Einsätze wegen Corona-Regeln

22. März 2020 19:01; Akt: 22.03.2020 19:01 Print

Bar geschlossen und junge Personen gebüsst

Die Polizei hat mehrere junge Personen gebüsst, weil sie sich nicht an die Verordnung des Bundes gehalten haben. Zudem war eine Bar illegal geöffnet.

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Insgesamt 15 Bussen hat die Stadtpolizei Zürich bis am Sonntagmorgen ausgesprochen, weil sich Personen nicht an die Weisungen betreffen Coronavirus gehalten haben. «In der Nacht auf Sonntag gab es zwei Gruppen von jungen Personen, die gebüsst wurden», sagt ein Sprecher auf Anfrage. Zudem mussten im Bereich von Fussballplätzen und Schulhäusern junge Personen auf die Regeln hingewiesen werden. Die Nacht sei aber sehr ruhig verlaufen.

Auch bei der Stadtpolizei Winterthur heisst es, dass sich die Leute gut an die Regeln halten und den vorgeschriebenen Abstand einhalten würden. «Vereinzelt haben wir Jugendliche darauf aufmerksam gemacht, die Abstände einzuhalten», so ein Sprecher. Bussen wurden aber nicht ausgesprochen. Eine Ausnahme war ein Einsatz kurz vor 1 Uhr wegen einer geöffneten Bar. Diese wurde von der Polizei geschlossen. Der Betreiber wurde verzeigt.

100 Meldungen wegen Gruppen

Bei der Kantonspolizei Zürich sind zwischen Freitagabend und Sonntagnachmittag rund 140 Meldungen im Zusammenhang mit den Weisungen. Rund 100 Meldungen betrafen vor allem jugendliche Gruppierungen im öffentlichen Raum, die sich scheinbar nicht an die Abstandsregeln oder die Höchstanzahl von Personen gehalten hatten.

Oft hatten sich diese bis zum Eintreffen der Polizei bereits aufgelöst, oder die angetroffene Situation entsprach nicht der Eingangsmeldung, heisst es in einer Mitteilung. Die Polizisten suchten mit den angetroffenen Jugendlichen das Gespräch und appellierten an ihre soziale Verantwortung. Sie wurden aufgefordert, sich freiwillig zu zerstreuen. Die Jugendlichen zeigten sich grösstenteils einsichtig und begaben sich auf den Heimweg. Nur vereinzelt mussten Personen weggewiesen werden.

Acht junge Erwachsene gebüsst

Im Kanton St. Gallen wurde am Samstagabend eine Gruppe von acht jungen Erwachsenen mit 100 Franken gebüsst. Sie hielten sich nicht an die Verordnung des Bundes. Die Gruppe hielt sich beim Bahnhof in Heerbrugg auf, wie es bei der Kantonspolizei St. Gallen heisst.

Auch die Bernerinnen und Berner halten sich an die Regeln. Er sei beeindruckt von der Disziplin und der Solidarität der Bernerinnen und Berner, sagt Stadtberner Sicherheitsdirektor Reto Nause. «99 Prozent der Leute haben die Botschaft verstanden.» Dass man das in dieser schwierigen Zeit so durchziehen könne, sei eine grosse Leistung.

Hinweise auf mehr häusliche Gewalt

In einigen wenigen Fällen habe die Polizei «mit Nachdruck» dafür sorgen müssen, dass die Regeln eingehalten würden, so Nause. Es seien auch Bussen verteilt worden – seien es Ordnungsbussen gegen Einzelpersonen gemäss Verordnung des Bundesrates oder Bussen gegen Ladenbesitzer, die behördliche Weisungen missachteten.

Mehr Anrufe gebe es aber bei der Fachstelle für häusliche Gewalt. Die Situation sei für alle schwierig. «Es wird uns allen einiges abverlangt, und das über eine lange Zeit.» Die Stadt Bern hatte unter der Woche mehrere Parkanlagen geschlossen. Ob weitere solche Massnahmen nötig sind, liess Nause am Sonntag offen. Man beobachte die Situation laufend, sagte er.

(tam/mig/sda)