Unwetter in Schlieren ZH

08. Juni 2015 11:23; Akt: 08.06.2015 12:38 Print

Autofahrer konnten sich in letzter Minute retten

Beim Unwetter am Sonntagabend wurde eine Unterführung in Schlieren ZH komplett mit Wasser gefüllt. Zwei Autofahrer blieben stecken – einer musste über das Dach fliehen.

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Sintflutartige Regenfälle haben sich am späten Sonntagabend über Teilen des Zürcher Limmattals ergossen. Besonders getroffen hat es Schlieren. Die Unterführung Goldschlägi, die das Stadtzentrum mit dem neuen Rietpark-Quartier verbindet, stand innert kurzer Zeit gut drei Meter unter Wasser.

«Ich lag bereits im Bett und hörte, wie der starke Regen beinahe wie ans Fenster klopfte», sagt Andi Limacher, der in unmittelbarer Nähe wohnt. Als er rausschaute, sah er, wie zwei Autos in der Unterführung stecken geblieben waren. «Der eine hat wohl gedacht, er könne diese noch passieren. Als er rückwärts fahren wollte, sogen die Wassermassen das Fahrzeug aber regelrecht in die Mitte», sagt er.

Gefahr eines Stromschlags

Laut einem anderen Anwohner wollte ein Skoda-Fahrer vom Zentrum her durch die bereits stark überflutete Unterführung fahren. «Der Fahrer und sein Beifahrer konnten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen.» Von der Seite Rietpark her blieb ein Mercedes-Fahrer im Wasser stecken. «Er musste sich über das Dach aus dem Fahrzeug retten», so der Anwohner.

Die Feuerwehr habe die Unterführung umgehend gesperrt: «Die beiden Autofahrer durften dann auch auf keinen Fall zu ihren Autos zurück wegen der Gefahr eines Stromschlags», sagt der Anwohner. Denn der Wasserpegel sei der Wandbeleuchtung gefährlich nahe gekommen.

Tiefgarage unter Wasser

Die Wassermassen drangen auch in Tiefgaragen. In der benachbarten Wohnsiedlung Gartenstadt stand das Wasser bis zu 30 Zentimeter hoch. «Ein Nachbar klingelte um 23 Uhr an der Türe und forderte uns auf, die Autos sofort aus der Garage zu fahren», sagt Tanja Schwärzler.

Die Spuren des Unwetters sind auch am Montagmorgen noch zu sehen. Die Unterführung Goldschlägi bleibt bis auf weiteres nicht passierbar – das Wasser wird seit 7 Uhr abgepumpt. «7000 Liter pro Minute – es sollte zügig vorwärtsgehen», sagt Patrick Schärer, Geschäftsleiter der Schlieremer Stadtverwaltung vor Ort.

Blitzeinschlag als Auslöser?

Grund für die Überschwemmung könnte ein Blitzeinschlag sein, der die Pumpen der Unterführung am Sonntagabend lahmgelegt hatte: «Normalerweise würden diese das Regenwasser absaugen», so Schärer. Möglich sei aber auch eine Verstopfung des Abwassersystems. Die genaue Ursache sei Gegenstand von Abklärungen. Schärer: «Eine Überschwemmung in diesem Ausmass hatten wir hier noch nie.»

(fro/rom)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Guido am 08.06.2015 13:55 Report Diesen Beitrag melden

    Wasser? Auto? Fahren?

    Den Fahrzeuglenkern, welche eine überflutete Unterführung durchqueren wollten, sollte der Führerschein entzogen werden. Mir ist ein Raser morgens um 4 auf der Autobahn lieber als ein solcher Verkehrsteilnehmer mit riesengrossen spanischen Tomaten auf den Augen.

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  • CH Andreas am 08.06.2015 12:07 Report Diesen Beitrag melden

    Unwetter

    Ja, ja liebe Leute das ist erst der Anfang. Das Unwetter wird jedes Jahr Schlimmer ! Und wir Können nichts dagegen tun. Die Natur zahlt uns Menschen es heim!

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  • Lorenz Urdorf am 08.06.2015 15:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Grundwasser

    Ev. müsste man Überlegen, ob Unterführungen in Grundwasserzonen nicht falsch sind.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Peter Meier am 09.06.2015 17:09 Report Diesen Beitrag melden

    Schlieren ist eben Stier!

    Das ist ja nicht zum ersten Mal in dieser Unterführung! Ich verstehe nicht warum es da keine Warn-Tafeln hat und einen Sensor, der zum Beispiel ein Warnlicht in Gang bringen würde. Das wäre einfach und Kostengünstig zu machen! So ein Warnschild ist doch ein Muss, den die Unterführung steht im Grundwasserstrom der Limmat. Das ist es nur logisch, dass es da gefährlich werden kann. Aber "unsere" Verkehrstechniker und Planer kümmern sich lieber um Strassen-Verengungen und Parkplatzabbau, als um Sicherheit!

  • Experte am 08.06.2015 22:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fahrprüfung nicht Bestanden

    In der Fahrschule lernt mann dass auf halbe sichtweite angehalten werden muss... Die Fahrverhältnisse den Wetterbedingungen anpassen. Wären diese Punkte eingehalten worden wäre dss nicht passiert. Und wer ist um diese zeit noch mit seinem Sohn unterwegs?? Der gehörte schon lange ins Bett damit er in der Schule nicht schläft. Na ja ich als Versichrrung würde krinen Rappen zahlen da es 100% selbstverschulden war...

    • Schlieren am 09.06.2015 07:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Umwetter

      Natürlich waren Sie auch vor Ort und können daher die Situation zu 100% analysieren.

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  • huli am 08.06.2015 22:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schlecht erkennbar

    wenn es dunkel ist und aus strömen giesst, kann es manchmal wirklich zu spät sein bis man bemerkt dass das wasser so hoch ist, zumal man in der regel davon ausgehen sollte, dass unterführungen an eine kanalisation angeschlossen sind

    • Thomas am 08.06.2015 22:53 Report Diesen Beitrag melden

      Lustig

      ..und wenn man nichts mehr sieht fährt man dann direkt auf eine Brücke zu, da die Unterführung ja "aufgefüllt" ist?! Genau. Witzbold

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  • michi am 08.06.2015 21:06 Report Diesen Beitrag melden

    Zu viele Experten

    In den Kommentaren haben wir soo viel Experten das ist der Wahnsinn. Im realen Leben kann man nicht immer alles sehen.

  • F. Lieger am 08.06.2015 20:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Logik

    Wer nicht sieht, dass die Unterfuehrung ueberflutet ist, sieht auch die Unterfuehrung nicht.