Zürich

28. Januar 2019 09:56; Akt: 28.01.2019 10:15 Print

Aufnahme ans Gymi ist je nach Ort unterschiedlich

Die Zürcher Gymnasien haben unterschiedliche Aufnahmequoten. Das liegt offenbar an den Voraussetzungen der Kinder.

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Die Aufnahmeprüfung fürs Gymnasium ist in Zürich an allen Schulen gleich. Dennoch sind die Quoten bei der Aufnahme unterschiedlich, wie Zahlen der kantonalen Bildungsdirektion erstmals zeigen. Bei den Prüfungen für das Langzeitgymnasium reichte die Spannweite 2018 von 43 Prozent in Zürich Nord bis 61 Prozent im Literargymnasium Rämibühl, wie der «Tages-Anzeiger» schreibt.

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Das sind insgesamt 18 Prozentpunkte. Mit 26 Prozentpunkten ist die Bandbreite bei der Aufnahme ins Kurzzeitgymnasium noch grösser – zwischen 32 Prozent in Limmattal und 58 Prozent in Küsnacht. An den Vornoten, die mit den Prüfungen zusammen ebenfalls über eine Aufnahme entscheiden, kann das laut «Tages-Anzeiger» nicht liegen. Die Vornoten-Schnitte seien zwar hoch, aber zwischen den Schulen ausgeglichen – 2018 bei rund 5,3 bis 5,4.

Kinder aus sozial schwächeren Schichten

Die unterschiedlichen Quoten haben einen anderen Grund: «Das Rämibühl hat traditionell Kinder von Eltern, die ihre Sprösslinge besser fördern und unterstützen können», sagt Chef Niklaus Schatzmann, Chef des kantonalen Mittelschul- und Berufsbildungsamts, zur Zeitung. Während die Schüler in Zürich-Nord aus sozial schwächeren Schichten stammten, häufig aus solchen mit Migrationshintergrund, denen nicht die gleichen Möglichkeiten zur Verfügung stünden.

Die beiden Grafiken zeigen die Aufnahmequote an den Zürcher Gymnasien (Quelle: Tages-Anzeiger)

Der Berner Bildungsforscher Stefan Wolter ist gleicher Meinung. Prüfungsaufgaben und Notenschlüssel seien «weitestgehend» identisch, was verhindere, dass die Schulen die Aufnahmen steuern könnten. Die Differenz hänge mit den «schulischen Hintergründen» der Bewerber zusammen: «Der IQ, der Bildungshintergrund der Eltern, die soziale Schicht, die Möglichkeit zur Förderung und Nachhilfeförderung sind unterschiedlich und beeinflussen die Quoten.»

(tam)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ivo am 28.01.2019 13:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht gut

    Unser Schulsystem. offenbar eines der Besten, läuft aus dem Ruder... Selektion nicht durch Intelligenz sondern durch andere Faktoren wie "wer kriegt die beste Gymi-Prüfungsvorbereitung". Bireweich die Kinder einem solchen Druck auszusetzen... wie sollen die sich entwickeln? Und für gesunde Jungs mit Bewegungsdrang gar nichts...

  • Daniel am 28.01.2019 11:34 Report Diesen Beitrag melden

    Entscheidung meist bei Lehrern

    Grundschulnoten sind auch viel Lehrerwillkür. Der wird es sowieso nicht weit bringen, der schafft es eh nicht aufs Gymmi. Hab ich selbst erlebt

  • Tschüge am 28.01.2019 13:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zweiklassengesellschaft

    Zweiklassengesellschaft vorprogrammiert!!! Gleiche Chancen für alle ist leider eine Illusion: Wer aus "gutem", bildungsnahem und deshalb reicherem Hause (Vorbereitungskurse, Nachhilfe...) kommt, wird es weiterbringen. Machen wir uns nichts vor.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Ivo am 28.01.2019 13:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht gut

    Unser Schulsystem. offenbar eines der Besten, läuft aus dem Ruder... Selektion nicht durch Intelligenz sondern durch andere Faktoren wie "wer kriegt die beste Gymi-Prüfungsvorbereitung". Bireweich die Kinder einem solchen Druck auszusetzen... wie sollen die sich entwickeln? Und für gesunde Jungs mit Bewegungsdrang gar nichts...

  • ladyj am 28.01.2019 13:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schere reich-arm

    Das bedeutet desto reicher die eltern, desto höher die chance ans gymi gehen zu können, trotz gleichwertigen noten. Ich dachte in der schweiz haben alle die gleichen chancen in bezug auf bildung?

  • Tschüge am 28.01.2019 13:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zweiklassengesellschaft

    Zweiklassengesellschaft vorprogrammiert!!! Gleiche Chancen für alle ist leider eine Illusion: Wer aus "gutem", bildungsnahem und deshalb reicherem Hause (Vorbereitungskurse, Nachhilfe...) kommt, wird es weiterbringen. Machen wir uns nichts vor.

  • Michu am 28.01.2019 11:56 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht so schlimm

    Mehr Gymnasiasten bedeutet lediglich, dass das Niveau sinkt. Mit einer Lehre hat man viele Vorteile und kann es ebenso "weit" bringen. Die Haltung vieler Eltern dass ihr Kind ans Gymi muss ist krankhaft.

  • cantuccini am 28.01.2019 11:46 Report Diesen Beitrag melden

    Übertritt zu leicht

    Migrationshintergrund als Nachteil. So bald man Deutsch bzw. Franz od. Italienisch spricht kann das nicht mehr gelten. Das Niveau an den Schulen ist inzwischen so tief, dass jeder den Übertritt ins Gymnasium schaffen kann. Ich kamm mit 6 aus Italien in die Schweiz, meine Eltern haben beide keine Berufausbildung und ich hatte keinerlei Unterstützung. Ich habe die Schule oft geschwänzt und wurde beinahe suspendiert. Hausaufgaben habe ich selten gemacht. Vor 5 Jahren habe ich mein Matura Zeugnis erhalten und letztes Jahr mein Masterdiplom.