Eingeschläfert

23. März 2014 15:42; Akt: 24.03.2014 11:37 Print

Baby-Beagle Buddy ist tot

Sabrina M. (24) hat vergeblich um das Leben ihres Beagles Buddy gekämpft: Das Hundebaby ist eingeschläfert worden. M. ist schwer enttäuscht von den Behörden.

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Buddy lebt nicht mehr: Der kleine Hund ist am Freitag um 18.30 Uhr eingeschläfert worden. Das Zürcher Veterinäramt hatte dies verfügt, weil Buddys Besitzerin Sabrina M.* (24) den acht Monate alten Beagle aus der Türkei eingeführt hatte, ohne dass er über den Antikörper-Nachweis verfügte – dieser ist für Hunde vorgeschrieben, die aus Ländern mit Tollwutrisiko importiert werden. Eine Tollwut-Impfung, wie sie bei Buddy gemacht worden war, reicht nicht aus.

Kurz bevor er eingeschläfert wurde, durfte Sabrina M. sich noch in einer Zürcher Tierarztpraxis von Buddy verabschieden. «Ich habe meinen Schatz ein letztes Mal gestreichelt», sagt sie. M. hatte bis zuletzt gehofft, dass Buddy trotz des fehlenden Nachweises weiterleben darf – vergeblich. Von den Zürcher Behörden ist sie enttäuscht: «Ich hätte erwartet, dass das Veterinäramt sich mehr für das Wohl des Tieres einsetzt und seinen sinnlosen Tod verhindert.»

«Es hätte eine andere Lösung geben müssen»

Von türkischer Seite habe sie gehört, dass das Veterinäramt nicht einmal versucht habe, in dieser Sache mit der Türkei Kontakt aufzunehmen, sagt M. «Dabei wäre die Türkei unter gewissen Bedingungen bereit gewesen, Buddy zurückzunehmen.»

M. will nun juristisch abklären lassen, ob sie gegen die Behörden vorgehen kann. Sie räumt aber auch ein: «Dass Buddy nicht über den nötigen Nachweis verfügte, ist natürlich mein Fehler. Doch es hätte eine andere Lösung geben müssen als die Todesspritze.» Das Veterinäramt des Kantons Zürich forderte 20 Minuten auf, Fragen zum Fall Buddy schriftlich zu stellen – hatte diese aber bis Sonntag nicht beantwortet.

*Name der Redaktion bekannt.

(lüs)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peter Spelt am 23.03.2014 16:04 Report Diesen Beitrag melden

    Schuld

    Warum ist in der Schweiz die Tollwut kein Problem (mehr)! Eben wegen diesem konsequenten Einhalten des Protokolls. Tollwut ist kein Spass und hier wurde zum Wohl DER Tiere entschieden zu ungunsten DES einzelnen Tieres. Die eigentliche Schuld hat der Importeur, also in dem Fall Sabrina, welche die relativ einfach zu erhaltenden Auflagen nicht erfüllt hat. Dass sie jetzt mit juristischen Mitteln den Fall untersuchen lassen will, zeigt nur die Ignoranz gegenüber tierschützerischen Massnahmen, welche unsere Haus- und Wildtiere in der Schweiz schützen. PS: Im Tierheim warten auch viele Tiere.

  • Dy am 23.03.2014 16:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wiso nicht vorher informieren?

    ... hört endlich auf Hunde aus solchen Ländern zu importieren! ... und sonst erkundigt euch vorerst bei der Zollverwaltung welche Papiere nötig sind. Hier sind nicht die Behörden schuld sondern die Person welche Geld sparen wollte! Und nur noch so zur Information, wäre der Hund wirklich mit Tollwut infiziert, wisst ihr überhaupt was dies für ein Ausmass hätte? Jedes Kind welches noch kurz den süssen Welpen gestreichelt hätte?!....

    einklappen einklappen
  • Martin am 23.03.2014 16:05 Report Diesen Beitrag melden

    Reisesouvenir

    Ein Hund ist kein Reisesouvenir! Die Frau ist selber Schuld das es so weit gekommen ist.

Die neusten Leser-Kommentare

  • chicca aus dem unterland am 24.03.2014 19:08 Report Diesen Beitrag melden

    hundehalterIN

    an alle die hier so in mitleid mit dem kleinen hund zerfliessen: ich möchte mich hier einigen lesern anschliessen: ich möchte nicht wissen, wie die reaktionen wären wenn dieser hund ein anderes tier oder gar einen menschen infisziert hätte. bei aller tierliebe, das einschläfern war die einzig richtige lösung. quarantäne: da hätte der kleine hund wohl ein lebenslanges trauma bekommen

  • aus dem unterland am 24.03.2014 16:21 Report Diesen Beitrag melden

    langjährige hundehalterIN

    an alle die hier so in mitleid mit dem kleinen hund zerfliessen: ich möchte mich hier einigen lesern anschliessen: ich möchte nicht wissen, wie die reaktionen wären wenn dieser hund ein anderes tier oder gar einen menschen infisziert hätte. bei aller tierliebe, das einschläfern war die einzig richtige lösung. quarantäne: da hätte der kleine hund wohl ein lebenslanges trauma bekommen

  • xino am 24.03.2014 14:34 Report Diesen Beitrag melden

    Regeln versus Menschlichkeit

    Einem wahrscheinlich gesunden Lebewesen wurde das Lebenslicht ausgeknipst. Wieviele Menschenherzen hätte es wohl geöffnet in seinem erfüllten Hundeleben? Spürte es Angst oder war ihm unwohl, bevor es die Todesspritze bekam? Was unterscheidet den Menschen vom Tier? Die Ethik!

  • Beo Bachter am 24.03.2014 13:14 Report Diesen Beitrag melden

    Paragraphenreiter

    Super, wohl alles Paragraphenreiter hier? Alle schön den Zeigefinger hoch! Hallo, ihr wollt Tierfreunde sein? Buddy war unschuldig, und man hätte all den fehlenden Kram hier nachholen können. Und das alles, plus fette Busse, hätte Sabrina übernehmen müssen. Punkt!

  • De Doge am 24.03.2014 13:12 Report Diesen Beitrag melden

    Simple Entsorgung

    Klar ist's falsch, den Hund zu importieren. Aber gibts in der CH etwa keine Quarantaenemoeglichkeit mit Nachweis der Antikoerper? Privat zu bezahlen natuerlich.