Farmy

29. Januar 2016 08:00; Akt: 29.01.2016 09:07 Print

Bauernhof-Kuriere tuckern bald durch Zürich

Ländliche Nostalgie ist in. Darum soll ein Traktor bald die Produkte eines Online-Hofladens in der Stadt Zürich ausfahren. Was allerdings noch fehlt: Fahrer.

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Schon längst sind die Zürcher Pizza-Kuriere auf ihren Töfflis ein gewohntes Bild. Hingegen ungewohnter dürfte der Anblick eines Bauerhof-Kuriers auf seinem Traktor sein. Doch schon ab Februar möchte der Online-Hofladen Farmy seine Kunden auf eben diesem Weg beliefern.

Daher sucht Farmy zurzeit nach Traktorfahrern für zehn Stunden wöchentlich, wie auf der Online-Plattform Ron Orp zu lesen ist. Ein normaler Autofahrausweis reicht dafür aus. «Es braucht aber auch Muskelkraft, da der rote Einachser keine Servolenkung hat», sagt Farmy-Gründer Roman Hartmann.

«Alte Werte neu beleben»

Dass man sich für einen Traktor statt für einen Lieferwagen entschieden hat, kommt nicht von ungefähr: «Wir wollen mit unserem Konzept alte Werte neu beleben und so Vergangenheit und Zukunft miteinander verbinden», sagt Hartmann. «Früher kamen die Bauern auch mit ihrer Ware in die Stadt, um sie zu verkaufen – genau so wollen wir es auch machen.»

Farmy hat allerdings keinen eigenen Bauernhof. Die Firma produziert nicht selbst, sondern wird von rund 100 Bauern und Kleinproduzenten beliefert. Damit die Produkte stets frisch ausgeliefert werden könnten, kaufe man nur ein, was der Kunde bestelle. Hartmann: «In unserem Lager werden die Waren maximal vier Stunden zwischengelagert.»

Pop-up-Store im HB geplant

Zeit benötigt dafür die Auslieferung, da der Traktor nicht allzu schnell fährt. Man wolle damit aber keinesfalls den Verkehr in Zürich behindern: «Wir werden auf Nebenstrassen tuckern», sagt Hartmann. «Sollte es jemand trotzdem eilig haben, kann er ja überholen. Gut Ding will eben Weile haben.»

Bereits im vergangenen Oktober hatte Farmy von sich reden gemacht. Damals bewirtschaftete der Online-Hofladen in Zusammenarbeit mit einem Edel-Caterer während drei Wochen ein Pop-up-Restaurant in der Maschinenbauhalle an der Allmendstrasse 91.

Etwas Ähnliches ist laut Hartmann für den kommenden Sommer geplant: «Zu 90 Prozent werden wir im Sommer während eines Monats im Zürcher Hauptbahnhof mit einem Pop-up-Store vertreten sein.»

(rad)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bauer Küenzli am 29.01.2016 09:19 Report Diesen Beitrag melden

    Hach die gute alte Zeit

    mit einem 2-Takt Motor ohne Katalysator Bio Produkte verkaufen. Die halbverbrannten Ölrückstände aus dem Auspuff kleben dann auf dem Bio-Apfel und die Strasse stinkt 10 Minuten nach Landluft.

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  • Eva Adam am 29.01.2016 09:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bar jeglicher Vernunft

    Indem Leute per Auto direkt auf dem Bauernhof einkaufen gehen, verschlechtern sie die Umweltbilanz der Produkte dermassen, dass jede eingeschiffte Mango aus Mittelamerika im Vergleich fast zum Bioprodukt wird. Darum ist es eigentlich eine gute Idee, die Produkte in die Stadt zu liefern - aber nicht mit so einem Fahrzeug! Diese Einachser sind dafür optimal, grosse Lasten wie Holz über wenige km zu transportieren. Sie für Gemüsetransporte in die Stadt zu verwenden ist bar jeder Vernunft. Da kaufe ich der Umwelt zuliebe doch den eingeschifften Apfel aus Neuseeland.

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  • insider am 29.01.2016 10:52 Report Diesen Beitrag melden

    Einen Monat

    Ich gebe diesem Traktor einen Monat. Im Stadtverkehr diesem Traktor hinterher zu fahren wird manchen Automobilisten zur Weissglut treiben. Aber darum geht's doch eigentlich gar nicht, das Ziel ist schon längst erreicht. War beste Werbung ...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Land Ei am 30.01.2016 20:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Take it easy

    Immer das gestresse - einfach mal genug zeit einrechnen. Ist ja nicht in der stadt. Take it easy! Zudem-einfach mal was anderes ausprobieren!

  • Toni am 30.01.2016 17:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bauernhof Kurier

    Aus Sicht vom Umweltschutz ist dies verantwortungslos. Ein Traktor noch ein Landwirtschaftliches Gerät hat ein Katalysator noch ein Partikelfilter. Der Ausstoss von Feinstaub und Giftigen Abgase ist in der Stadt nicht zu verantworten.

  • Aargau sepp am 30.01.2016 09:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gute Idee !

    Diese tuck tucks sollte verbieten. Ich habe jetzt Pferde gekauft! Das ist Nostalgie. Passt auf Zürcher. Wenn meinem Mal muss, dann bleibt es stehen bis fertig ist. Dann könnt ihr im Auto Nachrichten hören oder Frühstücken. Gruss aus dem Aargau.

  • Frau am 30.01.2016 08:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tuk tuk

    Damit noch mehr Hindernisse entstehen im Verkehr. Super ! Das sollte verboten werden

  • Grizly am 29.01.2016 21:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bravo!!!

    Top Idee, bravo!! Der Schweiz geht es laut diesen Kommentaren hier noch zu gut.