«Art on Ice»

15. Februar 2019 05:48; Akt: 15.02.2019 05:48 Print

Show im Hallenstadion wegen Handys reduziert

von Stefan Ehrbar - Beim «Art on Ice» in Zürich müssen Besucher das Bluetooth ihrer Handys ausschalten – weil der Veranstalter sparen wollte?

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Am «Art on Ice» sparen die Veranstalter nicht, wenn es um den Inhalt geht: Der britische Popbarde James Blunt und die Walliserin Stefanie Heinzmann singen, und auf dem Eis zeigen Olympiasieger sowie Weltmeister ihre Kunststücke. Doch bei der Premiere musste das Publikum auf einiges Spektakel verzichten: Die Flugelemente konnten sie nicht sehen. Sie wurden am vergangenen Donnerstag ersatzlos gestrichen.

Zu viele Gäste im Zürcher Hallenstadion hatten nämlich das Bluetooth ihrer Handys eingeschaltet. Das störte die Steuerung. «Wir haben beim Einlass der Gäste einen Verlust der Kommunikationsverbindung zu unserem Kontrollsystem bemerkt», sagt der Technische Leiter André Strebel.

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«Gesamtfluss nicht beeinträchtigen»

Technisch sei das so zu begründen, dass mit zunehmender Anzahl Handys im Hallenstadion auch die verfügbaren Frequenzen im WLAN-Spektrum von den Geräten belegt würden. Bluetooth ist ein Verfahren, das dasselbe Frequenzspektrum wie WLAN benutzt. Zwar handelt es sich um ein «Hopping-Verfahren», das das Frequenzband in verschiedene Kanäle unterteilt. Dennoch habe das System nicht mehr genügend freie Spektren gefunden, so Strebel. «Wir haben daher entschieden, lieber nicht zu fliegen, um den Gesamtfluss der Show nicht zu beeinträchtigen.»

Das Problem ist altbekannt – und es gäbe eine einfache Lösung. Sebastian Walz von der Firma Show Support, die regelmässig für grössere Anlässe wie das Openair Frauenfeld im Einsatz ist und Konzerte etwa von Justin Timberlake, Metallica oder Bon Jovi verantwortet, sagt, im Vorfeld einer Veranstaltung könnten beim Bundesamt für Kommunikation (Bakom) Frequenzen reserviert werden. Die würden nicht von privaten Endgeräten genutzt.

«Lösung kostet natürlich»

«Auf diesen Frequenzen sind die Störungsmöglichkeiten viel geringer, weil das Bakom einen Überblick über die Nutzer hat», so Walz. «Sie sind aber ein Kostenfaktor.» Offenbar hätten die Veranstalter von «Art on Ice» davon abgesehen, weil es an früheren Veranstaltungen zu keinen Problemen gekommen sei. «Bei grösseren Veranstaltungen macht es Sinn, solche Frequenzen zu beantragen», so Walz weiter. Zudem sei ein Frequenzmanagement üblich, da nicht nur Steuerungen, sondern etwa auch Mikrofone verschiedene Frequenzen benutzten und einander stören könnten. Walz: «Das kostet natürlich.»

Die «Art-On-Ice»-Veranstalter widersprechen allerdings. «Wir haben alle Alternativen geprüft», sagt André Strebel. «Es stehen keine Frequenzbänder zur Verfügung, die nicht anderweitig wieder zu Beeinträchtigungen geführt hätten.» Das Team fand schlussendlich einen Weg: Die Besucher werden nun vor Beginn der Vorstellungen angewiesen, das Bluetooth auszuschalten – auch wenn man dank einiger Optimierungen schon bei der zweiten Vorstellung eine stabile Verbindung gehabt habe, so Strebel. «Das wurde von einer überraschend grossen Anzahl unserer Besucher angenommen.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sonnenschein am 15.02.2019 06:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Überlebenskampf ohne Handy

    Wie wärs mit handy mal ausschalten und einfach die Show geniessen?

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  • Rosa am 15.02.2019 06:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Generation Gleichgültig

    Die meisten User wissen gar nicht wie man Bluetooth ausschaltet. Oder bei einem Fotoapparat den Blitz deaktiviert.

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  • Blue Tooth am 15.02.2019 06:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bluetooth

    Wir waren am Samstag an der Show. Hervorragende Darbietung, alles perfekt abgestimmt. Ja, wir wurden gebeten Bluetooth auszuschalten. Na und? Es war ein Superanlass. Für mich kein Thema so etwas zu diskutieren, es gibt wichtigeres.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Jemand am 15.02.2019 19:32 Report Diesen Beitrag melden

    Digitalisierung first; Denken second.

    Der Mangel an IT-Kompetenz bei Entscheidern nimmt ein erschreckendes Aumaß an. Offensichtlich sind die Moneten stets wichtiger als IT-Sicherheit. SaaS/Cloud Abhängigkeit und eine Vernachlässigung der eigenen IT, führen dazu, dass man keine Risikoanalysen durchführen kann. Bluetooth ist im Übrigen auch der Grund, warum in Hospitälern Handys verboten waren. Die älteren Versionem waren weit aus problematischer für Medizintechnik als dieser Fall.

    • Philipp am 15.02.2019 23:09 Report Diesen Beitrag melden

      Quatsch.

      Ulkig, dass in vielen Krankenhäusern Handys schon vor der Erfindung von Bluetooth verboten waren.

    • Jemand am 16.02.2019 01:35 Report Diesen Beitrag melden

      Kein Quatsch

      Ich habe zufällig Medizintechnik (Uni) studiert und das Thema BT in Eingebettete Systeme behandelt. Es gibt gab/gibt durchaus Gründe für einen Verbot der alten BT-Versionen. Heutzutage wird das bei der Entwicklung in der FMEA mit berücksichtigt. Das war nicht immer so. Ein weiterer Grund für Verbote sind natürlich auch die wirtschaftlichen Intressen und allgemeinen Hausregeln des KH, die letztlich zur Genesung beitragen sollen.

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  • Lacher des Tages am 15.02.2019 15:54 Report Diesen Beitrag melden

    Lieber Stefan Ehrbar

    Wie war das, die Show wurde reduziert, wegen Handys. Was würde den reduziert, die Sprünge, die Musik oder das Licht.

  • user am 15.02.2019 15:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    geht nicht

    ich habe mein headset und mein Fitness Tracker damit verbunden. darum würde ich es nicht ausmachen

    • kjhg kjhg am 15.02.2019 18:11 Report Diesen Beitrag melden

      faule Ausrede

      wozu genau braucht man bei einer solchen show ein Headset oder einen Fitneßtracker?

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  • Bes am 15.02.2019 15:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Grenzenlose Abhàngigkeit

    Diese Handysucht und Abhänigkeit macht mir Angst. Geht wirklich nichts mehr ohne? Spezielle Eindrücke und Erlebnisse sind in meinem Kopf gespeichert und die kann mir niemand nehmen.

  • Eventmanagment AG am 15.02.2019 14:14 Report Diesen Beitrag melden

    Sicherheitsrisiko Fliegen?!

    Es ist unverantworltich bei Flugtechnik auf WLAN zu setzten! Das muss per Kabel verbunden werden, da es immer zu Störungen kommen kann und das ist lebensgefährlich! Für Lichtsteuerung ist es ja halb so wild, wenn ein paar Scheinwerfer ausfallen, aber Flug- und Bühnentechnik - unverantwortlich. Hoffentlich muss nicht erst etwas passieren, dass soetwas verboten wird!

    • A380 am 15.02.2019 14:37 Report Diesen Beitrag melden

      Flugtechnik verkabeln?

      @Eventmanagement AG: Wie wollen Sie Flugtechnik verkabeln?

    • Eventmanagement AG am 15.02.2019 17:24 Report Diesen Beitrag melden

      Nicht Flugzeuge im Bauch...

      Na mit einem Kabel... die Flugvorrichtung wird ja wohl ein Motor haben der auch Strom benötigt. So kann dies kontrolliert werden. RJ45 oder DMX ist in der Branche üblich.

    • Philipp am 15.02.2019 23:11 Report Diesen Beitrag melden

      Kein Eventmanager, aber Techniker.

      Wenn sie über DMX Fluggeräte steuern wollen und das mit einem Standard für Steckverbinder vergleichen, haben Sie deutlich weniger Ahnung als Sie uns hier weiß machen möchten.

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