Zürcher Verwaltungsgericht

11. Mai 2016 10:29; Akt: 11.05.2016 12:18 Print

Bauer muss Kühen um 22 Uhr Glocken abnehmen

Nachtruhe ist wichtiger als Kuhglocken, entschied das Verwaltungsgericht. Damit dürfte der Kuhglockenstreit im Zürcher Oberland jedoch noch nicht beendet sein.

20 Minuten hat den Bauer Manuel Zwischenbrugger im August 2015 besucht.
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Das Zürcher Verwaltungsgericht hat die Entscheide des Gemeinderates von Wald und des Baurekursgerichts im sogenannten Kuhglockenstreit gestützt. Die Kühe von Manuel Zwischenbrugger dürfen nachts keine Glocken tragen. Anwohner hatten sich über den Lärm beschwert.

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Der Fall ist verzwickt: Der Bauer ziehe seinen Tieren die Glocken aus Sicherheitsgründen an, um entlaufene Rinder dank dem Glockengeläut schneller wieder zu finden, begründet der Landwirt aus Wald. Gleichzeitig fürchten die Anwohner um ihre Nachtruhe: Aufgrund der Lärmimmissionen sei es selbst bei geschlossenen Fenstern nicht mehr möglich, nachts Schlaf zu finden, heisst es im Urteil des Zürcher Verwaltungsgerichts.

Beschwerde abgewiesen

Der Walder Gemeinderat ordnete deshalb im November 2014 an, dass die Kühe von 22 bis 7 Uhr im Umkreis von 200 Metern zur Liegenschaft des in der Ruhe gestörten Ehepaares keine Glocken tragen dürfen. Das Baurekursgericht wies danach im August 2015 eine Beschwerde des Bauern ab.

Es gewichtete die Nachtruhe höher als die Interessen des Landwirts, «da mit Blick auf die örtlichen Gegebenheiten kaum mit entlaufenen Tieren zu rechnen ist und solche gegebenenfalls auch ohne Glocken gut auffindbar wären».

Aussergerichtliche Einigung scheiterte

Die Parteien setzten sich daraufhin zusammen. Die aussergerichtliche Einigung scheiterte jedoch im Herbst des vergangenen Jahres, woraufhin Zwischenbrugger ans Zürcher Verwaltungsgericht gelangte.

In seiner Beschwerde beantragte er eine Lärmmessung, denn der Augenschein vor Ort, den das Baurekursgericht durchgeführt habe, sei nicht korrekt gewesen. Zudem sah er von einer ausführlichen schriftlichen Begründung seiner Eingabe ab und wollte lieber persönlich befragt werden.

Protest des Bauern

Das Verwaltungsgericht hat nun die Entscheide des Baurekursgerichts und des Gemeinderats gestützt und die Beschwerde des Landwirts abgewiesen. Eine persönliche Befragung sei im Gesetz nicht vorgesehen und eine zusätzliche Lärmmessung nicht notwendig.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig und kann ans Bundesgericht weitergezogen werden. Ein Ende des Streits scheint noch lange nicht in Sicht zu sein. Denn wie der «Zürcher Oberländer» am Mittwoch berichtete, habe der Bauer Anfang Woche sogar noch mehr Tiere als vorher auf die Weide gelassen und diesen noch grössere Glocken umgehängt.

(woz/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • landei am 11.05.2016 10:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    geht gar nicht

    sorry aber das gehört zu der schweiz...wer sich daran stört soll in die stadt ziehen

    einklappen einklappen
  • L. S. Müller am 11.05.2016 10:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kuhglocken

    Niemand ist gezwungen, in der Nähe eines Bauern zu wohnen

    einklappen einklappen
  • Redlef am 11.05.2016 10:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    grausam

    grausam. sollen doch in der Stadt wohnen

Die neusten Leser-Kommentare

  • D3nk3r am 14.05.2016 19:00 Report Diesen Beitrag melden

    ganz einfach....

    Glocken hängen lassen....und um den Bimmel ein Stück Isolationsschlauch stülpen.....ruhe ist...am Morgen wieder runter ziehen....ich weiss jetzt schon das es den Nachbarn nerven wird.... :-)

  • greenfizz am 12.05.2016 21:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Und

    wenn nachts die Glocken bimmeln, tun die Kühe den Mond anhimmeln Findet das der Mensch nicht glatt, soll er retour in die Stadt......

  • Pascale Boesch am 12.05.2016 21:01 Report Diesen Beitrag melden

    sprachlos

    An absolutes no go. Es ist unsere Tradition gehört zu Schweiz. Die die das stört sollen doch in die Stadt ziehe.

  • Appezöller am 12.05.2016 20:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Traditionen versenken

    An all die Leute die finden diese Tradition sei Überholt: Habt Ihr in den letzten Monaten mal in die Zeitungen geschaut? Keine Edelweisshemden in Schulen, Disskussionen wegen einem Kreuz im Klassenzimmer und der Lehrerinn nicht mehr die Hand geben... Es bringt mich fast zur Verzweiflung wie diese Leute die Identität und die (für mich wundervollen) Traditionen unseres Landes verschwinden lasssen wollen...

  • Sel Sunshine am 12.05.2016 20:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das Land ist anders wie die Stadt

    bis jetzt hat sich niemand daran aufgeregt. Wieso jetzt? die Glocke gehört doch zur Kuh, wie der Baum zum Wald