200 statt 60 km/h

20. August 2019 16:01; Akt: 20.08.2019 16:12 Print

BMW-Raser (27) fliegt wegen Handyvideo auf

Ein junger Mann ist 2015 mit 200 Kilometern pro Stunde durch Kloten gerast. Er erhält eine bedingte Freiheitsstrafe von 23 Monaten.

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Ein heute 27-jähriger Mann war an einem Abend im März 2015 mit dem BMW M3 seines Bruders auf der Steinackerstrasse in Kloten ZH unterwegs. Auf der Strecke gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 60. Daran hielt er sich nicht. Der Kaufmann beschleunigte bis auf 200 Kilometer pro Stunde. Deshalb musste er sich am Dienstag vor dem Bezirksgericht Bülach verantworten. Der erfahrene Staatsanwalt sprach von einem Rekordwert.

Zum Verhängnis wurde ihm aber nicht eine Polizeikontrolle, sondern ein Video, das sein Kollege von der Fahrt mit dem Handy vom Strassenrand aus gemacht hatte, wie die «Neue Zürcher Zeitung» berichtet. Die Behörden haben dieses zwei Jahre später im Zusammenhang mit einem Verfahren gegen den Kollegen entdeckt. Die Auswertung stellte eindeutig eine Überschreitung der Geschwindigkeit von 140 km/h fest.

Bedingte Freiheitsstrafe

Den BMW mussten die Behörden daraufhin nicht mehr sicherstellen. Der Lenker war 2015 in Kloten zu schnell in die Kurve gefahren und hatte einen Totalschaden produziert. Der Mann hat deshalb noch heute Schulden, wie er vor Gericht sagte. Seinen Fahrausweis musste er für zwei Jahre abgeben, hat ihn aber wieder zurück.

Doch nun kommt eine Strafe hinzu. Er erhält eine bedingte Freiheitsstrafe von 23 Monaten bei einer Probezeit von zwei Jahren – unter anderem wegen qualifizierter grober Verletzung der Verkehrsregeln. Der Beschuldigte habe eine hohe abstrakte Unfallgefahr geschaffen.

«Ich war mir damals nicht bewusst»

Er sei damals autobegeistert gewesen und habe sich in einem entsprechenden Umfeld bewegt, sagte der Beschuldigte laut der «NZZ» vor Gericht. «Ich war mir damals nicht bewusst, was alles hätte passieren können.» Es handle sich um ein Industriegebiet, und es sei niemand auf der Strasse gewesen. «Es war Schwachsinn.» Er sei sich der Gefahren jetzt bewusst und wolle in Zukunft nicht mehr auffallen.

(tam)