Fuss eingeklemmt

17. Februar 2019 12:19; Akt: 17.02.2019 14:29 Print

J. T. (10) wurde 100 Meter von Bus mitgeschleift

Weil er einer Frau die Bustür aufhalten wollte, wurde J.T. (10) eingeklemmt und vom Bus 100 Meter weit mitgeschleift. Bei den VBZ bedauert man den Vorfall.

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Mit Schürfungen und Prellungen sitzt J.T.* zu Hause. Obwohl der 10-Jährige Schulferien hat, kann er nicht raus zum Spielen. Zu gross sind die Schmerzen. Zudem steht der Fünftklässler noch immer unter Schock. Am Freitag, 8. Februar, stieg er an der Haltestelle Einfangstrasse in Zürich-Affoltern aus dem Bus.

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Als er eine Frau auf den Bus rennen sah, wollte er ihr die Tür aufhalten. Er drückte den Knopf und streckte seinen Fuss dazwischen. Doch die Tür schloss sich und klemmte sein Bein ein. Weil der Busfahrer nichts bemerkte, fuhr er los und schleifte das Kind die Strasse entlang mit.

Knapp hundert Meter mitgeschleift

Das Rufen und Schreien der Gspänli, die sich im Bus befanden, schien der Chauffeur nicht zu hören. Erst nach etwa 100 Metern sei der Bus endlich stehen geblieben: «Ein Autofahrer hat gehupt und so wahrscheinlich den Fahrer auf mein Kind aufmerksam gemacht», erzählt die Mutter M. T.. Passanten befreiten den Kleinen schliesslich aus seiner misslichen Lage und zogen ihn von der Strasse.

Die Mutter ist empört: «Wie kann so etwas passieren? Wofür gibt es Sensoren?» Auch dass der Busfahrer nichts mitbekommen haben soll, sei fragwürdig. Ebenso habe sich die Frau, für die der Bub die Tür aufhielt, nicht als Zeugin gemeldet.

«Mein Kind hatte Glück im Unglück»

In der Zwischenzeit habe sie einen Anruf von den Verkehrsbetrieben Zürich (VBZ) erhalten: «Die haben mir nur gesagt, ich solle die Arztrechnung schicken. Keine Entschuldigung oder Erklärung. Als ob mein Sohn ein Gegenstand wäre, den man einfach reparieren kann.» Das möchte T. so nicht hinnehmen. Sie will nun Anzeige erstatten und damit verhindern, dass so etwas noch einmal passiert: «Mein Kind hatte Glück im Unglück.»

Die Mutter glaubt, dass der Schulthek sowie seine dicke Winterjacke ihn vor Schlimmerem bewahrt hätten. Zudem soll der 10-Jährige versucht haben, seinen Kopf oben zu halten: «Trotzdem hat er am ganzen Körper blaue Flecken erlitten, und sein Steissbein tut ihm sehr weh.» Auch seine Sneakers und seine Jacke seien bei dem Unfall kaputtgegangen. «Jetzt weint er nicht nur wegen der Schmerzen, sondern er ist auch traurig wegen seiner neuen Sachen.»

VBZ bedauert Vorfall

Bei der Stadtpolizei Zürich hat man Kenntnis von dem Vorfall. Ermittlungen würden laufen Die VBZ bedauern diesen Zwischenfall sehr, wie es auf Anfrage heisst: «Da Unfallursache und Unfallhergang noch Gegenstand der laufenden Ermittlungen sind, gibt es derzeit keine weiteren Informationen dazu», sagt VBZ-Sprecherin Daniela Tobler. Auch könne man zu den möglichen Konsequenzen für den Fahrer keine Stellung nehmen. Die Mutter des verunfallten Jungen sei aber ordnungsgemäss vom VBZ-Schadendienst kontaktiert worden, um die nötige Unfallmeldung auszulösen.

Wie Tobler erklärt, erfolgt die Überwachung der Türen über Lichtschranken beziehungsweise einen Klemmschutz. In dem Bereich, wo die Lichtschranke installiert ist, werden alle Bewegungen und Gegenstände wahrgenommen: «Die Anlagen sind nicht veraltet und funktionieren im Normalfall einwandfrei.» Vor der Ausfahrt der Busse finden zudem täglich Türkontrollen statt. Wie es trotzdem zu dem Unfall kommen konnte, sei unklar: «Das Fahrzeug wird nun genau untersucht.»

Sollte man einen solchen Vorfall beobachten, rät man den Fahrgästen, zu rufen und sich unmittelbar mit dem Fahrpersonal in Verbindung zu setzen.

*Name der Redaktion bekannt

(mon)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tjololo am 17.02.2019 13:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gute Besserung

    Weshalb rannte im Bus denn niemand zum Buschauffeur nach vorne??? Auf jedenfall wünsche ich dem Jungen ganz gute Besserung und hoffe dass er dies gut verarbeitet.

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  • Dihydrogenmonoxid am 17.02.2019 12:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fragwürdig???

    "dass der Busfahrer nichts mitbekommen haben soll, sei fragwürdig"....die Dame "denkt" also, dass der Busfahrer dies aus Jux und Tollerei gemacht hat?

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  • Badener am 17.02.2019 13:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Egoismus ist gesünder

    Schlecht, dass der Fahrer das nicht bemerkt... Und gute Besserung. Aber man sollte für Menschen die zu spät sind nicht versuchen den Bus aufzuhalten. Warum sollen 40 Personen die Pünktlich an der Haltestelle sein können wegen einer Person die es nicht kann später ankommen?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • aaron am 17.02.2019 17:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    beschämung der Kommentare

    leider verstehe ich den Shitstorm nich gegen den 10 Jöhrigen jungen... Er ist 10 hat respekt und anstand was teils 28 jährige heute nicht besitzen... Klar mit dem Fuss ist es nicht das beste einen bus zu stoppen aber haut man hier wirklich auf einem 10 Jährigen rum weil er Anstand aufwies und 100 meter mitgeschleppt wurde ? seit froh das diese Generation Kinder wieder anstand und repekt besitzen den meine tut es nicht.... Die bevölkerung wird immer trauriger

  • U. G. am 17.02.2019 17:57 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht Verurteilen, ohne wissen

    Da sind sie wieder, alle sofortigen Verurteiler, die genau wissen, was geschah und wer die Schuld trägt. Ein paar kleine Denkanstösse. Meines Wissens ist die Haltestelle in einer leichten Kurve. Daher kann es sein, dass der Chauffeur beim Rückwärtsblicken im rechten Spiegel nicht bis ganz nach hinten sah. Zudem ist auch der linke Spiegel sehr wichtig (4-Spurige Strasse). Auf den Lärm der Kindern drin. Hat er mitbekommen dass ein Notfall vorliegt, oder war es nur "normales" Kindergeschrei ? Wenn man den Fuss zwischen die schliessenden Türe stellt, geht man immer ein Risiko ein.

  • Dumby am 17.02.2019 17:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hilfsbereitschaft ist veraltet

    Irgendwie unheimlich dass das Mitgefühl der meisten Kommentare dem Bus Chauffeur gilt und nicht dem verletzten Jungen der nur hilfsbereit sein wollte

  • Brösy am 17.02.2019 17:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Glück im Unglück

    Ein bisschen mehr Orientierung vor der Abfahrt währe von Vorteil -Herr Chaufeur dem Hilfsreichen junge alles gute

  • R.Freitag am 17.02.2019 17:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geit's no???

    Ich bin echt schockiert was einige hier schreiben, der Junge ist ja erst 10! Und ihr erwartet dass er die ganze Situation richtig einschätzt und handelt? Aber die Erwachsenen dürfen Fehler machen, und eine Entschuldigung ist zu viel verlangt?? Ich werde meine Kinder weiterhin zur Rücksichtnahme und Hilfsbereitschaft erziehen, und hoffe inständig, dass sie niemals auf euch "Besserwisser" treffen!