden Tigermückeneier beim Carparkplatz beim Zürcher HB gefunden. In anderen Teilen der Stadt Zürich wurde die Asiatische Tigermücke bis jetzt noch nicht gesichtet.

So kommt die Asiatische Tigermücke in die Schweiz

Die Mücke selbst fliegt nicht weit und nur, wenn sie unbedingt muss, zum Beispiel um einen günstigen Brutplatz zu finden. Sie legt selten mehr als 100 Meter an einem Tag zurück. Laut Gabi Müller geht man davon aus, dass die Tigermücke beim Carparkplatz immer wieder neu von Reisefernbussen eingeschleppt werden. Auch in Wollishofen wurde sie vermutlich 2018 von einem Auto eingeschleppt und hat nun überwintert.

So erkennt man die Asiatische Tigermücke

Man erkennt die Mücke vor allem daran, dass sie am hinteren Kopf einen schwarzen Strich aufweist und an den Hinterbeinen fünf weisse Ringe hat. Sie ist zudem nicht grösser als ein 5-Räppler, was sie von der grösseren asiatischen Buschmücke unterscheidet.

Der Umwelt- und Gesundheitsschutz Zürich appelliert an die Einwohner der Stadt Zürich nach einer schwarz-weissen Mücke Ausschau zu halten. Man könne ein Foto von ihr machen und dieses einschicken oder über die App «Züri wie neu» hochladen. Andernfalls kann laut Müller die Mücke direkt in einer mit Watte gepolsterten Schachtel einschicken.

Das sind die Gefahren und so kann man sich schützen

Asiatische Tigermücken sind potenzielle Überträgerinnen von tropischen Viruserkrankungen wie Dengue- und Chikungunyafieber. Laut Müller besteht aber kein Anlass zur Sorge in Zürich. In erster Linie ist die Mücke sehr lästig für die Bevölkerung, da sie auch am Tag sticht. Eine Anwohnerin konnte zum Beispiel nicht mehr in Ruhe in ihrem Garten sitzen.

Wird man gestochen, sind die Reaktionen darauf stärker als bei anderen Mückenarten. Am Stich könne man aber nicht erkennen, ob es sich um eine Asiatische Tigermücke handelt. «Jede Person reagiert darauf anders.»

Leute können sich vor Stichen schützen, indem sie lange Ärmel und lange Hosen anziehen. Auch Anti-Brumm sei ein Schutz gegen die Mückenstiche.

Das macht die Stadt Zürich gegen die Mücken

Die Gebiete werden seit Bekanntwerden der Tigermücke systematisch beobachtet und gefundene Tigermücken, deren Larven und Eier mit dem Schädlingsbekämpfer Bti (Bacillus thuringiensis israelensis) vernichtet. Die Anwohner und Hauseigentümerschaften wurden schriftlich informiert und zu einer Informationsveranstaltung am 20. August eingeladen.

Laut Müller verteilt man auch den Anwohnern den Wirkstoff Bti auf Wunsch, damit sie gegen die Asiatische Tigermücke in ihrem eigenen Garten vorgehen können. Da die Mücke die Eier an kleine Wasseransammlungen legt, sollten Kannen, Behälter und Topfschalen umgekippt werden, damit sich kein Wasser ansammelt.

(maz)