Drohende Gefängnisstrafe

26. Dezember 2011 23:05; Akt: 26.12.2011 21:32 Print

Asylbewerber soll zurück in die Türkei

von Deborah Sutter - Der Bund hat den Asylantrag des Kurden Hasan Yücel (58) abgewiesen – obwohl ihm im Heimatland erneut Gefängnis droht. Mit seiner Kirchgemeinde kämpft er nun gegen den Entscheid.

storybild

Hasan Yücel war in der Türkei politisch aktiv – gegen den Willen der dortigen Regierung. (Bild: Nicolas Y. Aebi)

Zum Thema
Fehler gesehen?

In seiner Heimat, der Türkei, wurde Hasan Yücel aus politischen Gründen verfolgt: Der 58-jährige Kurde hat eine politische Organisation gegründet, die illegal ist. 13 Jahre lang sass er dafür im Gefängnis: «Ich habe aus dieser Zeit Narben am ganzen Körper, von denen auf meiner Seele ganz zu schweigen – ich bin am Ende», sagt Yücel. Seit vier Jahren ist er in der Schweiz und kämpft für die Annahme seines Asylantrags. «In Bern hat man den Antrag abgelehnt, weil man ihm nicht glaubte», sagt Yücels Anwalt Peter Frei. Dem Bundesamt für Migration hätten Beweise gefehlt, dass hinter dem erlittenen Leid der türkische Staat stecke: «Die Beziehungen zu den linken Kurden in der Schweiz und die lange Zeit im Gefängnis wegen seines politischen Engagements sind aber eindeutige Beweise», so Frei. Eine Beschwerde am Bundesverwaltungsgericht ist hängig.

Im Kampf mit den Behörden wird der kurdische Christ auch von seiner Zürcher Freikirche Vineyard unterstützt: «Seine Geschichte hat mein Herz berührt, weil er einfach nicht zu seinem Recht kommt», sagt Kurt Beutler, mitverantwortlich für die Ausländerarbeit. Wenn Yücel zurück müsse, drohe ihm Gefängnis – oder Schlimmeres: Seine Tochter sei etwa entführt und missbraucht worden. Beutler fordert: «Wenn Bern schon nicht politisches Asyl bewilligt, dann wenigstens die Auf­nahme aus humanitären Gründen.»

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • B. Kerzenmacher am 28.12.2011 23:58 Report Diesen Beitrag melden

    Angst?

    Wurden alle kriminellen Migranten bereits ausgeschafft dass man sich nun auf solche Menschen stürzen kann. Oder ist es so, das man vor den Kriminellen Respekt hat und sich daher lieber Harmlose vorknöpft von denen man keine harte Gegenwehr zu erwarten hat.

  • Steuerzahler am 27.12.2011 19:22 Report Diesen Beitrag melden

    Gesetze umsetzen ohne wenn und aber

    Wenn gemäss Gesetz eine Person ausgeschafft werden muss, muss man das respektieren

    einklappen einklappen
  • Bruno Hochuli am 27.12.2011 12:32 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Hin und Her, was soll das

    Immer wird gejammert, der Bund unternehme nichts gegen Asylanten, wenn aber ein Entscheid gefallen ist, sind wieder andere nicht einverstanden. Was wollen wir eigentlich?

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • B. Kerzenmacher am 28.12.2011 23:58 Report Diesen Beitrag melden

    Angst?

    Wurden alle kriminellen Migranten bereits ausgeschafft dass man sich nun auf solche Menschen stürzen kann. Oder ist es so, das man vor den Kriminellen Respekt hat und sich daher lieber Harmlose vorknöpft von denen man keine harte Gegenwehr zu erwarten hat.

  • Steuerzahler am 27.12.2011 19:22 Report Diesen Beitrag melden

    Gesetze umsetzen ohne wenn und aber

    Wenn gemäss Gesetz eine Person ausgeschafft werden muss, muss man das respektieren

    • Bruno Frei am 28.12.2011 15:49 Report Diesen Beitrag melden

      Verteidigung der Menschenrechte

      Alle Kommentare gegen den Kern der Menschenrechte. Es tut mir leid, wie ein Mensch. Diese Person ist ein Opfer der Justiz deutlich zu erkennen. Diese Person hat vor dem Gesetz verletzt worden.

    • Gero am 29.12.2011 09:30 Report Diesen Beitrag melden

      Seit wann ist

      es ein Menschenrecht, sich irgendwo hinzusetzen und zu behaupten man sei Asylant?

    einklappen einklappen
  • asgart1 am 27.12.2011 18:50 Report Diesen Beitrag melden

    was????

    für einen Entscheid 4 jahre zu brauchen ist definitiv zu lange.und genau so wird es noch tausender anderen Asylanträgen gehen . Kein Wunder sind die Plätze knapp.Wann wird das mal etwas Produktiver gehandhabt.In einer 2 Wochenfrist muss so ein Entscheid gefällt sein.

    • Susi am 29.12.2011 12:46 Report Diesen Beitrag melden

      Nicht der Entscheid

      braucht 4 Jahre, sondern, dass man bis zur Bewustlosigkeit Einsprache erheben kann und das nutzen linke Befürworter reichlich aus um diese Leute so lange wie möglich hier zu behalten. Und dann kommen sie mit dem Argument, sie seien integriert.

    einklappen einklappen
  • nurmalso am 27.12.2011 16:38 Report Diesen Beitrag melden

    Schieflage

    Während lupenreine Wirtschaftsflüchtlinge trotz fortgesetzter krimmineller Aktivität "geduldet" werden, wird ein nachweislicher politisch Verfolgter direkt zu seinen Peinigern zurückgeschickt. Liegt wohl daran, dass die Anerkennung seines Asylgesuches rein faktisch auch die Anerkennung der Tatsache, dass die Türkei kein Rechtsstaat ist, bedeuten würde.

    • Moritz Brunner am 27.12.2011 18:49 Report Diesen Beitrag melden

      Immer das gleiche

      Es sind immer alle verfolgte.Immer die gleichen sprüche.Was ist wenn sie die verfolger sind????

    • Gecko am 28.12.2011 07:24 Report Diesen Beitrag melden

      Nur weil er behauptet

      politisch Aktiv gewesen zu sein, muss das noch lange nicht stimmen. Ich mach jede Wette, er kann keine Fragen zum politischen System in der Türkei beantworten. Ich mach diese Erfahrung immer wieder wenn ich solche "Asylanten" befrage.

    • Köbi in E. am 28.12.2011 07:42 Report Diesen Beitrag melden

      That's BR Sommaruga

      Frau BR Sommaruga eine Danksagung schicken!

    einklappen einklappen
  • Bruno Hochuli am 27.12.2011 12:32 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Hin und Her, was soll das

    Immer wird gejammert, der Bund unternehme nichts gegen Asylanten, wenn aber ein Entscheid gefallen ist, sind wieder andere nicht einverstanden. Was wollen wir eigentlich?

    • Steve Meyer am 28.12.2011 00:25 Report Diesen Beitrag melden

      Asyl ?

      Wenn ich in der Schweiz gegen die Regierung vorgehe und somit gesucht werde, würde mir wohl kein anderes Land Asyl gewähren, ausser natürlich ein Land wie die Schweiz.

    • Zed Neutralius am 29.12.2011 09:17 Report Diesen Beitrag melden

      Auflösung der Neutralität

      Leider nimmt die Ausländerfeindlichkeit in der Schweiz immer mehr zu, deutlich an solchen Kommentaren zu erkennen. Rosinenpicker/Nutznieser von Europa! Die schweizer Neutralität ist längst Geschichte. Schw. BundesPolizei Arbeitet sehr eng mit der türkischen Behörden zusammen und geben so manche Info über die Kurden in der Schweiz weiter. Die Folgen; Verhaftungen auf schw. Boden und leise Ausschaffungen in die Türkei. Davon wird nie berichtet. Ein Beispiel unter so vielen...

    einklappen einklappen