Tunesien

08. Februar 2011 11:16; Akt: 08.02.2011 16:00 Print

Blinder Passagier im FCZ-Reisecar

Am Samstag ist der Car des FCZ aus Tunesien zurückgekehrt – samt einem unerwarteten Insassen. «Unglaublich, dass ihm nichts passiert ist», sagt der FCZ-Sprecher.

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Fast wie ein trojanisches Pferd: Der Bus des FCZ wurde als Tor in die Schweiz missbraucht. (Bild: Keystone)

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Das Reinigungspersonal staunte nicht schlecht, als es am frühen Samstagmorgen den soeben zurückgekehrten Reisecar des FC Zürich putzen wollte: Plötzlich kroch ein Mann aus dem Radkasten und schlich sich davon. Die Putzequipe informierte die Stadtpolizei, die den Ausgebüxten kurze Zeit später festnehmen konnte.

Der 21-jährige Tunesier gab gemäss einer Mitteilung der Stapo Zürich an, er habe sich in Rom in einen Hohlraum hinter dem Hinterrad des Reisecars gezwängt, um so auf direktem Weg nach Zürich zu gelangen. Was aber gar nicht sein kann, weil die Reiseroute gar nicht über Rom führte. Der Car fuhr von Sousse nach Tunis, mit der Fähre direkt nach Genua und weiter auf dem Landweg ohne Halt via Mailand bis nach Zürich.

«Ein halbes Wunder»

Der Tunesier überstand die rund 30-stündige Reise auf einem Blech in dem Hohlraum, indem er sich an mehreren Kabeln festhielt. Er blieb unverletzt.
«Das ist ein halbes Wunder», sagt FCZ-Sprecher Giovanni Marti. «Es war Eiskalt in den Radkappen, ausserden strömen dort Gase durch, und wenn der Bus über ein Loch fuhr, musste sich der Mann gut festhalten.» Für den FCZ stehe im Vordergrund, dass dem blinden Passagier nichts passiert sei.

Nach der polizeilichen Einvernahme wurde der junge Tunesier wegen illegaler Einreise der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat zugeführt. «So etwas habe ich noch nie gehört», sagt Stapo-Sprecher Marco Cortesi. Da man sich alleine auf die Informationen des Tunesiers stützen könne, habe man den Widerspruch mit der Reiseroute nicht auflösen können.

Keine Ausschaffung

Wegen der angespannten Situation in seinem Heimatland muss der 21-jährige Tunesier vorläufig nicht mit einer Zwangsausschaffung rechnen, wie das Bundesamt für Migration gegenüber 20 Minuten Online bestätigt.

Der blinde Passagier war alleine im Bus unterwegs. Die FCZ-Fussballer, welche im tunesischen Sousse im Trainingslager weilten, traten die Rückreise wegen der Proteste im Land bereits am 16. Januar an.

(mlu)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bernd Schuster am 08.02.2011 11:52 Report Diesen Beitrag melden

    Selbst der Nächste oder Heimpiel

    Bei der aktuellen Lage in Tunesien kann man den Mann verstehen. Jeder der über illegale Einwanderer schipft, sollte sich fragen was er in so einer Situation tun würde ..... jeder ist sich selbst der Nächste. Vielleicht wollte er aber auch nur beim nächsten Heimspiel des FC Zürich dabei sein :-)

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  • Cedi am 08.02.2011 16:32 Report Diesen Beitrag melden

    Armes, reiches Volk

    Wenn man sich die Kommentare hier durchliest könnte einem fast schlecht werden.Wenn dass das Niveau der "wahren" Schweizer ist, dann können wir froh um jeden Ausländer sein.

  • Schwyzerchäs am 08.02.2011 19:16 Report Diesen Beitrag melden

    Armes krankes Volk

    Es stimmt mich traurig solche niveaulosen Kommentare zu lesen in welchen der Mann als Verbrecher oder sogar als Sicherheitsrisiko angeprangert wird nur weil er sich verzweifelt nach einem besseren Leben sehnt. Einfach widerlich..

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Die neusten Leser-Kommentare

  • B. Kerzenmacher am 18.02.2011 00:25 Report Diesen Beitrag melden

    Wie immer...

    Lediglich eine Frage der Zeit bis er Asyl erhält mit den dazugehörenden Sozialleistungen. Wer einmal hier ist, bleibt in der Regel auch. Darüber täuschen auch die paar Ausschaffungen die man jährlich zur Ablenkung vornimmt nicht hinweg. Der Ablauf dieses Falles wird so sein wie bei 95% aller Fälle auch. Es endet mit dem C oder Schweizerpass. Da muss man sich gar nichts selber in die Tasche lügen

  • R. Meyer am 09.02.2011 17:34 Report Diesen Beitrag melden

    Prioritäten...

    Und für junge und alte Schweizer Bürger... ...bleiben halt keine Sozialhilfe-Gelder mehr übrig. Auch wenn man jahrelang geackert und sich den A**** aufgerissen hat - dann unverschuldet in Not gerät.. Nun ja, anscheinend hat jede andere Nation höhere Priorität.

  • Schweizer am 09.02.2011 12:23 Report Diesen Beitrag melden

    Sofort nach Hause mit diesem Illegalen

    Leider lese ich hier viele Texte die diesen Illegalen noch unterstützen. Das ist echt falsch. Dieser Kerl gehört sofort nach Hause geschickt. Er ist auch dort sicher, wenn er sich wie es sich gehört an die Gesetze hält. Ausserdem, was geht uns sein Schicksal überhaupt an? Er soll sich im eigenen Land selber helfen und nicht auf den dummen Schweizer hoffen.

    • Hans am 11.02.2011 08:09 Report Diesen Beitrag melden

      Dies ist genau das Problem

      Wir Schweizer sind viel zu egoistisch, denken nur selber und an unser Wohlbefinden. Ein Mensch ist ein Mensch, egal von welcher Herkunft. Denk mal drüber nach!

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  • Lolalipop Saloloakimo am 08.02.2011 21:42 Report Diesen Beitrag melden

    Finde deinen Platz auf der Erde :-)

    Respekt!!! Ich glaube diesem jungen Mann geht es nicht gut, denn sonst hätte er sich nie so eine gefährliche Reise gemacht. Ich wünsche ihm alles gute und ich hoffe er wird den richtigen Platz auf dieser Erde finden!

  • Schwyzerchäs am 08.02.2011 19:16 Report Diesen Beitrag melden

    Armes krankes Volk

    Es stimmt mich traurig solche niveaulosen Kommentare zu lesen in welchen der Mann als Verbrecher oder sogar als Sicherheitsrisiko angeprangert wird nur weil er sich verzweifelt nach einem besseren Leben sehnt. Einfach widerlich..

    • Habt ihr Angst? am 09.02.2011 08:40 Report Diesen Beitrag melden

      Kann dir nur recht geben

      Die Hasskampagnen einiger Parteien zeigen langsam Wirkung und vergiften die Stimmung im Land.

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