Volken ZH

01. März 2011 07:56; Akt: 28.02.2011 23:53 Print

Betrügerische Tierquälerin muss zahlen

von Attila Szenogrady - Da sie ihre beiden Katzen und zwei Hunde massiv vernachlässigt hatte, wurde eine kaufmännische Angestellte aus Volken wegen Tierquälerin verurteilt. Hinzu kamen auch noch ein Betrug und weitere Delikte.

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Aus dem nun eröffneten Urteil des Bezirksgerichts Zürich geht hervor, dass die heute 45-jährige Angeklagte aus Volken infolge einer Scheidung aus der Bahn geworfen wurde. Die kaufmännische Angestellte hätte sich im letzten November vor den Schranken verantworten sollen, blieb der Verhandlung jedoch unentschuldigt fern.

Hunde und Katzen arg vernachlässigt

Da die Frau bereits in der Untersuchung ein umfassendes Geständnis abgelegt hatte, kam der zuständige Einzelrichter zu umfassenden Schuldsprüchen im Sinne der Anklage. Zunächst wegen Tierquälerei, da die Beschuldigte ihre vier Haustiere in ihrer Wohnung arg vernachlässigt hatte. Ein Bericht des Kantonalen Veterinäramtes lastete der Beschuldigten massive Unterlassungen an. So waren sowohl ihre Dogge, als auch ihr Sennenhund stark untergewichtig und miserabel gepflegt. Es fehlte ihnen nicht nur an Auslauf, sondern auch am Zugang zu Futter oder frischem Trinkwasser. Auch die beiden Angorakatzen waren laut Kontrolle deutlich unterernährt und durch viel Schmutz einem grossen Stress ausgesetzt. So wies die Wohnung der Angeschuldigten zahlreiche Kot- und Urinspuren auf.

Auch Betrügerin und Zechprellerin

Offenbar litt die in eine Lebenskrise geratene Schweizerin auch unter finanziellen Problemen. So schreckte sie nicht davor zurück, das Postkonto einer ahnungslosen Kollegin zu plündern und um 8000 Franken zu erleichtern. Zuvor hatte die Betrügerin der Geschädigten die Postkarte Sowie deren PIN entwendet.

An den Weihnachten 2008 betätigte sich die Mutter auch als Zechprellerin, als sie sich in einem Zürcher Hotel unter einem falschen Namen anmeldete und dort einige Wochen lang wohnte. Bis sie eines Tages verschwand und offene Rechnungen für rund 1 800 Franken zurückliess.

Es wird teuer

Nun hat das Gericht die Angeklagte wegen Betrugs, Urkundenfälschung, Tierquälerei und weiteren Delikten zu einer bedingten Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu 70 Franken verurteilt. Obwohl die kaufmännische Angestellte die Sanktion von insgesamt 12 600 Franken nicht bezahlen muss, wird es für sie teuer. So soll eine Busse von 2 100 Franken abliefern. Zudem wurde eine ehemals bedingte Vorstrafe von 15 Tagessätzen zu 120 Franken widerrufen. Nicht zuletzt wurde die Beschuldigte verpflichtet, Schadenersatz zu leisten und die Gerichtskosten von 1 500 Franken zu tragen.