Sprayer gejagt

07. März 2011 22:00; Akt: 07.03.2011 23:51 Print

Auf Herrentoilette in der Uni Zürich wurde gefilmt

von Regina Ryser - Auf einer Toilette der Universität Zürich hatten Mitarbeiter der Uni eine Kamera installiert. Damit sollte einem Sprayer das Handwerk gelegt werden.

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An der Uni Irchel wurde in einer Toilette eine Kamera installiert. (aebi)

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Mit versprayten Wänden und WCs hat die Universität Zürich am Standort Irchel seit über einem Jahr zu kämpfen – der Sachschaden beläuft sich auf rund 50 000 Franken. «Besonders mit Tags verschmiert war eine Herrentoilette», erklärt Beat Müller, Sprecher der Universität Zürich. Um den Sprayer zu erwischen, wurde im Januar 2010 eine Überwachungskamera im betroffenen WC installiert. «Sie war auf die Türe gerichtet und hat nur gefilmt, wenn jemand hineinkam oder hinausging», betont Müller.

Trotzdem sorgte die Kamera für Unmut: Ein Student ärgerte sich gar so sehr über die Überwachung, dass er das Gerät herunterriss und den Vorfall meldete. Daraufhin wurde sie im Februar entfernt. «Diese Angelegenheit ist bedauerlich und inakzeptabel», sagt Müller zur Installation der Kamera. Es würden personalrechtliche Schritte eingeleitet.

Trotzdem erfüllte die Aktion laut Müller ihren Zweck: «Wir konnten Bilder vom mutmasslichen Täter der Polizei übergeben.» Stapo-Medienchef Marco Cortesi bestätigt dies: «Wir prüfen nun, ob wir die Bilder in der Strafverfolgung verwenden dürfen oder ob sie illegal entstanden sind.» Der Leitfaden des Zürcher Datenschutzbeauftragten besagt, dass Videoüberwachung nicht dazu eingesetzt werden darf, um Straftaten zu ermitteln – ausser von der Polizei. Allerdings darf die Uni Videoüberwachung einsetzen, um Vandalismus zu verhindern.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • 00 am 08.03.2011 16:36 Report Diesen Beitrag melden

    So lange es an unseren Universitäten

    Menschen gibt, die sich mit Filzstiften ihrer geistigen Fäkalien auf Toiletten entledigen müssen, finde ich Kameras akzeptabel. Schliesslich erwarten wir von zivilisierten Menschen, dass Toiletten sauber verlassen werden, auch mit sauberen Toilettenwänden. Die Kosten für Vandalismus sollen die Verursacher tragen.

  • Jusristenrei am 09.03.2011 21:53 Report Diesen Beitrag melden

    das muss ein Formfehler sein

    Wenn ich das richtig verstehe, dann ist das Täterschutz in Hochblüte. Die Täter sollen vor Schadenbehebungskosten bewahrt werden, damit die Dummen alles bezahlen können. Für das Vertuschen wird bald mehr Energie verwendet als für das Aufdecken von Straftaten. Und wenn doch eine aufgedeckt wurde, dann hauptsächlich den bestrafen, der die Straftat aufgedeckt hat. Das ist meine ganz persönliche Meinung.

  • Otto am 09.03.2011 21:10 Report Diesen Beitrag melden

    eine Runde aussetzen und ein Feld zurück

    Der Leitfaden des Zürcher Datenschutzbeauftragten ist doch nichts wert. Daran hält sich doch niemand. Das wird ja gar nicht kontrolliert. Wenn das Video den Täter eindeutig und gut erkennbar zeigt, dann ist der Beweis für normale Leute erbracht. Man kann zwar noch werweissen darüber, ob es wohl illegal war, den Täter dort gesehen zu haben, aber dass er dort war ist wohl klar. Das ist meine ganz persönliche Meinung.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Jusristenrei am 09.03.2011 21:53 Report Diesen Beitrag melden

    das muss ein Formfehler sein

    Wenn ich das richtig verstehe, dann ist das Täterschutz in Hochblüte. Die Täter sollen vor Schadenbehebungskosten bewahrt werden, damit die Dummen alles bezahlen können. Für das Vertuschen wird bald mehr Energie verwendet als für das Aufdecken von Straftaten. Und wenn doch eine aufgedeckt wurde, dann hauptsächlich den bestrafen, der die Straftat aufgedeckt hat. Das ist meine ganz persönliche Meinung.

  • Anna am 09.03.2011 21:34 Report Diesen Beitrag melden

    Kameras immer billiger u leistungsfähiger

    An der Uni sollte das Niveau auch in der Herrentoilette stimmen. Damit niemand schummeln kann muss das Licht immer an sein oder es wird mit Infrarot (950nm) beleuchtet, sonst sehen die Überwachungskameras nichts. Die kleinen Dinger sind recht lichtschwach ;-))

  • Otto am 09.03.2011 21:10 Report Diesen Beitrag melden

    eine Runde aussetzen und ein Feld zurück

    Der Leitfaden des Zürcher Datenschutzbeauftragten ist doch nichts wert. Daran hält sich doch niemand. Das wird ja gar nicht kontrolliert. Wenn das Video den Täter eindeutig und gut erkennbar zeigt, dann ist der Beweis für normale Leute erbracht. Man kann zwar noch werweissen darüber, ob es wohl illegal war, den Täter dort gesehen zu haben, aber dass er dort war ist wohl klar. Das ist meine ganz persönliche Meinung.

  • gefilmter Student am 08.03.2011 18:08 Report Diesen Beitrag melden

    Kamera war an der Decke oberhalb beider WC-Kabinen

    "Allerdings darf die Uni Videoüberwachung einsetzen, um Vandalismus zu verhindern." Da die Kamera sehr unaffällig ein Jahr an der Decke oberhalb beider WC-Kabinen platziert war, und dazu diente in Eigenregie zu ermitteln, gilt das hoffentlich nicht für diesen Fall! Heiligt der Zweck illegale Mittel? Als Betroffener empfinde ich nun einen grundsätzlichen Vertauensverlust. Was passiert gerade sonst noch, von dem die Universität nichts weiss? Ich wünsche mir, das ein seriöses Verfahren eingeleitet wird, das allfällige Versäumnisse auch seitens der Vorgesetzten und mitwissenden Mitarbeitern prüft.

  • 00 am 08.03.2011 16:36 Report Diesen Beitrag melden

    So lange es an unseren Universitäten

    Menschen gibt, die sich mit Filzstiften ihrer geistigen Fäkalien auf Toiletten entledigen müssen, finde ich Kameras akzeptabel. Schliesslich erwarten wir von zivilisierten Menschen, dass Toiletten sauber verlassen werden, auch mit sauberen Toilettenwänden. Die Kosten für Vandalismus sollen die Verursacher tragen.