AKW-Drama in Japan

22. März 2011 21:30; Akt: 22.03.2011 21:36 Print

Boom bei Solarfirmen

von Roman Hodel - Die Atom-Katastrophe von Japan nützt Zürcher Anbietern von Solaranlagen: Sie werden seit Tagen von Anfragen überflutet.

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Mitarbeiter montieren ein Solarkraftwerk in Winterthur. (Energiebüro AG)

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Ob Strom mittels Solarkraftwerken oder warmes Wasser mittels Sonnenkollektoren – Solarenergie ist im Kanton Zürich gefragt wie noch nie. Grund dafür ist die Atom-Katastrophe in Japan. «Es ist verrückt – auf unserer Homepage registrieren wir doppelt so viele Klicks wie sonst, ganz zu schweigen von den Anrufen», sagt Andrew Knuth, Inhaber der SoloSolar GmbH in Wallisellen. Auch Barbara Schaffner, Projektleiterin der Energiebüro AG in Zürich, sagt: «Das Interesse an Solarkraftwerken ist klar gestiegen – wir erhalten deutlich mehr Anfragen.»

Ob dies auch den Umsatz positiv beeinflusse, werde sich erst noch zeigen, «denn ein Solarkraftwerk bestellt man nicht von heute auf morgen». Richard Güttinger, Inhaber der Zürcher Solarline AG, stellt derweil fest: «Jene, die bei uns bereits vor dem Japan-Unglück Offerten eingeholt hatten, fühlen sich nun bestärkt darin, in eine Solaranlage zu investieren.»

David Stickelberger, Geschäftsleiter des Fachverbands Swissolar, ist überzeugt, dass Solarenergie nachhaltig an Boden gewinnt: «Für den grossen Durchbruch muss allerdings auch die Politik mitziehen und genügend Fördergelder sprechen – durch die Katastrophe in Japan könnte Bewegung in die Sache kommen.» Güttinger sagt: «Traurig ist, dass zuerst etwas Schlimmes passieren muss, damit die Leute umdenken.»