Zürich

22. Juli 2015 05:54; Akt: 30.07.2015 12:18 Print

Ballermann-Lokal zeigt Interesse an der «Sonne»

Das Interesse an einer Übernahme des geschlossenen Milieu-Lokals Sonne im Kreis 4 ist riesig: Allein 21 Bewerber wollen das Restaurant weiterführen – teils mit neuen Konzepten.

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Zehn Tage sind seit der konkursamtlichen Schliessung des Milieu-Lokals Sonne am Zürcher Bermuda-Dreieck vergangen – und es wimmelt bereits von Interessenten, die den Betrieb übernehmen möchten. «Darunter sind allein 21 Bewerber, die das jetzige Restaurant weiterführen wollen», sagt Roland Feuz, Sprecher der Hauseigentümerin Rofox AG. 19 davon stammten aus der Schweiz, zwei aus dem Ausland.

Er vermutet allerdings, das darunter auch Strohmänner sein könnten, die das Lokal im Auftrag des bisherigen Pächters wieder übernehmen wollen. Dieser hat die Bilanz wegen angeblicher Steuerschulden hinterlegt. «Er wäre ja nicht der Erste, der eine Betreiberfirma Konkurs gehen lässt, um das Restaurant dann mit einer neuen Firma erneut zu eröffnen», sagt Feuz.

«Bier in rauen Mengen»

Auffällig sei zudem, dass einige dieser Interessenten offenbar genau Bescheid wüssten, wer sich bei Rofox sonst noch beworben hat: «Sie warnen mich explizit vor gewissen anderen Bewerbern – so etwas deutet für mich darauf hin, dass sie wohl aus dem Milieu stammen.» Viele dieser Bewerber wollen die Sonne laut Feuz wie gehabt als Restaurant und Kontakt-Bar betreiben.

Einen anderen Plan verfolgt hingegen eine Brauerei aus der Innerschweiz, die sich für die Sonne interessiert: «Ihr Konzept sieht einerseits vor, dass natürlich Bier in rauen Mengen fliessen wird, zusätzlich wollen sie das Restaurant aber als eine Art Ballermann-Lokal positionieren», sagt Feuz.

Weiter sei man im Gespräch mit mittlerweile zwei Fast-Food-Ketten sowie mit einer Kette, die im Lebensmittel-Bereich tätig ist. Konkreteres will Feuz dazu nicht sagen. Auch der zeitliche Fahrplan betreffend einer Neuvermietung ist zurzeit unklar und hängt vom Verfahren des Konkursamtes ab.

Langjähriger Besitzer beging Suizid

Das heutige Gebäude mit Restaurant, Wohnungen und Ladenstrasse war in den Jahren 1975/76 durch die Luzerner Eichhof-Brauerei erstellt worden. Seit 1992 wurde die Sonne als Restaurant mit Kontakt-Bar geführt und war schweizweit bekannt für günstiges Thai-Essen, Live-Musik bis drei Uhr morgens und Männer, die mit Prostituierten anbandeln.

Anfangs gehörte das Lokal dem Zürcher Milieu-König Hans Peter Brunner. Er beging im Mai 2005 Suizid – am gleichen Tag, an dem er sich wegen Vermögensdelikten hätte vor Gericht verantworten müssen. Danach übernahmen Alain Pasche und sein Halbbruder Alber Mosberger die Sonne. Letzterer wurde im November 2005 auf offener Strasse erstochen. Seither führte Pasche den Betrieb allein – bis zur Schliessung am 10. Juli.

(rom)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dr. Sterilium am 22.07.2015 09:57 Report Diesen Beitrag melden

    Lasst sie wieder aufscheinen die Sonne

    Schade, die Sonne war ein tolles Restaurant. Wer einmal da das Thai Essen versuchte, der ging nur noch da hin. Bestes Preis/ Leistung Verhältniss, super Portionen mit tollem Geschmack. Leute waren nett und es war immer amüsant da die Freitage/ Samstage zu verbringen schade. Liveband/ "Kontaktbar" war auch super....ich vermisse die Sonne, bitte bringt sie wieder zurück.

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  • Christoph am 22.07.2015 08:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sonne

    naja, als in der Region Züricher lebender, fand ich diesen Artikel sehr spannend! die Sonne ist nicht x ein Restaurant!

  • Kilian am 28.07.2015 22:08 Report Diesen Beitrag melden

    Ein wahrlicher erfolgreicher Unternehmer

    Statt die letzten Jahre sein privates Luxusleben mit Segeln, Motorfliegen usw. zu geniessen und dabei nur zwei Tage die Woche zu arbeiten, hätte sich Alain Pasche wohl besser um seinen Betrieb gekümmert - aber er meint ja noch heute, dass er der BESTE Unternehmer ist (..). Auch die Probleme mit den Steuerbehörden sind selbstverschuldet, er hat sich seit Jahren nicht darum gekümmert. Mal gucken was passiert, wenn die Steuerbehörden auch sein Scheindomizil in Freienbach auffliegen lassen - es weiss ja jeder, dass er seit vielen Jahren tatsächlich in Oberterzen und nicht in Freienbach wohnt (..)

Die neusten Leser-Kommentare

  • Kilian am 28.07.2015 22:08 Report Diesen Beitrag melden

    Ein wahrlicher erfolgreicher Unternehmer

    Statt die letzten Jahre sein privates Luxusleben mit Segeln, Motorfliegen usw. zu geniessen und dabei nur zwei Tage die Woche zu arbeiten, hätte sich Alain Pasche wohl besser um seinen Betrieb gekümmert - aber er meint ja noch heute, dass er der BESTE Unternehmer ist (..). Auch die Probleme mit den Steuerbehörden sind selbstverschuldet, er hat sich seit Jahren nicht darum gekümmert. Mal gucken was passiert, wenn die Steuerbehörden auch sein Scheindomizil in Freienbach auffliegen lassen - es weiss ja jeder, dass er seit vielen Jahren tatsächlich in Oberterzen und nicht in Freienbach wohnt (..)

  • u.m. am 22.07.2015 23:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nur Profis

    Der Chili Wirt ist sehr daran interssiert und wäre schon vor Ort.

    • Mario am 23.07.2015 01:40 Report Diesen Beitrag melden

      Eher Nein

      Ja genau auf den haben die Stammgäste sicher gewartet, NOT. Wenn der übernimmt, ist die Sonne erledigt. Chillies ist dermassen ruiniert vom Ruf her, dass der schon weiss, dass er ein unverdächtiges Lokal übernehmen muss. Alles nur nicht dieser Typ. Und denke kaum, dass die Hausbesitzer ausgerechnet den berücksichtigen.

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  • keinZürcher am 22.07.2015 22:21 Report Diesen Beitrag melden

    Sonne

    Mich hat mal jemand dorthin geschleppt. War einmal dort drin und fand es nicht sehr amächelig. Aber anscheinend trauert jeder Zürcher um dieses Lokal. Keine Ahnung wieso?

  • Clever-Smart am 22.07.2015 20:23 Report Diesen Beitrag melden

    Die Kommentare

    hier scheinen die Zahlen zu bestätigen, dass in der Schweiz, jeden Tag, ca. 180 Tausend Typen, Prostituierte aufsuchen müssen;-)

  • Clever-Smart am 22.07.2015 20:20 Report Diesen Beitrag melden

    Die Früchtchen

    In diesem Gewerbe scheinen alle mehr oder weniger Dreck am Stecken zu haben.

    • Gewerbeverein am 25.07.2015 16:17 Report Diesen Beitrag melden

      Unschuldig&korrekt

      Na in welchem Gewerbe nicht? Banken Versicherungen Autoverkäufer, Nagelstudios,Altersheimen,Reisebranche...usw. Du hast bestimmt noch nie etwas ohne Rechnung gekauft...gell?! Sind doch ALLE gleich, aber wenn man auf einen anderen zeigen kann, fühlt sich das schon gut an, oder?! Man fühlt sich dann so Unschuldig und korrekt...

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