Banküberfälle

23. März 2019 06:45; Akt: 23.03.2019 07:08 Print

Bruder des Kaufleuten-Mörders wird ausgeschafft

Weil er zwei Banken und ein Coiffeurgeschäft überfallen hatte, wurde ein 23-jähriger Iraker verurteilt. Schon sein Bruder stand vor Gericht.

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Ein 23-jähriger Iraker ist am Dienstag vom Bezirksgericht Meilen zu einer 30-monatigen Freiheitsstrafe verurteilt worden, von der er die Hälfte absitzen muss. Zudem sprachen die Richter eine anschliessende Landesverweisung aus, die für sieben Jahre gilt.

Der Mann wohnt seit dem Kindesalter in der Schweiz und hat hier eine Lehre als Verkäufer absolviert. Trotzdem soll er nun zurück in den Irak müssen. Er hatte in einer Schadenanzeige an seine Versicherung falsche Angaben gemacht und war in ein Coiffeurgeschäft in Stäfa eingebrochen. Doch das war erst der Anfang.

Löffel als Tatwaffe

Laut der «Zürichsee-Zeitung» sagte der Mann vor Gericht, er habe Schulden beim Betreibungsamt und Privatpersonen gehabt – hauptsächlich wegen seines Kokainkonsums. Zudem sei er ein halbes Jahr arbeitslos gewesen. Also zog der Mann am 3. Januar 2018 mit einem Schraubenzieher bewaffnet los, um die UBS-Filiale in Stäfa zu überfallen. Er erbeutete 9400 Franken, war damit aber seine Geldschulden noch nicht los.

Deshalb überfiel er nur wenig später wieder mit einem Schraubenzieher bewaffnet eine UBS-Filiale in Lachen SZ. Bei diesem Überfall erbeutete er über 13'000 Euro. Weil er laut der Zeitung immer noch Geldsorgen gehabt habe, habe er drei Wochen später erneut die UBS-Filiale in Stäfa auszurauben versucht. Ein Löffel, den er als Tatwaffe einsetzen wollte, vermochte die Angestellten aber nicht zu beeindrucken.

«Ich steche zu»

Vor Gericht entschuldigte sich der Mann und gab sich reuig. Das hielt die Richter nicht davon ab, den Landesverweis auszusprechen.

Wie 20 Minuten weiss, kommt der Täter aus keiner unbekannten Familie. Bei seinem älteren Bruder handelt es sich um den heute 29-jährigen Mann, der am 14. Juli 2012 vor dem Zürcher Club Kaufleuten den damals 23-jährigen Vigan M. erstochen und dessen Bruder lebensgefährlich verletzt hatte.

Das Zürcher Obergericht hatte ihn dafür 2015 zu 18 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Zudem muss er eine ambulante Therapie absolvieren und den Eltern und anderen Hinterbliebenen des Opfers 235'000 Franken bezahlen. Der Fall hatte damals eine breite Diskussion über Gewalt und eine grosse Solidaritätswelle ausgelöst. Sein Bruder hingegen setzte keine Gewalt ein, drohte aber einer Bankangestellten: «Ich steche zu», rief er, um die Herausgabe von Geld zu erzwingen.

(ehs)