18. April 2005 20:46; Akt: 18.04.2005 22:42 Print

Böögg prophezeit mittelprächtigen Sommer

17 Minuten und 44 Sekunden hat es am Sechseläuten in Zürich gedauert, bis dem Böögg der Kopf explodierte.

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Gemäss dem Volksmund dürfte der Sommer ansprechend werden. Besondere Teilnehmer am diesjährigen Frühlingsfest «Sächsilüüte» in der Limmatstadt waren der Kanton Freiburg als Gastkanton sowie die ETH Zürich, die dieses Jahr ihr 150-jähriges Bestehen feiert.

Der Gastkanton präsentierte sich unter dem Motto «Fribourg bringt Farbe rein». Angeführt vom stolzen Musikkorps «La Landwehr», marschierten Folklore- und Trachtengruppen mit, thematisiert wurden bekannte Freiburger Produkte wie Käse und Wein. Für Tanzeinlagen sorgte eine Samba-Gruppe aus Nova Friburgo, einem Ort in Brasilien.

Kanton Fribourg als Brückenbauer

Die Freiburger nutzten am Sechseläuten die Chance, bekannter zu werden: als Brückenbauer zwischen Tradition und Moderne, zwischen Deutschschweiz und Welschschweiz. Von Freitag bis Montag hatte der Kanton Freiburg ein kulinarisches und kulturelles Programm geboten.

Als weiterer Ehrengast trat die ETH Zürich mit einer Vielzahl von Würdenträgern und Professoren der Hochschule auf, gefolgt von einem Sujetwagen der Hochschule. Unter der Wissenschaftsprominenz befanden sich auch mehrere Nobelpreisträger der ETH Zürich, so zum Beispiel Kurt Wüthrich, Heinrich Rohrer und Richard Ernst.

Am «Sächsilüüte» war die Landesregierung durch Bundesrat Christoph Blocher vertreten; die Veranstalter zählen ihn zu ihren «Stammgästen». Mit dabei war auch Armeechef Christophe Keckeis. Und als eine der wenigen Frauen nahm Miss Schweiz Fiona Hefti teil.

3500 Zünfter, 1000 Kinder, 1300 Musizierende

Rund 3500 historisch gewandete Mitglieder der 26 Zürcher Zünfte und 1000 Kinder zogen in blumengeschmückten Wagen, zu Pferd oder zu Fuss über die sieben Kilometer lange Route zum Sechseläutenplatz. Begleitet wurden sie von 1300 Musizierenden und über hundert Ehrengästen. Zum Umzug gehörten auch 50 Wagen und rund 500 Pferde.

Tausende von Schaulustigen, darunter etliche Familien, säumten die Route des farbig-fröhlichen Umzugs, und sie spendeten Applaus. Auch das Wetter spielte mit, denn es herrschte trockene Witterung.

Dem Winter symbolisch den Garaus machen

Um punkt 18 Uhr begann der eigentliche Höhepunkt des Zürcher Frühlingsfestes: Auf dem Sechseläutenplatz wurde der Scheiterhaufen, auf dem der Böögg thronte, angezündet - und zwar durch die Freiburger Staatsratspräsidentin Ruth Lüthi. 17 Minuten und 44 Sekunden später explodierte der Kopf des Bööggs.

Der schneeweisse Böögg symbolisiert den Winter. Mit seiner Verbrennung soll dem Winter symbolisch der Garaus gemacht werden. Je rascher nach dem Entzünden des Scheiterhaufens der Kopf explodiert, desto schöner wird gemäss dem Volksmund der Sommer.

Im vorletzten Jahr stimmte diese Prognose exakt: Nach rekordverdächtigen 5 Minuten und 42 Sekunden flog der Kopf des Bööggs in die Luft - es folgte ein Jahrhundertsommer. Im Vorjahr dauerte es 11 Minuten und 42 Sekunden bis zum grossen Knall.