Zürich

26. Juni 2019 10:35; Akt: 26.06.2019 11:07 Print

Bordell-Betreiber Heiko S. erhält tiefere Busse

Der als Huren-Heiko bekannte Bordell-Betreiber wurde vom Bezirksgericht Zürich zu einer Busse verurteilt.

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«Huren-Heiko»: So lautet der Spitzname des deutschen Heiko S. Tatsächlich betrieb er in der Stadt Zürich zwischen 2016 und 2018 über zehn illegale Bordelle – weitere kamen im Kantonsgebiet dazu. Und das in normalen Wohnungen. Oft wussten die Vermieter nicht mal, dass in ihren vier Wänden Prostituierte ein- und ausgingen.

Mit Strafbefehlen vom 10. Juli 2018 wurden Heiko S. und eine Frau vom Statthalteramt des Bezirks Zürich mit Bussen von 9000 Franken beziehungsweise 7500 Franken bestraft. Dagegen erhoben beide Einsprache. An der Hauptverhandlung im April 2019 tauchten sie aber nicht auf.

Kontrollen bestätigten die Ausübung der Prostitution

Heiko S. stellte nicht in Abrede, dass er die fraglichen Wohnungen angemietet und weiter untervermietet hatte. Für zwei der Wohnungen räumte das zumindest teilweise auch die Einsprecherin ein. Beide bestritten jedoch, in den Wohnungen Bordelle betrieben beziehungsweise darum gewusst zu haben, dass sich die Untermieterinnen in den Wohnungen prostituierten.

Das Gericht kommt aber zu einem anderen Schluss. Nach umfangreicher Untersuchungen mit zahlreichen Kontrollen in den betroffenen Liegenschaften könne erstellt werden, dass alle fraglichen Wohnungen zur Ausübung der Prostitution genutzt wurden, teilte das Bezirksgericht Zürich am Mittwochmorgen mit. Weiter wurden die Einsprecher jeweils über diese Kontrollen informiert, so dass sie stets auch von diesen unzulässigen Umständen wussten.

Deutlich tiefere Bussen als zuvor

Angesichts dieser Umstände fällten die Richter folgendes Urteil: Heiko S. wird mit einer Busse von 3800 Franken, teilweise als Zusatzstrafe zu früher ergangenen Strafbefehlen bestraft. Der Frau kann ein schuldhaftes Verhalten nur bezüglich zweier Liegenschaften nachgewiesen werden, wofür ihr eine Busse in der Höhe von 800 Franken auferlegt wird. Im Übrigen wird sie freigesprochen.

In einem weiteren Vorwurf betreffend Verstosses gegen die Verordnung über die Einführung des freien Personenverkehrs wird das Verfahren grösstenteils eingestellt, weil der Sachverhalt in dieser Hinsicht zu wenig detailliert umschrieben war. In einem Anklagevorwurf ergeht mangels genügender Beweislage ein Freispruch zu Gunsten des Einsprechers.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Es kann beim Obergericht des Kantons Zürich angefochten werden. Alle Parteien haben Berufung angemeldet.

(wed/tam)