Stadt Zürich

07. Juni 2018 05:48; Akt: 07.06.2018 05:48 Print

Hier sollen bald 100 Bienenarten leben

Die Honigbiene kennt jeder – die Wildbiene ist weniger berühmt. Kleine Oasen mitten in der Stadt sollen diesen bedrohten Tieren nun ein Zuhause bieten.

In Zürich gibt es bereits vier Wildbienenparadiese.
Zum Thema
Fehler gesehen?

Noch ist es ruhig im Wildbienenparadies. Aber bald soll es hier blühen und summen. 80 bis 100 verschiedene Wildbienenarten sollen in der neu geschaffenen Oase bei der Haldenegg mitten in der Stadt Zürich ein neues Zuhause finden. «Wir haben auf über 600 Quadratmeter – in Zusammenarbeit mit der ETH – ein kleines Paradies für die einheimischen Wildbienen geschaffen», so Claudio Sedivy, Geschäftsführer von Wildbiene + Partner.

Umfrage
Macht Ihnen das Bienensterben Sorge?

Wildbienen stechen nicht

Was viele nicht wissen: «In der Schweiz gibt es mehr als 600 verschiedene Wildbienenarten.» Diese solle man aber bitte nicht mit der Honigbiene verwechseln, so der Bienenexperte. «Honigbienen leben in einem Staat – die meisten Wildbienenarten hingegen solitär.» Zudem seien sie absolut harmlos und «stechen auch nicht», so Sedivy. Man könne hier durch den Garten durchlaufen und «wird von keinem Tier gestochen oder belästigt».

Problematisch sei aber, dass die Hälfte der Wildbienen bedroht ist. Wegen der Vergrösserung von Siedlungsräumen und der immer intensiver geführten Landwirtschaft stehen Wildbienen – wie auch alle Wildtiere und Wildpflanzen in der Schweiz – unter Druck, so Sedivy. Ihre Lebensräume verschwinden zunehmend und ihre Habitate werden zerstört.

Jede Wildbienenart hat andere Ansprüche

Um den Erhalt dieser fleissigen und für die Natur wichtigen Tierchen zu gewährleisten, werden deshalb kleine Oasen mitten in der Stadt gebaut. «Schweizweit gibt es 11 solcher Gärten. Und in Zürich ist es bereits das vierte Bienenparadies.» Wie zum Beispiel an der Karl-Schmied-Strasse bei der ETH, wo man ganz viele Bienen bewundern kann. «Und es werden immer mehr – worüber wir sehr froh sind», so der Bienenexperte.

Jedoch ist der Bau dieser Oasen nicht ganz ohne: «Die zahlreichen Wildbienenarten haben verschiedene Ansprüche an ihre Umgebung.» Möchte man also für alle ein Paradies schaffen, müsse man versuchen, allen Arten gerecht zu werden: «Die Eigenheit jeder einzelnen Wildbienenart muss berücksichtigt werden.»

Alles muss stimmen

So brauchen einzelne Arten verschiedene einheimische Wildstauden. Zudem werden verschiedene Nistplätze benötigt, wie morsches Holz oder sandiger Boden: «Wir wollen dafür sorgen, dass sich alle wohlfühlen», so Sedivy. Darum steht auch ein Wildbienenhäuschen bereit: «Das ist dann für die Faulen, die sich selbst kein Plätzchen einrichten wollen.»

Der Unterhalt dieser komplexen Oase sei hingegen unkompliziert: Es wird nur ein Gärtner benötigt, der sich mit den einheimischen Pflanzen auskennt. Zudem sei dieser Garten deutlich einfacher zu unterhalten als ein konventioneller: «Wir haben hier keine exotischen Pflanzen, die man speziell hegen und pflegen muss», sagt Sedivy.

Hier sollen bald 100 verschiedene Bienen leben

(mon)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • stadtbewohner am 07.06.2018 07:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wildbienen

    schon irgendwie schräg, dass wildbienen in der stadt ein zuhause finden (müssen). sagt viel über den zustand unserer natur aus...

    einklappen einklappen
  • Agnes am 07.06.2018 07:25 Report Diesen Beitrag melden

    Win-Win?

    So was wird in der "Wirtschaftssprache" dann als Win-Win Situation bezeichnet. Erst wird jeder Flecken Natur zubetoniert und gewinnbringend bebaut, dann werden mit öffentlichen Mitteln unbebaubare Kleinstgrundstücke für Wildtiere ebenfalls gewinnbringend umgestaltet. So macht hier vor allem die Bauwirtschaft mehrmals Gewinn und kann sich sogar als Naturfreund profilieren. Viel einfacher wäre es da bei allen neuen Bauprojekten auf Natur- und Tiergerechte Gartenplanung zu achten. Vögel, Insekten, aber auch Maulwürfe, Frösche etc würden es danken.

    einklappen einklappen
  • Basti am 07.06.2018 06:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schön

    Find ich klasse und wird sicher schön anzusehen !

Die neusten Leser-Kommentare

  • Tim am 07.06.2018 15:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    hört doch auf

    Die Wildbienen sind gar nicht gefährdet. Es sind die Honigbienen, die gefördert werden müssen!

  • Alexander Uster am 07.06.2018 13:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mein Gartensitzplatz

    während all meine Nachbarn ihre Wiesen all Woche mähen, lasse ich all die Blumen gedeihen. Wie schön das ist... Erst anfangs Juni komme ich mit der Sense y Rasenmäher.

  • schweizer am 07.06.2018 12:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    geht's noch

    wir werden mit dem Kammerjäger diese Nester vernichten. es hat sonst schon genug Mücken und fliegen die auf dem Balkon nerven. es gibt viele Leute die gegen Bienen Stiche allergische sind. wer denkst Sicht so einen Blödsinn aus

  • Heidi Heidnisch am 07.06.2018 11:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Symptombehandlung

    Schade dass auf diese, eher unnatürliche Art, den Wildbienen geholfen werden muss. Wie der Name schon sagt, sind Wildbienen wild, gehören also in die Wildnis. Bloss dass es bald keine Wildnis mehr gibt auf der Welt. Die Natur wird interniert.

  • Ichtus am 07.06.2018 10:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gut so

    Ich finde,solche Oasen sind gar keine so schlechte Idee,den Bienen und anderen nützlichen Insekten zu helfen.Doch die 11 Oasen,die es hier in der Schweiz gibt,finde ich viel zu wenig.Man sollte überall,ob auf dem Land ,oder in der Stadt solche Oasen errichten,und auch,vor allem auf dem Land Wildwiesen wenn möglich stehen lassen.Nur so können wir den Tieren helfen.Einer hat mal gesagt:Gibt es keine Bienen mehr,gibt es der Mensch auch bald nicht mehr. Das ist doch ein Umdenken wert!Oder?