ETH Zürich verbannt Diesel

17. Oktober 2019 21:35; Akt: 17.10.2019 21:35 Print

Batterie-Busse sind auf dem Vormarsch

von Jennifer Furer - Die ETH Zürich transportiert ihre Studenten künftig mit Batterie- statt Diesel-Bussen. Damit steht die Hochschule nicht allein da.

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750'000 Fahrgäste transportiert der ETH Link pro Jahr. Er ist die schnellste ÖV-Verbindung, die Studenten der Hochschule nutzen können, um vom Zentrum zum Hönggerberg und wieder zurückzugelangen. Bisher wurde der ETH Link mit Diesel betrieben.

Die ETH hat sich nun entschieden, auch in Sachen Studententransport auf den Umweltzug aufzuspringen. Sie hat kürzlich Eurobus nach einer öffentlichen Ausschreibung den Zuschlag für das Betreiben des ETH Links gegeben, wie 20 Minuten weiss. Das Transportunternehmen setzt auf Elektrogelenkbusse, die mittels aufladbarer Batterie betrieben werden. Der Vertrag hat eine Laufzeit von sechs Jahren.

Hohe Nachfrage nach Elektrobussen

Laut ETH-Sprecher Markus Gross wird für die neuen Elektrogelenkbusse eine Ladestation auf dem Hönggerberg gebaut. «Die Busse werden über Nacht und während der Wartezeiten geladen.» Die jährlichen Betriebskosten würden sich auf rund 900'000 Franken belaufen — das ist ähnlich viel wie der bisherige Betrieb mit Dieselbussen.

Das ist es für die Hochschule wert, wie Gross sagt: «Nachhaltigkeit ist für die ETH Zürich ein zentrales Anliegen.» Dies spiegele sich in Forschung, Lehre und auch auf dem ETH-Campus wider. «Deshalb wurden die Anbieter explizit motiviert, auch nachhaltige Antriebskonzepte zu offerieren», sagt Gross. Die Offerte für den Elektrobus durch Eurobus wurde gewählt, weil sie auch insgesamt am vorteilhaftesten abschnitt.

Da die Nachfrage der batteriebetriebenen Busse derzeit sehr hoch sei, würde die Beschaffung eine gewisse Zeit dauern. Zudem müsse die Infrastruktur zum Betreiben der neuen Busse zuerst bewilligt und gebaut werden. «In dieser Übergangsphase werden wie bisher Dieselgelenkbusse eingesetzt», sagt Gross.

Schweizer ÖV wird elektronisch

Batteriebetriebene Elektrogelenkbusse sind in der Schweiz im Aufwind. In Genf und Bern gibt es bereits eine Linie, auf der die Gefährte zum Einsatz kommen. Auch in Basel wird ein E-Bus auf dem gesamten Netz eingesetzt. Die Stadt Schaffhausen will für 58 Millionen Franken ihren Busbetrieb komplett elektrisch machen. Sie hat für die Lieferung der Fahrzeuge dem spanischen Unternehmen Irizar den Zuschlag erteilt.

2021 will die Stadt Zürich nachziehen. Geplant sind acht batteriebetriebene Fahrzeuge, die als Quartierbusse auf den Linien 35, 38, 39 und 73 zum Einsatz kommen sollen. Auch in anderen Städten steht die Beschaffung von Elektrogelenkbussen zur Diskussion oder ihr Einsatz ist bereits geplant.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peter Baumann am 17.10.2019 21:47 Report Diesen Beitrag melden

    Immer mehr Strom und woher ?

    Alles soll und wird in Zukunft elektrisch betrieben werden. Ich frage mich ganz einfach, woher kommt der Mehrbedarf an Strom, wenn gleichzeitig Atomkraft zurückgefahren wird und der Ausbau von erneuerbarer Energie (Windkraft, Sonnenenergie, Wasserkraft) von den sogenannt Grünen verhindert wird unter dem Deckmantel von Landschafts- und Umweltschutz. Für mich geht diese Gleichung nicht auf. Grösserer Bedarf und weniger Produktion im eigenen Land. Bleibt wohl nur der Einkauf aus dem Ausland und dort fragt keiner wie sauber die Herstellung der benötigten Energie ist.

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  • Nick_Name am 17.10.2019 22:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wenn schon Elektrobusse,

    dann doch wohl eher wieder Trolleybusse. War alles schon da. Jetzt also besonders grün mit Batterie? Eine Wahnsinns-Innovation.

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  • die Zukunft am 17.10.2019 22:02 Report Diesen Beitrag melden

    Das is nicht

    Und wieder schaut keiner hinter die Kulissen, wo die Rohstoffe der Akkumulatoren her kommen, 3te Weltländer ausgebeutet werden und die Umwelt verpestet wird, und was passiert wenn die Lebensdauer der Batterien erreicht ist........

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Realist am 19.10.2019 04:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Danke Doris, dass du uns das einbrockst

    Toll! Immer mehr Menschen, immer mehr E-Dies, E-Das, woher kommt dann das Doppelte an Strom? AKW wären eine Lösung nur käme diese nicht in Frage... Also doch Kohlestrom aus Deutschland?

  • Benzin am 19.10.2019 00:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Benzin

    Nur der verbrenn Motor hat Zukunft

  • Franz Brocincevic am 18.10.2019 21:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Absoluter Schwachsinn

    Völliger Nonsens auf dieser steilen Strecke, aber die geistige Elite lernt dann beim Schieben der Busse mit platten Batterien gleich, dass man hier aufs falsche Pferd setzt. Und zum Glück gibt es dort noch die Linie 69, die fährt auch weiterhin mit Diesel ...

  • Mochel F. am 18.10.2019 20:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Genau

    Akku's sind bestimmt besser wie Diesel... Wieso nicht Wasserstoff??? Die von der ETH sollten das doch wissen, oder?!?

    • Olimimus am 18.10.2019 21:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Mochel F.

      Weil Wasserstoff in der Mobilität sinnlos ist - viel zu ineffizient. Per Elektrolyse werden pro Kg 41-65kWh Strom benötigt. Am Ende kommen noch 15-20 kWh beim Auto an. Macht ca. 120 lm Reichweite. Ein herkömlicher EV macht mit derselben Ursprungsenergie bereits über 350 km.

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  • En Uhsnahm am 18.10.2019 13:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Suhber freihah

    Fährt Greta mit dem Akku-Bus; sie freitags nicht zur Schule muss...