Marco Hauenstein

24. Januar 2017 21:09; Akt: 25.01.2017 07:37 Print

Bei Elternsuche findet 19-Jähriger sein Grosi

Seit über zwei Wochen sucht Marco Hauenstein öffentlich seine leiblichen Eltern. Dank Facebook fand er nun seine Grossmutter, seine Tante und seinen Onkel.

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«Ich heisse Marco Hauenstein und ich suche meine leiblichen Eltern und Grosseltern» – so begann der Facebook-Post des 19-Jährigen, den er am 6. Januar veröffentlichte. Seither wurde der Beitrag über 7000-mal geteilt: «Ich bin unglaublich dankbar für die grosse Unterstützung aus der Öffentlichkeit – an gewissen Tagen habe ich Hinweise und Zuspruch im Minutentakt erhalten», sagt Hauenstein, der im Kanton Zug wohnt. Nationale und internationale Medien wie etwa die englische BBC oder die «Welt» aus Deutschland berichten über Hauensteins Suche.

Er hatte bereits Erfolg: Zuerst fand er die Schwester seiner Mutter im Kanton Aargau. «Ich hatte ein schönes Telefongespräch mit meiner Tante, das vereinbarte Treffen fand aber nicht statt», sagt Hauenstein. Eine lokale Zeitung habe ihr zwei Tage lang zu Hause aufgelauert. «Zusammen mit dem emotionalen Telefonat war das vermutlich alles etwas zu viel für sie», vermutet Hauenstein.

Emotionales Treffen mit der Grossmutter

Mehr Glück hatte er am vergangenen Freitag. «Ich habe einen Hinweis auf Facebook erhalten und bin darauf mit meinen Freunden in den Kanton Aargau gefahren und habe ein Haus nach dem anderen abgesucht, bis ich plötzlich den Namen meiner Grossmutter auf dem Briefkasten gesehen habe», sagt Hauenstein.

Er sei sehr nervös gewesen, habe dann aber doch geklingelt. «Meine Grossmutter öffnete die Tür, sagte ‹Oh Marco, endlich bist du da›, liess mich ins Haus und wir haben rund eine Stunde miteinander gesprochen – auch der Onkel war dabei», so der 19-Jährige. Es sei ein sehr schönes und emotionales Erlebnis gewesen. Alle Beteiligten würden nun aber zuerst mal Zeit brauchen, um die ganzen Emotionen zu verarbeiten.

Mutter gilt seit 2000 als vermisst

Bei der Suche nach seiner Mutter hätten sie jedoch keine neue Erkenntnisse liefern können: «Sie haben mir erzählt, dass meine Mutter im Februar 2000 weggelaufen sei und sie anschliessend eine Vermisstmeldung aufgegeben hätten», so Hauenstein.

Seit dem 19. Februar 2000 gilt seine Mutter Gina Barbara Hauenstein als vermisst. Viel mehr wusste er lange nicht. «Sie war während der Schwangerschaft stark drogenabhängig – ich wurde gleich als Kleinkind in einen Drogenentzug gebracht», so Hauenstein.

Bei Pflegefamilie aufgewachsen

Der damals zuständige Arzt habe gesagt, dass er noch nie einen derart schlimmen Drogenentzug bei einem Kleinkind gesehen habe. «Ich habe offenbar 14 Tage lang Tag und Nacht durchgeschrien», sagt Hauenstein. Und das direkt nach der Geburt.

Anschliessend lebte er in einem Heim und wurde dann von einer Pflegefamilie aufgenommen, bei der er bis zu seinem 16. Lebensjahr in Oberägeri im Kanton Zug wohnte. Beim FC Aegeri ist er heute noch Fussballtrainer und Schiedsrichter.

Neue Hinweise «geben sehr viel Hoffnung»

Über seinen Vater hat er keine Information. «Ich weiss nicht mal seinen Namen», sagt der 19-Jährige. Trotzdem habe er Hoffnung, dass er zumindest seine Mutter eines Tages kennen lernen werde: «Ich habe ganz aktuelle Hinweise, die mir sehr viel Hoffnung geben.»

Mehr könne er aber derzeit noch nicht verraten. Und: «Es gibt ja auch einen Grund, wieso meine Grossmutter sie auch nach bald 17 Jahren noch nicht für tot hält», so Hauenstein.

(wed)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Vay am 24.01.2017 23:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alles Gute

    Ich wünsche ihm ganz viel Glück bei der weiteren Suche! :-)

  • Bibi am 25.01.2017 07:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Viel Erfolg

    Lieber Marco ich wünsch dir von Herzen dass du deine Mutter und sogar deinen Vater finden wirst. Jeder hat das Recht zu wissen von wem und woher man kommt. Viel Kraft und viel Glück.

  • Sarawak am 24.01.2017 22:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zieh es durch

    Viel Glück Marco und gib nicht auf.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Leo am 25.01.2017 07:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    kommisch....

    wenn er die grossi fand ist es doch nun leicht die eltern zu finden denn das grosi muss ja wissen wo seine eltern wohnen.

    • TheGeek am 25.01.2017 07:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Leo

      Beitrag Lesen....dann kommentieren.

    • Martina am 25.01.2017 07:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Leo

      Naja, würde den Artikel lesen, sie ist doch abgehauen... Guten Mooooorgen:-)

    • Aglaya am 25.01.2017 07:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Leo

      Nicht zwingend, manche Leute haben keinen Kontakt zu ihren Eltern...

    einklappen einklappen
  • Bibi am 25.01.2017 07:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Viel Erfolg

    Lieber Marco ich wünsch dir von Herzen dass du deine Mutter und sogar deinen Vater finden wirst. Jeder hat das Recht zu wissen von wem und woher man kommt. Viel Kraft und viel Glück.

  • greenlife-ch am 25.01.2017 05:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Seelenfrieden

    Es gibt viele solche Geschichten, die einem aufwühlen. Ich hoffe der sympathische Junge Mann wird eine schöne Zukunft haben, und seinen Seelenfrieden mit einer eigenen Familie finden.

  • govinda am 25.01.2017 05:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    alles gute

    wow. wünsch dir alles gute bei deiner suche...respekt

  • Ottokar Rex am 25.01.2017 01:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich wünsche....

    ...Marco Hauenstein sehr viel Glück und Erfolg!