Wegen Limmattalbahn

18. Januar 2018 20:03; Akt: 19.01.2018 00:36 Print

100-Tonnen-Buche ist gerettet und zieht um

Die 70-jährige Blutbuche von Schlieren, die der Limmattalbahn im Weg steht, ist gerettet. Der Baum wird Anfang Februar 170 Meter in den angrenzenden Stadtpark versetzt.

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Das ist eine Premiere: Noch nie sei in der Schweiz ein Baum dieser Grössenordnung versetzt worden, teilten die Stadt Schlieren, die Limmattalbahn und die BMB Group, die die Versetzung durchführt, am Donnerstag gemeinsam mit. Das Gewicht der Rotbuche, auch Blutbuche genannt, wird auf 90 bis 100 Tonnen geschätzt. An seinem jetzigen Standort kann der Baum nicht bleiben: Seine Baumkrone tangiert das städtische Flügeldach und die Fahrleitungen der neuen Limmattalbahn. Seine Wurzeln ragen zudem ins Fundament der Haltestelle.

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Petition für Rotbuche

Daher war klar: Der Baum muss weg. Denn die Anpassung der Pläne hätte grosse Auswirkungen auf die Projekte Stadtplatz, Limmattalbahn und das Grosskreiselprojekt des Kantons Zürich gehabt. Die Konsequenzen einer Projektänderung: Mehrkosten von über drei Millionen Franken und eine Terminverzögerung bis zu einem Jahr - was wiederum Auswirkungen auf den Verkehr gehabt hätte.

Gegen diese Pläne wehrte sich ein Teil der Schlieremer Bevölkerung und reichte zur Rettung eine Petition mit rund 4700 Unterschriften ein. Zudem attestierte ein Fachgutachten der Rotbuche gute Überlebenschancen bei einer Versetzung.

Da nun auch die Finanzierung geklärt ist - die Kosten von rund 160'000 Franken werden grösstenteils von der BMB Group und privaten Geldgebern übernommen, dazu kommen Beiträge von Schlieren und der Limmattalbahn AG - steht der Versetzung nichts mehr im Weg.

«Freuen uns dem Baum ein weiteres Leben zu ermöglichen»

«Wir sind sehr erfreut, dass die Versetzung nun doch noch zustande kommt», sagt Andreas Bernauer, Projektleiter BMB Group. Es sei selten, dass ein Baum alle Voraussetzungen für eine Versetzung erfülle. «Das ist auch der Grund, dass wir ein Teil des Risikos übernehmen – wir können an einem Projekt mitarbeiten, dass es so noch nicht gegeben hat in der Schweiz», so Bernauer. Sie würden dafür mit internationalen Spezialisten zusammenarbeiten.

«In anderen europäischen Regionen wie etwa in Skandinavien werden solche Versetzungen regelmässig durchgeführt», sagt Bernauer. Die ersten Dankesmails habe er bereits bekommen.
«Wir freuen uns auf die bevorstehenden Arbeiten, diesem wunderbarem Baum ein weiteres Leben zu ermöglichen.»

Ausgraben und anheben

Der Umzug soll Anfang Februar erfolgen. Dazu werden eine Grube gegraben und Stahlplatten unter dem Wurzelwerk, das nur rund 40 Zentimeter tief ist, durchgeschoben, wie Stadtrat Markus Bärtschiger gegenüber der Nachrichtenagentur sda erklärte.

Anschliessend wird der Baum inklusive dem Wurzelwerk - dieses ist aufgrund von Erde und Wasser besonders schwer - von zwei Kränen auf einen Wagen gehoben und auf der Strasse in den Stadtpark transportiert. Die Strasse ist dabei das grosse Glück der Schlieremer, denn beispielsweise auf lockerem Boden wäre der Umzug nicht möglich gewesen.

(sda/wed)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • NoName... am 18.01.2018 20:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Guter Titel

    Ich als Schreiner habe noch nie ein Baum gesehen der 100 Tonnen ist. 100 Jahre schon eher ^^

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  • Gioia am 18.01.2018 20:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Erfreuliche Nachricht

    Danke für den Einsatz vieler Personen mit der Petition. Gemeinsam kann eben doch etwas erreicht werden, bravo! Jeder Baum, der gerettet werden kann, ist ein Zeichen der Hoffnung, Weitsicht und auch des gesunden Menschenverstandes.

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  • S. Baumgartner am 18.01.2018 21:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Baumumpflanzung = Zukunft

    Wir haben auch mit der BMB Group einen Baum versetzten lassen. Ist nicht viel teurer als das fachgerechte entsorgen und tut der Umwelt gut. Klasse Sache! Weiter so

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Eveline am 19.01.2018 12:49 Report Diesen Beitrag melden

    Wunderschöne

    HARE Lehmann Es freut uns sehr dass dieser wunderbare Blutbuche geredet wird aber wir haben noch weiter Bäume gesehen und es macht uns sehr weh in unseren Herzen wie viele andere Bäume schon gefällt wurden man soll wirklich alles gut überlegen und nicht immer so schnell handeln wenn man denkt bis so ein Baum gross wird geht es über 30 Jahre lang u ob die jungen Bäune überhaupt bei unseren schlechten Umweltbelastung heutzutag überleben können? Wir wünschen aber trotzdem guten Erfolg und dass der Blutbuche es gut geht und am neuen Ort es gefällt u weiter gut wie bisher gedeiht.

    • Blutbuche am 19.01.2018 13:15 Report Diesen Beitrag melden

      Blutbuche

      Schön, dass jemand die Finanzierung gewährleistet und damit beweist, dass nicht immer nur die finanziellen Interessen an erster Stelle stehen müssen. Herzlichen Dank und viel Glück und gutes Gedeihen!

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  • Pippin am 19.01.2018 11:31 Report Diesen Beitrag melden

    Peace

    Schön kann der Baum gerettet werden. Sonst hätten sich die Ents vom Schlieremer Wald zum letzten Marsch Richtung Stadtzentrum aufgemacht. Peace.

  • Fred am 19.01.2018 10:57 Report Diesen Beitrag melden

    Sehr nice

    Toll toll toll! Es wurde schon viel mehr Geld für viel Blöderes ausgegeben! weiter so!

  • Sofia am 19.01.2018 10:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So kann man Geld in den Sand setzen

    Das Umsetzen eines alten Baumes bringt nur der Firma was die dafür dick kassiert .Für den Baum ist wahrscheinlich so und so das Todesurteil. Oder gibt die Firma eine 100 % Garantie das der Baum wieder anwächst ? Geld zurück Garantie müsste ausgehandelt werden.Glaube dann würde die Firma die Finger davon lassen.

  • Denise am 19.01.2018 10:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das funktioniert?

    Ob das ein so alter Baum wirklich überlebt? Hoffen wir mal das Beste...