Bezirksgericht Zürich

22. Februar 2011 14:11; Akt: 22.02.2011 14:13 Print

Bankerin muss für Ex-Partner bezahlen

von Attila Szenogrady - Bei gescheiterten Ehen können auch Frauen den Kürzeren ziehen. Dies musste eine gut verdienende Bankangestellte aus Winterthur erfahren.

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Kurz vor dem Prozess vom Dienstag zog die heute 35-jährige Winterthurerin ihre Anträge doch noch zurück und akzeptierte damit einen im letzten Herbst erlassenen Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat. Demnach wurde die Schweizer Bankmitarbeiterin wegen Vernachlässigung von Unterhaltspflichten zu einer bedingten Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu 170 Franken sowie zu einer Busse von 1300 Franken verurteilt.

Zudem wurde sie verpflichtet, ihrem aus dem Kongo stammenden Noch-Ehemann eine Prozessentschädigung von rund 4000 Franken zu bezahlen. Nicht zuletzt muss sie für eine Staatsgebühr von 900 Franken aufkommen.

Rund 25 000 Franken nicht gezahlt

Der am Prozess anwesende Ehemann der Beschuldigten nahm ihren unerwarteten Rückzug erfreut entgegen. Damit hatte der englisch sprechende Afrikaner recht bekommen. Er hatte die Angeschuldigte im Mai 2006 in Kapstadt geheiratet. Drei Jahre später war die Beziehung am Ende. Die Winterthurerin trennte sich Ende Mai 2009 von ihrem Ehemann. Im April 2010 erliess das Bezirksgericht Winterthur zur Trennung eine Verfügung. Demnach wurde die Dame rückwirkend verpflichtet, ihren mittellosen Mann ab dem 1. Juni 2009 monatlich mit 1600 Franken zu unterstützen. Sollte der Mann aus der Schweiz ausgewiesen werden, würde der Betrag auf 800 Franken halbiert, befand das Winterthurer Gericht.

Offenbar nahm die Bankmitarbeiterin die Verfügung nicht so ernst. So liess sie ihrem Ex-Partner ab Juni 2009 bis zum September 2010 lediglich 2440 Franken zukommen. Laut Anklage hätte sie aber insgesamt 25 600 Franken zahlen sollen. Was für sie auch möglich gewesen wäre, da sie laut Gerichtsakten monatlich 7551 Franken verdient.

Damit hatte sich die Winterthurerin strafbar gemacht. Wie lange der Mann noch in der Schweiz bleiben darf, blieb am Dienstag noch unklar.