Mitten in Zürich

04. Dezember 2013 19:00; Akt: 04.12.2013 19:00 Print

Auf Weihnachtsmarkt Jesus beleidigt

Ein unbekannter, bärtiger Prediger hat auf dem Weihnachtsmarkt im Zürcher Niederdorf gegen Jesus und die Festtage gewettert. Passanten riefen sogar die Polizei.

storybild

Auf dem Hirschenplatz tauchte der unbekannte Prediger plötzlich auf. (Bild: 20 Minuten/wed)

Zum Thema
Fehler gesehen?

«Jesus ist ein Nichts», «Weihnachten ist ein trostloses Fest» und «der einzige Sohn Gottes ist Allah» schrie ein unbekannter Prediger mit dem Koran in der Hand am frühen Dienstagabend über den Weihnachtsmarkt im Dörfli. Standbetreiber berichten von Kunden, die sich darüber geärgert haben. «Jeder soll an das glauben, was er möchte, aber auf einem Weihnachtsmarkt ist so etwas eine Zumutung», sagt ein Augenzeuge. Der bärtige Mann sei nicht zum ersten Mal auf dem Hirschenplatz aufgetaucht. Nach einigen Minuten erschien eine Patrouille der Stadtpolizei Zürich.

Umfrage
Was halten Sie von einem solchen Prediger auf dem Weihnachtsmarkt?
78 %
14 %
8 %
Insgesamt 814 Teilnehmer

«Jemand hatte angerufen», sagt Sprecher Marco Bisa. Die Polizisten hätten dann das Gespräch mit dem Mann gesucht, worauf dieser freiwillig gegangen sei. «Grundsätzlich hat er aber nichts Unrechtes getan», stellt Bisa klar. Gemäss Verordnung über die Benutzung öffentlichen Grundes darf man irgendwo stehen und etwas rufen. Sobald aber laut Bisa etwa ein Lautsprecher eingesetzt wird oder eine Mahnwache stattfindet, braucht es eine Bewilligung. Im Übrigen gelte Artikel 16 der Bundesverfassung – also Meinungs- und Informationsfreiheit. Bisa: «Um jemanden wegen einer solchen Predigt tatsächlich verzeigen zu können, müsste mindestens eine Person, die sich gestört fühlt, eine Anzeige wegen Lärms erstatten.»

(rom)