Zürich

01. Februar 2011 23:49; Akt: 01.02.2011 19:18 Print

Brennende Rache einer Flight Attendant

von Attila Szenogrady - Um sich für das Ende der Beziehung zu rächen, hat eine Flugbegleiterin die Hosen und einen Anzug ihres Ex-Freundes mit Brandlöchern beschädigt, Blumen zerstört und ein Erinnerungsfoto mit einem Hakenkreuz beschmiert. Nun könnte es für die Schweizerin sehr teuer werden.

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Die heute 53-jährige Angeklagte ist kein unbeschriebenes Blatt. So wurde sie bereits vor drei Jahren wegen Brandstiftung und Tierquälerei von der Staatsanwaltschaft Winterthur / Unterland zu einer bedingten Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu 80 Franken verurteilt. Die Angeklagte hatte damals in einem Wutanfall das Terrarium eines damaligen Freundes angezündet und damit seine Schlange verbrannt. «Ich war damals nach einer langen Reise betrunken und hatte Gras geraucht», rechtfertigte die Flugbegleiterin am Dienstag ihre Vorstrafe vor dem Bezirksgericht Zürich. Nun standen neue Vorwürfe zu Lasten eines anderen Ex-Freundes zur Debatte.

Laut Anklage: Gestohlen und zerstört

Die Staatsanwaltschaft lastete der Dame zwei Racheaktionen aus dem Sommer 2009 an. Damals drang die Beschuldigte gleich zwei Mal in die Wohnung ihres früheren Partners im Zürcher Kreis 5 ein. Der heute 42-jährige Geschädigte war jeweils nicht zu Hause und erlebte bei seiner Rückkehr eine böse Überraschung. Beim ersten «Besuch» entwendete seine gekränkte Ex-Partnerin seine Skier für 1 500 Franken, eine CD-Sammlung für 200 Franken, ein Ladegerät für ein Mobiltelefon sowie Schulungsunterlagen der SR-Technics.

Bei der zweiten «Visite» verlegte sich die Beschuldigte – alles laut Anklage – auf zerstörerische Aktivitäten. So beschädigte sie vier Hosen und einen Anzug ihres Opfers mit Brandlöchern, zerschnitt ein Mobiltelefon-Headset und riss auf dem Balkon diverse Blumen aus den Töpfen. Zudem verschmierte sie eines seiner Erinnerungsfotos mit einem Hakenkreuz.

Happige Geldstrafe gefordert

Die Staatsanwaltschaft lastete der Flight Attendant Diebstahl, Hausfriedensbruch sowie Sachbeschädigung an. Der Strafantrag fiel mit einer unbedingten Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu 110 Franken recht happig aus. Insgesamt soll die Swiss-Angestellte also 19 800 Franken bezahlen. Vor Gericht stritt die Angeschuldigte die meisten Vorwürfe ab und liess ihren Rechtsanwalt im Hauptantrag auf einen vollen Freispruch plädieren.

Allerdings sah es für die Frau schlecht aus. So hatte sie zugegeben, dass sie jeweils in die Wohnung ihres Ex-Freundes eingedrungen war. Zudem hatte sie ihm während der Untersuchung einen Deal vorgeschlagen. Sollte er seine Strafanträge zurückziehen, würde sie für den Schaden aufkommen, bot sie ihm – allerdings vergeblich - an. Was aber praktisch einem Geständnis gleichkam.

Das Gericht kam aus zeitlichen Gründen noch zu keinem Urteil. Es wird den Entscheid demnächst schriftlich zu stellen.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • F.D. am 03.02.2011 16:23 Report Diesen Beitrag melden

    Ist ja mal wieder normal

    Nicht nur CHF 110.- das reicht nicht aus! Der würde ich 1000.-/Tag aufkommen lassen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • F.D. am 03.02.2011 16:23 Report Diesen Beitrag melden

    Ist ja mal wieder normal

    Nicht nur CHF 110.- das reicht nicht aus! Der würde ich 1000.-/Tag aufkommen lassen.